Heidelbergerin bereitet sich an der Wümme auf WM vor / Ziel ist Finalteilnahme

Schwimm-Ass Köhler tankt im Ronolulu neue Energie

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Die Heidelbergerin Sarah Köhler freut sich, dass sie derzeit in der Wümmestadt trainieren darf.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Burkhard Oelkers musste keine Sekunde überlegen. „Natürlich unterstützen wir sehr gerne solch ein Ausnahmetalent. Wir freuen uns, dass sie bei uns trainieren möchte. Eine Spitzensportlerin hat man schließlich nicht jeden Tag im Becken“, erklärt der Leiter des Rotenburger Ronolulu. Die Rede ist von Schwimm-Ass Sarah Köhler (SG Frankfurt). Die frisch gebackene Deutsche Meisterin ist seit gestern in der Wümmestadt und nutzt diese Woche, um sich auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten.

Doch warum verschlägt es die Heidelbergerin ausgerechnet in den Norden? „Mein Freund Björn wohnt in Lauenbrück. Er hat sich darum gekümmert, dass ich hier trainieren kann. Ich bin sehr froh, dass alles geklappt hat, schließlich ist es keine Selbstverständlichkeit“, erzählt die 20-Jährige, die am vergangenen Wochenende bei den deutschen Titelkämpfen in Berlin die WM-Normen in gleich drei Disziplinen unterboten hat.

Über die drei Freistil-Strecken 400 Meter (4:07:00 Minuten), 800 Meter (8:28:73) und 1500 Meter (16:07,33) darf sie nun von Ende Juli bis Anfang August im russischen Kasan bei der WM starten. „Mein Ziel ist es, mich in einer Disziplin für das Finale zu qualifizieren“, blickt Köhler schon einmal voraus. Neben der Erfüllung der Normen hatte die Langstreckenschwimmerin noch einen Grund zur Freude: Während sie über die 400 Meter Freistil Gold holte, wurde sie über die anderen beiden Strecken Vizemeisterin. „Natürlich sind die Medaillen ein netter Zusatz, für mich waren aber die Qualifikationen vorrangig. Diese mussten bei der Deutschen Meisterschaft erreicht werden. Daher war der Druck enorm hoch.“

Nun hat die 20-Jährige von ihrem Trainer Michael Spikermann eine Woche „frei“ bekommen. In der aktiven Erholungsphase stehen ab morgen täglich drei bis vier Kilometer Schwimmen im Ronolulu auf dem Programm. „Ansonsten liege ich pro Trainingseinheit bei rund sieben bis acht Kilometern. Jetzt geht es für mich nur darum, wieder etwas runterzukommen und Kraft zu tanken. Gleichzeitig darf ich aber auch nicht komplett das Gefühl fürs Wasser verlieren. Daher trainiere ich im reduzierten Umfang weiter“, erklärt die Heidelbergerin.

Dass ein Leben als Spitzensportlerin sehr anstrengend ist, zeigen auch die strikten Vorgaben der Nationalen Anti-Doping Agentur. Diese ist stets über Köhlers Aufenthaltsorte informiert. „Zudem muss ich jeden Tag einen festen Zeitraum angeben, in dem ich auf jeden Fall erreichbar bin. Zu einer Dopingkontrolle kann es jederzeit kommen. Ich weiß aber erst Bescheid, wenn es an der Tür klingelt“, erklärt das Schwimm-Ass.

Die ehrgeizige Spitzensportlerin, die in der Sportfördergruppe der Bundeswehr aktiv ist, verlässt sich aber nicht nur auf die Karte Profisport. „Nebenbei“ studiert sie seit zwei Semestern an der Universität Heidelberg Jura. „Natürlich brauche ich dafür länger als andere, da ich viel unterwegs bin und trainiere. Mir ist es aber wichtig, ein zweites Standbein zu haben. Nur mit dem Schwimmen habe ich für die Zukunft definitiv nicht ausgesorgt.“

Durch ihren vollen Terminkalender bleibt somit kaum mehr Zeit für ein Privatleben. Doch Köhler nimmt die Einschränkungen gerne in Kauf. „Ich weiß, wofür ich das alles auf mich nehme. Dafür stecke ich gerne zurück“, so die junge Frau, die nun aber erstmal die Zeit im Norden genießen will, ehe ab kommender Woche wieder das harte Training ansteht.

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