Erfolgreich neben Studium und Traineramt

Robin Janowsky vom Heeslinger SC schafft das straffe Pensum

Robin Janowsky stoppt den Ball.
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Erst Rechts-, jetzt Innenverteidiger: Robin Janowsky schlägt in seiner ersten Saison für den Oberligisten Heeslinger SC auf Anhieb ein.

Mit Robin Janowsky haben die Oberliga-Fußballer des Heeslinger SC einen richtig guten Fang gemacht. Dabei hat der 24-Jährige ziemlich viel um die Ohren.

Heeslingen – Robin Janowsky ist mal wieder unterwegs. Rastlos wie anscheinend immer. Doch der 24-jährige Fußballer klingt ziemlich relaxt. Nach einem Kurzurlaub auf Juist hatte er vor der Rückkehr nach Hamburg noch einen Zwischenstopp in seinem Heimatort Harpstedt eingelegt – und plauderte über seine bisherige Saison. „Es ist schön, dass wir jetzt relativ entspannt ab März das Restprogramm angehen können“, sagt der Verteidiger des Oberligisten Heeslinger SC.

Am Anfang, gesteht er, „hatte ich diesen wegen der Pandemie gewählten Modus mit Qualifikations-, Auf- und Abstiegsrunden für Quatsch gehalten.“ Doch angesichts der sich wieder zuspitzenden Corona-Situation „hoffe ich, dass sich die virologische Lage bis zum März so weit beruhigt hat, dass wir wieder wie geplant spielen dürfen.“

20 Pflichtspiele in drei Monaten

Fast alles, was bis jetzt möglich war, haben der Student und „seine“ Heeslinger hingegen abgearbeitet: In den drei Niedersachsenpokal-Partien verpasste der Defensiv-Allrounder keine Minute – jetzt steht der Club im Halbfinale. Zudem bestritt er alle 17 Oberliga-Begegnungen von Anfang an, nur zwei davon nicht über die volle Distanz. Das ergibt 20 Pflichtspiele in drei Monaten – „nach der längsten Sommerpause unseres Lebens war das für uns Fußballer unverantwortlich und hatte einige vermeidbare Verletzungen zur Folge“, bilanziert Janowsky.

Er selbst kam ohne Komplikationen durch und schoss sogar zwei Tore. Nach Standards, wie das bei Verteidigern, die mit aufrücken, passieren kann. Unter anderem köpfte er im letzten Auftritt des Jahres bei Staffelmeister BW Lohne den 1:0-Siegtreffer. „Das war schön und wichtig für die Mannschaft“, schildert der frühere Regionalliga-Akteur des BSV Rehden: „Jetzt sind wir in der Meisterrunde – und mit einem guten Gefühl in die Winterpause gegangen.“

Froh über die Rückkehr nach Niedersachsen

Zudem freute er sich, einen alten Bekannten aus gemeinsamen Rehdener Zeiten wiedergesehen zu haben: Mit Lohnes Mittelfeldmann Rilind Neziri „habe ich danach noch länger gequatscht. Auch das gefällt mir an meiner Rückkehr nach Niedersachsen: Auf fast jedem Platz treffe ich jemanden, den ich noch kenne.“

Nach seinem Abschied aus Rehden im Sommer 2019 hatte Janowsky nämlich ausschließlich im Hamburger Verband gespielt – erst beim damaligen Regionalligisten Altona 93, dann bei Oberligist HSV Barmbek-Uhlenhorst. Doch der Club geriet in finanzielle Schwierigkeiten. „Dort hat es mir zwar gut gefallen, aber ich wusste nicht, ob BU weiterhin eine sportlich konkurrenzfähige Mannschaft zusammenbekommt.“ Sein Kumpel Tobias Esche, bis zu dessen Auswandern in die USA selbst Spieler in Rehden, riet ihm, Kontakt zu Lars Uder aufzunehmen. Der Heeslinger Trainer hatte schon als Coach der SV Drochtersen/Assel Interesse am Blondschopf, „und so ging dann alles ganz schnell“, schildert Janowsky.

Erst denken die Trainer, dass man mit 1,80 Metern eher ein Außen- und kein Innenverteidiger ist, aber je länger die Saison dauert, desto öfter spielt man in der Mitte

Robin Janowsky

Wie zuvor in Barmbek begann er in Heeslingen als Rechtsverteidiger und rückte später ins Abwehrzentrum: „Wie das eben so ist: Erst denken die Trainer, dass man mit 1,80 Metern eher ein Außen- und kein Innenverteidiger ist, aber je länger die Saison dauert, desto öfter spielt man in der Mitte“, flachst der 24-Jährige. Hinzu kam, dass Heeslingen inzwischen mit einer Dreierkette spielt.

Die Taktik scheint aufzugehen: Janowsky & Co. stellen mit nur 16 Gegentreffern aus 17 Spielen die zweitbeste Defensive der Liga. Spiel 18 – die Nachholpartie gegen den Rotenburger SV – stünde noch aus, „aber das ist ja sportlich irrelevant geworden“, sagt Janowsky mit Blick auf Heeslingens fixen Meisterrunden-Platz und Rotenburgs Abstiegsrunden-Teilnahme. „Es wäre aber natürlich schön, wenn es noch angesetzt würde – vielleicht direkt vor der Meisterrunde. So etwas ist auf alle Fälle besser als ein Testspiel.“

Janowsky traut Heeslingen den Aufstieg zu

Im Rennen um einen Platz in der Regionalliga sieht der Harpstedter seine Elf nicht chancenlos: „Ich denke, die Mannschaft hat das Zeug, oben anzugreifen – wenn nicht in diesem, dann vielleicht im nächsten Jahr.“ Viel länger plant Janowsky nicht mehr mit seiner aktiven Laufbahn – obwohl er erst im März seinen 25. Geburtstag feiert. „Bis jetzt macht es mir noch großen Spaß, auf diesem Niveau zu spielen. Aber ich überlege schon, wie lange ich den Aufwand mit den Fahrten aus Hamburg noch auf mich nehmen will.“ Denn im Sommer möchte er den Master-Abschluss im Sportmanagement in der Tasche haben – sein im Frühjahr aufgenommener Job beim Grossflottbeker Tennis-, Hockey-, und Golf-Club passt da perfekt, um bereits Erfahrungen im Management zu sammeln. Zudem „baut“ er weiter an seiner Trainerkarriere: „Die A-Lizenz wäre das nächste Ziel“, sagt der B-Lizenz-Inhaber, „aber es ist von den Auflagen her schon schwerer geworden, in einen Lehrgang reinzukommen.“

Über Erfahrung als Übungsleiter verfügt er als Teil des Trainerteams in der Hamburger U 15-Auswahl bereits, das Sichten von Talenten und auch seine Rolle als Referent bei Trainerlehrgängen im Hamburger Verband „machen mir ebenfalls großen Spaß“. Ein Teil seiner Inhalte war, „wie man Zwölf- oder 13-Jährige so auswählen kann, dass man mit ihnen länger arbeitet – ohne sie alle halbe Jahre wieder rein- oder rausrotieren zu lassen“. Ihm selbst sei es in dem Alter ähnlich ergangen: „Da bin ich an einem Wochenende aus der Handball-Auswahl geflogen und gleichzeitig in den Fußball-Stützpunkt zurückgekommen.“ Es war also durchaus auch ein Weg mit Hindernissen, der Robin Janowsky über die Jugend des Harpstedter TB und VfB Oldenburg zu den Nachwuchsleistungszentren des SV Werder Bremen und VfL Osnabrück nach Rehden und jetzt nach Heeslingen führte. Geschadet hat ihm das stetige „Umschalten“ aber offenbar nicht.

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