Rotenburgerin als Tischtennis-Schiedsrichterin in Tokio / „Wie eine kleine Familie“

Haugwitz ist bei der WM am Ball

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Corinna Haugwitz ist bereit: Rotenburgs Schiedsrichterin sorgt bei der Tischtennis-Weltmeisterschaft in Tokio für faire Spiele. ·

Rotenburg - Von Moritz MenkerDie Vorfreude steigt so langsam. In knapp zwei Monaten geht‘s los. Dann hebt der Flieger Richtung Tokio ab. Mit an Bord sitzt auch Corinna Haugwitz. Die Rotenburgerin hat jedoch keine Zeit für das Stadtleben, denn sie verbringt den ganzen Tag konzentriert in der Halle. Was auf dem ersten Blick nach Langeweile klingt, ist für die 51-Jährige Aufregung pur: Sie ist als Schiedsrichterin bei der Tischtennis-Mannschafts-Weltmeisterschaft dabei.

„Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich bekannte Kollegen auf den Turnieren treffe, denn wir sind doch irgendwie eine kleine Familie“, erzählt Corinna Haugwitz im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Die Begeisterung bei ihr ist groß, denn 2012 war sie zuletzt in Asien bei den Hongkong-Open. „Das war bis jetzt das Aufregendste, was ich erlebt habe, denn dort war ich als einzige deutsche Schiedsrichterin unterwegs. Und auch, wenn es manchmal ein wenig an meinem Englisch gehakt hat, bin ich gut zurecht gekommen und habe es genossen“, erzählt sie mit einem Lächeln im Gesicht.

Nun darf Corinna Haugwitz wieder auf einem großem Ereignis für geregeltes Spielen sorgen. „Ich bin ganz gespannt auf die Weltmeisterschaft, weil man nicht jeden Tag nach Tokio fliegt. Außerdem habe ich bereits gute Erfahrungen in Asien gesammelt. Deshalb war meine Freude groß, als ich die Bestätigung hatte, dass ich mit nach Japan darf.“

Die Rotenburgerin ist eine von zwei deutschen Unparteiischen, die beim Großereignis an der Platte sitzen. Auch wenn Haugwitz die höchste Qualifikation für Tischtennis-Schiedsrichter in der Tasche hat, ist es für sie immer wieder eine Ehre, Deutschland bei einer WM zu vertreten.

So einfach, wie das alles scheint, ist es jedoch für die 51-Jährige nicht. Die Reise nach Tokio wird nicht komplett bezahlt. Sie bekommt lediglich einen Zuschuss für die Anreise. Außerdem muss sie sich für diese Zeit Urlaub von ihrem Beruf als Erzieherin nehmen und eine Pause für ihr berufsbegleitendes Studium im Bereich Soziale Arbeit einlegen. Immerhin: Vor Ort ist vollständig für sie gesorgt – inklusive Unterkunft und Verpflegung. Die Rotenburgerin nimmt die Kosten jedoch gelassen und freut sich einfach auf das Ereignis und die Stadt.

Noch ein Grund für ihre Aufregung ist, dass sie ansonsten nicht als Schiedsrichterin aktiv ist. „Da ich durch meine lange Erfahrung, meine Gewohnheit und vor allem der hohen Ausbildung sehr genau hinschaue, fällt es mir schwer, Spiele in unteren Klassen zu leiten. Dort wird nunmal nicht perfekt gespielt, wodurch ich den Spielfluss unterbrechen würde.“

Die Schiedsrichterin des Rotenburger SC verrät außerdem, dass sie für keine deutschen Begegnungen zuständig sein darf. Dies führt oft dazu, dass sie ein zugeteiltes Spiel nicht leiten darf, weil ein Deutscher in die Runde eingezogen ist.

Sie bekommt auch erst im sogenannten Briefing, das am Vortag des Wettkampfs abgehalten wird, grobe Informationen über bestimmte Turnierregeln oder zum allgemeinen Verlauf. „Dadurch kommt immer wieder Spannung auf, weil niemand vorher weiß, wie alles abläuft“, veranschaulicht sie. Was sie aber ganz sicher weiß: Ihre gebügelte Uniform muss mit in den Koffer für das „Abenteuer Tokio“.

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