Rotenburgs Youngster mit starkem Auftritt beim 29:29 in Schwanewede / Bruns am Ende der Garant

Heyber überrascht sich selbst

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Nur selten kamen die Rotenburger in Schwanewede so frei zum Abschluss wie hier Christian Hausdorf.

Schwanewede - Von Matthias Freese. Die blutende Schürfwunde, die Sören Heybers linken Arm „zierte“, hatte schon etwas Symbolhaftes. Ihren dritten Auswärtszähler hatten sich die Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg hart erkämpfen müssen.

Vor rund 400 Zuschauern in der Sporthalle der Heideschule war das 29:29 (12:15) beim Tabellendrittletzten HSG Schwanewede/Neuenkirchen angesichts des Spielverlaufs ein Punktgewinn für den Aufsteiger. Rückraumspieler Heyber hatte daran großen Anteil. Für seine sechs Tore ging er immer wieder dahin, wo es wehtut.

Das größte Opfer musste wohl Friedrich Behrens bringen – der Vorsitzende des TuS Rotenburg fuhr ohne seinen Fan-Schal wieder nach Hause. Den hatte er auf Nachfrage den Gastgebern für deren Sammlung überlassen. Doch dafür nahm der Tabellensechste von der Wümme wenigstens einen Zähler mit. „Damit können wir zufrieden sein. Schwanewede hat eine klasse Mannschaft“, stellte auch Heyber fest.

Ausgleich in der Schlussphase

Nach einem Remis hatte es in der 46. Minute noch nicht unbedingt ausgesehen. Da nämlich hatten die Schwaneweder durch Spielmacher Mohammed Nedal Alibrahim auf 24:20 erhöht. Es sollte fünf weitere Minuten dauern, ehe der in der Schlussphase immer stärker werdende Luka Bruns mit dem 25:25 erstmals seit der Anfangsphase des Spiels für Rotenburg ausglich. In Führung gingen die Gäste jedoch nicht, Jens Koch verpasste sie per Tempogegenstoß, als er den Ball neben das Tor setzte (58.). Den letzten Treffer zum 29:29-Endstand erzielte ebenfalls Bruns knapp zwei Minuten vor dem Ende.

Die Gastgeber ärgerten sich vor allem darüber, dass die Unparteiischen Maximilian Schwarze und Björn von der Linde (SG Friedrichsfehn/Petersfehn) 36 Sekunden vor dem Abpfiff ein vermeintliches Foul am siebenfachen Torschützen Marc Blum nicht ahndeten und Rotenburg dadurch in Ballbesitz kam. Doch zu einem vernünftigen Torabschluss kam die Wümme-Sieben nicht mehr. So blieb lediglich der direkte Neunmeter, mit dem Heyber jedoch in den Abwehrarmen hängenblieb. „Letztlich hatte ich den Ball irgendwie in der Hand – und es hat keinen gestört“, erklärte der Rückraumspieler, wie zufällig er zum ausführenden Schützen wurde. Allerdings war es vielleicht gar nicht so zufällig, hatte er zuvor doch ein überzeugendes Spiel gezeigt und war mit seinen harten und platzierten Würfen durchgekommen. „Ich war auch überrascht“, gestand der 19-Jährige, der mit einem lädierten Ellenbogen ins Spiel gegangen war: „Da hatte ich ein bisschen Angst, aber ich hatte keine Probleme.“

Steigerung in der zweiten Halbzeit

Probleme hatten die Rotenburger allerdings mit Schwanewedes Linksaußen Mirko Ahrens, der acht Mal traf, sowie mit dem langen Blum, der im zweiten Durchgang zunehmend in Wurfposition gebracht wurde. „Wir haben in der ersten Halbzeit körperlich nicht genug gegengehalten“, resümierte Coach Nils Muche. Zudem verpasste es sein Team, in doppelter Überzahl zum Torerfolg zu kommen (24.). Nach dem Wechsel war Rotenburg präsenter. „Wir haben viele gute Sachen gemacht. Und alle haben Verantwortung übernommen“, so Muche. Allerdings dachte er auch an zu viele vergebene Chancen: „Es gibt in solchen Spielen Big Points, dazu gehören auch die Tempogegenstöße, die du dann nicht daneben werfen darfst.“

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