Herne, Hurricanes und Freiburg setzen am stärksten auf deutsche Spielerinnen

„Nicht verbiegen“

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Lauter deutsche Spielerinnen: Die Hurricanes (hier links mit Birte Riebesell und rechts mit Andrea Baden) und Herne (hier mit Lea Mersch und Sonja Greinacher) setzen darauf.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Um den deutschen Damen-Basketball ist es nicht gut bestellt. In Europa spielt die Nationalmannschaft keine große Rolle, die Bundesliga ist tief gespalten, was den (verpflichtenden) Einsatz deutscher Kräfte angeht.

Doch eines zeigt sich vier Spieltage vor dem Ende der regulären Saison auch: Der verstärkte Einbau von EU-Spielerinnen, einhergehend mit begrenzten Einsatzzeiten heimischer Athletinnen, ist kein automatischer Erfolgsgarant. Fakt ist zwar: Der Deutsche Meister TSV Wasserburg und Aufsteiger Grüner Stern Keltern haben in dieser Saison nicht nur das Gentlemen’s Agreement gebrochen und für eine bestimmte Zeit allein mit ausländischen Akteurinnen gespielt, sie fahren auch recht erfolgreich mit dem geringen Anteil an Deutschen in ihrem Kader. Aktuell stehen bei beiden Clubs lediglich drei davon im Kader. Beim Tabellendritten Keltern kamen alle deutsche Spielerinnen in der bisherigen Saison lediglich auf insgesamt 14:24 Einsatzstunden. Beim Spitzenreiter Wasserburg sind es 19:19 Stunden.

Allerdings: Auch die drei letzten Teams der Tabelle, die Panthers Osnabrück (19:25), die ChemCats Chemnitz (19:26) und NB Oberhausen (21:23) setzen nicht wesentlich länger ihre Deutschen ein – ohne vergleichbaren Erfolg.

Den Beweis dafür, dass das Vertrauen in deutsche Spielerinnen sich auch positiv in der Tabelle niederschlagen kann, liefert der Herner TC als Tabellenvierter. Mit Lea Mersch, Katharina Fikiel, Sonja Greinacher und Ireti Amojo baut er auf gleich vier Nationalspielerinnen, die auch einen Stammplatz inne haben. In Herne kommen die heimischen Kräfte auf insgesamt 39:13 Einsatzstunden – Herne ist damit der Gegenentwurf zu den beiden süddeutschen Clubs. Im Ranking auf Platz zwei: Die Avides Hurricanes (35:41), die mit Pia Mankertz und Maggie Skuballa ebenfalls zwei deutsche Starting-Five-Spielerinnen vorweisen und bei denen auch Laura Rahn, Hannah Pakulat und Andrea Baden eine wichtige Rolle spielen. „Meine Idee ist es, auch nächstes Jahr auf deutsche Talente zu setzen“, sagt Coach Tomasz Holesovsky, der mit dieser Maßgabe die Play-Off-Plätze aktuell ziemlich sicher hat. Utz Bührmann bestätigt das: „Wir werden weiter da, wo es möglich ist, mit dem eigenen Nachwuchs und Deutschen spielen. Alles andere ist nicht unsere Philosophie. Wir wollen uns nicht verbiegen und ändern.“

Auf Talente aus deutschen Landen setzt auch der USC Freiburg (33:39) verstärkt. Genau wie die Hurricanes können übrigens auch die Breisgauer das Gentlemen’s Agreement gar nicht brechen – schließlich haben beide Teams nur drei ausländische Spielerinnen im Kader.

Einsatz deutscher Spielerinnen

Verein

D/Kader

D eing.

D/akt. Kader

Ein.zeit

Tabelle

Herner TC

9

9

8

39:13

4.

Hurricanes

10

9

8

35:41

7.

USC Freiburg

10

10

10

33:39

8.

BG Donau-R.

8

8

7

31:41

9.

BC Marburg

9

9

9

29:12

5.

TV Saarlouis

7

7

7

23:54

2.

SV Halle

10

9

10

23:06

6.

Oberhausen

8

7

8

21:23

10.

CC Chemnitz

7

6

7

19:26

11.

P. Osnabrück

6

6

6

19:25

12.

Wasserburg

4

4

3

19:19

1.

GS Keltern

4

4

3

14:24

3.

Gesamt

92

88

86

310:23

Erklärung: D/Kader = Deutsche im Kader; D eing. = in der Saison eingesetzte Deutsche; D/akt. Kader = Anzahl der Deutschen im aktuellen Kader; Ein.zeit = gesamte Einsatzzeit der deutschen Spielerinnen in Stunden; Tabelle = aktueller Tabellenrang. (Stand: 18. Spieltag)

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