23:27 gegen Bissendorf – Rotenburgs zweite Niederlage in eigener Halle

Nur Hausdorf im Heimmodus

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Jens Behrens (am Ball) tankt sich gegen Gero Seger (2.v.r.) und Jonas Grass (r.) durch, während Christian Hausdorf (l.) trotz Bewachung von Fabian Rußwinkel bereit für das Zuspiel ist.

Rotenburg - Der Matchwinner trug die Nummer eins und stand im Kasten des TV Bissendorf-Holte. Mit seinen Paraden trieb der 28-jährige Ungar Zsolt Kovacs die Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg zur Verzweiflung. Zwar trumpfte auch Yannick Kelm, Keeper der Gastgeber, mit zunehmender Dauer immer stärker auf, hielt aber unterm Strich „weniger als der andere, den wir zum Helden geworfen haben“, stellte Rotenburgs Trainer Nils Muche fest. Somit verpassten es seine heimstarken Mannen, sich vor 250 Zuschauern im Duell der Tabellennachbarn weiter von den Abstiegsrängen abzusetzen. Zum zweiten Mal in dieser Saison gab es eine Heimniederlage – 23:27 (9:12) hieß es am Ende.

Kapitän Christian Hausdorf hatte durchaus Verständnis dafür, dass sein Coach verärgert war. „Wir haben klare Ansagen gekriegt, setzen es aber einfach nicht um. Wir müssen in der Auszeit besser zuhören“, meinte der Kreisläufer, der sich zumindest im Offensivspiel keine Vorwürfe zu machen hatte. Zwar hatte der Abwehrchef im Angriff zunächst Kilian Behrens den Vortritt lassen müssen, war dann aber der einzige Rotenburger mit einer hochprozentigen Quote – vier Würfe, vier Tore. Hausdorf wusste auch, was Muche gefordert hatte: „Lange Ecke!“ Doch die Mitspieler versuchten zu häufig etwas anderes und schlossen zum Teil zu überhastet ab. Bisweilen wirkte es schon in der ersten Halbzeit wie mit der Brechstange. „Ja, das war es auch“, bestätigte Hausdorf.

Muche übte dabei vor allem Kritik am laxen Auftreten. „Mein Team ist ins Spiel gegangen, als ob es ein Selbstläufer wäre – und dann haben wir die ersten Chancen kläglich verballert, sodass ich eine Auszeit nehmen musste, nur um zu sagen, wo der Torwart gut und wo er schlecht ist. Wir haben es mental nicht hingekriegt, uns auf das Spiel zu fokussieren.“ Auch hier: Kein Widerspruch von Hausdorf. „Es war auch eine Einstellungssache“, gestand der Mannschaftsführer.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht geht Luka Bruns (vorne) zu Boden, nachdem ihn Christian Rußwinkel am Bein erwischt hat. Für Rotenburgs Rechtsaußen ging es aber sofort weiter.

Mit Beginn der zweiten Hälfte schien das zunächst anders zu werden. Muche hatte Jens Behrens als Mittelmann aufs Feld geschickt – der brachte neue Energie und erhöhte spürbar den Druck auf Bissendorfs Abwehr. Die Folge: Lukas Misere erzielte per Lupfer nach Tempogegenstoß die 14:13-Führung (39.). Hausdorf glich noch einmal zum 15:15 nach einem Durchstecker von Jens Behrens aus (42.), kurz darauf scheiterte der Vorbereiter aber selbst aussichtsreich an Keeper Kovacs – der Coach vertraute seinem „Bauchgefühl“ und nahm Behrens wieder runter. „Das hat total gut funktioniert, war aber auch eine taktische Geschichte“, erklärte Muche.

Lumpenball? Keineswegs! Aber die Trikots von Rotenburgs Kilian Behrens (r.) und Bissendorfs Fabian Rußwinkel erlitten wohl irreparabele Schäden an Hals beziehungsweise Arm.

Letztlich waren die Gäste aus dem Kreis Osnabrück aber das stärkere Team mit dem größeren Willen. Sören Heyber verkürzte zwar noch einmal auf 19:21 (54.), aber letztlich scheiterte auch der sechsfache Torschütze an diesem Abend zu häufig. Der gehandicapte Linkshänder Michel Misere fand ebenso wenig ins Spiel wie Rückraum-Talent Chris Ole Brandt. Auch Linksaußen Lukas Misere war über weite Strecken zu wenig eingebunden. Hinzu kamen einige technische Fehler und die eine oder andere umstrittene Entscheidung der Unparteiischen Stefan Rieck/Johannes-Georg Temme (Emden/Pewsum). Christian Hausdorf bemerkte denn auch treffend: „Die Bissendorfer haben das schon gut gemacht, aber mit neun Toren in einer Halbzeit kannst du auch kein Spiel gewinnen.“

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