„Wenn, dann handeln wir gemeinsam“

Keine Aufsteiger in die Regionalliga: Heeslinger SC gibt noch nicht auf

Steffen Lahde,  Sebastian Sautner, Carsten Schult und Sören Titze (v.l.) stehen im Kreis auf dem Sportplatz.
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Was tun? Der Heeslinger SC – hier mit Teammanager Steffen Lahde, Co-Trainer Sebastian Sautner, Teammanager Carsten Schult und Coach Sören Titze (v.l.) – berät darüber, wie der Verein mit der NFV-Entscheidung umgehen will.

Die Entscheidung des NFV-Präsidiums trifft in Heeslingen auf geteilte Meinungen. Einzelne akzeptieren sie, andere behalten sich rechtliche Schritte vor.

Rotenburg/Heeslingen – Die Tür ist zu! Die Regionalliga Nord schließt sich ein. Das Präsidium des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) hat nach dem bereits beschlossenen Saisonabbruch auch einige Modalitäten abgestimmt und sich mit einem mehrheitlichen Votum dafür ausgesprochen, die Saison 2020/2021 ohne Absteiger aus der Regionalliga Nord sowie ohne Aufsteiger aus den höchsten Landesverbandsspielklassen zu vollziehen. Das bedeutet im Klartext: Der Heeslinger SC, nach Quotientenrechnung bestes Team der niedersächsischen Oberliga, muss seine Aufstiegsträume um ein Jahr verschieben. Was wiederum bei den Verantwortlichen nicht gut ankommt. Teammanager Carsten Schult bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der Verein womöglich den Rechtsweg beschreitet.

NFV-Präsident Günter Distelrath vertrat die gefassten Ergebnisse: „Uns ist bewusst, dass diese Beschlüsse vor allem für die potenziellen Aufsteiger aus den Landesverbänden eine harte Entscheidung darstellen. Es galt aber, im Zusammenspiel aller norddeutschen Ober- und Regionalligen auf Basis der rechtlichen Grundlagen verhältnismäßig und vor allem zumutbare Beschlüsse zu treffen“, erklärte er in einer Pressemitteilung. Ungeklärt bleibt weiterhin die Frage, ob der TSV Havelse wie angedacht in die Relegation zur 3. Liga mit dem Regionalliga-Vertreter aus Bayern gehen wird. Denkbar ist auch eine vom VfB Oldenburg geforderte Aufstiegsrunde.

Insbesondere die bisher vom Abstieg bedrohten Vereine der Regionalliga atmen nun aber auf. So auch das Schlusslicht SV Atlas Delmenhorst. Der Sportliche Leiter Bastian Fuhrken erklärte auf der Facebook-Seite des Vereins: „Ich bin sehr erleichtert, dass wir nächstes Jahr wieder Regionalliga spielen. Die Entscheidung ist für mich die fairste aller Möglichkeiten.“

Auch Oliver Warnke (l.) und Torwarttrainer Björn Müller wären gern in die Regionalliga hochgegangen.

In Heeslingen teilen sie die Freude nicht unbedingt. „Natürlich sind wir enttäuscht“, sagt Teammanager Carsten Schult und ergänzt: „Wir möchten einfach vernünftig abgeholt werden und eine noch weiterführende Erklärung der Entscheidung.“ Bei Leistungsträger Oliver Warnke schlagen zwei Herzen in einer Brust: „Das wäre natürlich der einfachste Aufstieg, den es gibt. Die Erfahrung in der Regionalliga hätten wir auch gerne gemacht. Gerade für die Jüngeren wäre es das Nonplusultra. Aber ich denke, man sollte es so akzeptieren, es ist eine faire Entscheidung. Das passt schon.“ So müsse man eben einen neuen Anlauf in der neuen Saison unternehmen. Seinen Vertrag hatte Warnke ohnehin unabhängig von der Spielklasse verlängert: „Das gilt für beide Ligen.“

Carsten Schult mag den Beschluss wiederum nicht unwidersprochen hinnehmen. Der Teammanager berichtet von „Strömungen, dass es auch Aufsteiger aus der Oberliga in die Regionalliga geben soll“. Die aufstiegswilligen Kreisrotenburger haben sich bereits intern ausgetauscht und wollen jetzt mit den anderen betroffenen Vereinen in einer Videokonferenz zusammenkommen, um zu entscheiden, „wie wir jetzt weiter verfahren“, erklärt Schult. „Wir halten uns den rechtlichen Weg weiterhin offen. Aber wenn, dann handeln wir alle gemeinsam.“ Als erster Verein hatte der Brinkumer SV als Vertreter der Bremenliga öffentlich rechtliche Schritte in Erwägung gezogen – und diese Überlegenheit auch bereits wiederholt. Auch der SV Todesfelde aus der Oberliga Schleswig-Holstein und der 1. FC Germania Egestorf-Langreder, nach der Quotientenregelung Erster der Oberliga-Staffel Hannover/Braunschweig, hatten ihre Zulassung für die Regionalliga beantragt und sind dementsprechend von der Entscheidung des NFV-Präsidiums betroffen.

Jürgen Stebani, der Vorsitzende des Verbandsspielausschusses, hatte noch vor zwei Wochen erklärt, dass es sich vom Spielbetrieb durchaus einrichten ließe, kein Team absteigen, aber vier Mannschaften aufsteigen zu lassen. Er meinte: „Dann hätten wir 13 Teams pro Staffel – das ist machbar.“ Er sei zwar kein Freund davon, „weil die Regionalliga dann verwässert wird“, gab aber zu bedenken, „dass es rechtlich problematisch werden könnte, wenn man keinen Aufstieg in die Regionalliga zulassen würde.“ Nun könnte dem NFV genau dieses juristische Nachspiel drohen.

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