Ex-Hurricanes-Coach Mahir Solo ist seit Dezember beim Thüringer Verband

Ein Herz, das für Basketball schlägt

Mit der eigenen Taktiktafel zum Erfolg: Mahir Solo lebt für den Basketball-Sport.

Scheeßel - Von Vincent Wuttke. Zeit ist aktuell genug da, um die neue Heimat kennenzulernen. „Es ist eine sehr schöne Stadt, nicht zu groß aber auch nicht zu klein.“ Die Sporthallen sind auch im thüringischen Jena alle verschlossen und das Training für Mannschaften – egal welcher Sportart – nahezu unmöglich. Dabei wollte Mahir Solo eigentlich gerade jetzt voll in seiner neuen Heimat durchstarten. Seit Dezember ist der ehemalige Coach der Basketballerinnen der Avides Hurricanes beim Thüringer Landesverband (TBV) engagiert.

Viel beibringen konnte der Bosnier, der für die weiblichen Jugendauswahlen der U 18 und U 16 zuständig ist, seinen Teams allerdings noch nicht. Kaum angefangen, steht der Trainingsbetrieb nun seit einiger Zeit schon still. „Es ist ein bisschen langweilig. Es gibt nicht so viel zu tun“, sagt Solo. „Ich sitze fast nur am Laptop, damit ich ein Konzept für die kommenden Jahre entwerfen kann.“ Die Arbeit fordert ihn also auch in der scheinbar freien Zeit. An einen Abstecher in seine bosnische Heimat Zenica war nicht zu denken. „Die Grenzen dort sind zu. Dort sind die Vorkehrungen sehr strikt. Ich hätte zwei Wochen in Quarantäne gemusst“, erzählt Solo und ergänzt: „Darauf habe ich wirklich keine Lust. Ich brauche die Bewegung.“

Ein Trainer für den ganzen Verein

Das Training fehlt dem Coach. Keine Frage. Er ist angetrieben vom Basketball und gewillt, viel weiterzugeben. Das haben auch die Hurricanes gemerkt. Solo war 2016 aus Österreich gekommen, hatte zunächst die Herren trainiert, dann aber im Januar 2017 Tomas Holesovsky als Übungsleiter der Damen abgelöst. Den Abstieg aus der Bundesliga hatte er aber nicht mehr verhindern können, beim Neuaufbau in der 2. Liga die Saison allerdings als Vierter beendet. Im Juni 2018 löste ihn Christian Greve, der heutige Hurricanes-Coach, ab. Zwischenmenschliche Differenzen hätten einer weiteren Zusammenarbeit im Wege gestanden.

Zwar ging der Vertrag von Solo bei den Hurricanes noch bis 2019, doch bereits im August 2018 zog es ihn zum BBU ‘01 Ulm. Das Verhältnis zu seinem ehemaligen Verein sei dennoch gut. Anfang des Monats war Solo zu Gast in Rotenburg und traf ein paar seiner ehemaligen Jugendspieler. Auch mit Utz Bührmann, Vorstand Finanzen, hat er zweieinhalb Jahre nach dem Auszug aus dem früheren Internat der Eichenschule in Scheeßel noch Kontakt.

In Ulm kümmerte sich der Diplomsportlehrer um die Regionalliga-Damen und die gesamte weibliche Jugend. Im Dezember entschied sich Solo dazu, sich eine neue Herausforderungen, eine neue Station, zu suchen. Dabei wäre er fast in China gelandet. Er hatte einen Einjahresvertrag vorliegen und hätte dort an einer Akademie einsteigen können. „Zum Glück bin ich bei der Corona-Situation nicht gegangen“, sagt Solo. Er entschied sich für Jena, „weil es das langfristigere Projekt ist“.

Neues Ziel: Aufstieg in die WNBL

Solos Aufgabe in Thüringen ist es, die weibliche Jugend weiterzubringen. Dazu soll er als Coach eine Landesauswahl zusammenführen, die dann unter einem Vereinsnamen in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (WNBL) mitspielt. Aktuell agieren seine Spielerinnen noch für ihre Heimatvereine. „In den nächsten drei Jahren wollen wir da sein“, sagt der B-Lizenz-Inhaber. Eigentlich soll in der anstehenden Saison die Qualifikation für die Bundesliga gespielt werden. Ob es dazu kommt, ist aber aufgrund der Corona-Krise noch ungewiss. Sollte Solo in seiner Amtszeit in Jena den Sprung in die WNBL schaffen, wäre auch ein Duell gegen die Junior Hurricanes möglich.

Der 31-Jährige ist jedoch nicht nur für den Thüringer Verband im Einsatz. Er kümmert sich im Trainerteam auch um die Regionalliga-Damen des USV Vimodrom Jena – mit Erfolg. Zwei Spieltage vor Schluss war das Team Tabellenführer. Ob es nach dem Saisonabbruch trotzdem etwas wird mit dem Aufstieg, ist ungewiss. „Das wäre wirklich sehr schade“, kommentiert Solo. Er ist voller Tatendrang und sehnt den 20. April herbei. Stand jetzt sollen dann die Hallen wieder geöffnet werden und ein Training möglich sein. „Ich werde der Erste sein, der in die Halle geht, wenn sie auf ist. Und so lange warte ich draußen vor der Tür“, scherzt Solo.

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