Henri Ohlmann scheidet heute als RSV-Vorsitzender aus – einen Nachfolger gibt es bislang nicht

„Wir haben sehr viel bewegt“

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Letzter Tag als RSV-Präsident: Henri Ohlmann kandidiert auf der heutigen Jahreshauptversammlung nicht wieder.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Zeit läuft ab: Auf der Jahreshauptversammlung des Fußball-Oberligisten Rotenburger SV (heute, 19 Uhr) endet die Amtszeit des Vorsitzenden Henri Ohlmann. Der 44-Jährige will nicht wieder kandidieren – ein Nachfolger war gestern noch nicht in Sicht. Ob Ohlmann deshalb zwangsläufig weitermacht und wie er die letzten Jahre bewertet, erzählt er im Interview.

Herr Ohlmann, verraten Sie doch mal: Wer wird Ihr Nachfolger?

Henri Ohlmann: Darauf kann ich noch keine Antwort geben. Wir haben viele Gespräche geführt, aber momentan können wir vom Vorstand aus keinen Kandidaten präsentieren.

Heißt das, dass Sie doch weitermachen müssen?

Ohlmann: Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Die Tätigkeit hat mir immer Spaß gemacht, aber meine berufliche Situation hat sich dahingehend geändert, dass ich keinen Spielraum mehr habe. Ich war zehn Jahre im Vorstand, ein Jahr als stellvertretender Spielausschussobmann, drei Jahre als Geschäftsführer, drei Jahre als Schatzmeister und zuletzt drei Jahre als Vorsitzender.

Aber kann der Verein ohne Vorsitzenden dastehen?

Ohlmann: Das hatten wir doch schon mal (dreieinhalb Monate bis zu Ohlmanns Amtsantritt im April 2012, Anm. d. Red.) und es ist auch durchaus möglich. Wir sind weiterhin handlungsfähig.

Der Verein ist wieder in deutlich ruhigerem Fahrwasser. Warum ist es so schwer, einen Nachfolger zu finden?

Ohlmann: Da könnte ich nur spekulieren. Aber wir haben ja nicht wahllos rumgefragt, sondern überlegt, wer die Affinität zum Verein, zum Fußball hat.

Wann gab es die letzte Absage?

Ohlmann: Anfang der Woche war ich noch ganz positiv gestimmt. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Wenn Sie auf Ihre Amtszeit zurückblicken, was hat sich in den letzten Jahren in finanzieller Hinsicht getan?

Ohlmann: Die wirtschaftliche Situation hat sich deutlich verbessert, das Darlehen haben wir weiter um einen beträchtlichen Betrag zurückgefahren. Wir schließen das Jahr mit einem positiven Betriebsergebnis und einem Gewinn ab.

Wie hoch sind denn die Verbindlichkeiten noch?

Ohlmann: Die Zahlen nennen wir auf der Mitgliederversammlung, aber es ist einiges, was wir abgebaut haben. Ich kann nur soviel vorwegnehmen: Wir hatten jahrelang das Problem: Die Ausgaben steigen von allein, für die Einnahmen muss man mächtig was tun. In den letzten zehn Jahren haben wir das mit einer Ausnahme gut hinbekommen. Gerade in den letzten zwei Jahren haben wir auf der Einnahmenseite Erfolge erzielt und die Ausgabensituation kontrolliert.

Welche Argumente gibt es noch, um einen potenziellen Kandidaten zu überzeugen?

Ohlmann: Wir haben den Turnaround im Bereich der Jugend mit dem JFV Rotenburg, zusammen mit Fortuna, geschafft und im Nachwuchs wieder Zulauf. Wir haben Strukturen geschaffen mit dem Beirat, wir haben Events nach Rotenburg holen können wie den FC St. Pauli oder jetzt Hannover 96. Hinzu kommen die Aktivitäten um den Ausbau des Stadions. Im Endeffekt ist der Posten des Vorsitzenden wieder als Ehrenamt wahrzunehmen. Wir haben sehr viel bewegt. Vor dem Hintergrund hatte ich schon die Erwartung, dass sich jemand findet, der den Vorsitz übernimmt. Ich finde es sehr bedauerlich, dass sich niemand für zwei Jahre bereit erklärt. Man muss es ja nicht gleich zur Lebensaufgabe machen.

Werden Sie denn dem Vorstand in anderer Funktion erhalten bleiben?

Ohlmann: Ich lebe Fußball in allen Facetten und kann mir vorstellen, weiterhin eine Funktion zu bekleiden, aber das hat der neue Vorstand zu entscheiden.

Kürzlich äußerte sich Martin Kind, Präsident von Hannover 96, dass die aktuelle Tabellensituation des RSV mit dem vorletzten Platz nicht zu akzeptieren sei und Ziel des Vereins vielmehr die 4. oder gar 3. Liga sein müsste. Hat er Recht?

Ohlmann: Ich werde unserem Gast natürlich nicht widersprechen. Wie groß ist die Stadt Sinsheim? (lacht) Idealismus gepaart mit Geld – da ist sicher einiges zu bewerkstelligen, aber Rotenburg in der 3. Liga? Wir wollen schauen, unser Ziel zu erreichen und den Verein stabil in der Oberliga etablieren. Aber unser Seelenheil hängt auch nicht davon ab, ob wir Oberliga oder Landesliga spielen. Auch die Landesliga darf man nicht unterschätzen

Wird die Lizenz für die Oberliga denn wieder beantragt?

Ohlmann: Wir werden den Antrag stellen. Dass lassen wir uns nicht nachsagen, sollten wir die Klasse schaffen. Aber Moment: Das muss ja der neue Vorstand entscheiden, für den kann ich schlecht bestimmen.

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