Unentschieden nach deutlichem Vorsprung

Rotenburg verpasst den Coup hauchdünn

+
Yannick Kelm zeigte im Rotenburger Tor erneut eine starke Leistung und war einer der Garanten für den überraschenden Punktgewinn in Varel.

Rotenburg - 50 Minuten lang hatte der TuS Rotenburg seine beste Saisonleistung in der Handball-Oberliga gezeigt und den Tabellenführer SG VTB/Altjührden in dessen mit rund 500 lautstarken Zuschauern gefüllten Vareler Sporthalle vorgeführt.

Dennoch war unmittelbar nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung beim Aufsteiger riesengroß. Zwar nahm die Wümme-Sieben dem Titelanwärter beim 24:24 (12:7) einen Punkt ab, hatte aber nach 47 Minuten noch mit acht Toren geführt und kassierte den Ausgleich in der Schlusssekunde per Siebenmeter durch Oliver Staszewski.

Zuvor war Michel Misere vier Sekunden vor Ende der Partie ein Foulspiel an Staszweski unterlaufen, das zu einer Roten Karte (ohne Bericht) für den Rotenburger und dem Siebenmeter führte. Die letzte Aktion lief laut Rotenburgs Teammanager Michael Polworth nicht ganz regelkonform ab, denn Staszewski führte den Siebenmeter nicht gemäß der Vorschriften innerhalb von drei Sekunden aus, sondern ließ die Zeit bis zum Schluss runterlaufen. „Ein klarer Regelverstoß“, so Polworth, der auch zunächst über einen Einspruch nachdachte, dann aber zu dem Entschluss kam, auf einen solchen aus sportlichen Gründen zu verzichten.

Schnell deutlich in Führung

Dennoch hätte es gar nicht zu solch einer dramatischen Schlussphase kommen müssen. Der TuS Rotenburg war von seinem Trainer Nils Muche auf den Gegner glänzend eingestellt worden und lag nach zehn Minuten schon mit 6:2 in Führung. Die Abwehr um Christian Hausdorf stand bombensicher. Was sonst noch aufs Tor kam, wurde meist vom überragenden Keeper Yannick Kelm abgewehrt. Im Angriff gingen Spielmacher Fabian Knappik, Sören Heyber sowie die Außen Luka Bruns und Lukas Misere immer wieder in die Lücken und sorgten dafür, dass der Tabellenführer zur Pause mit 7:12 hinten lag und insgesamt 50 Minuten nicht zur Entfaltung kam.

Zu diesem Zeitpunkt lag der TuS Rotenburg noch mit 21:14 vorn. In den letzten zehn Minuten warfen die ausgebufften und zum Teil bundesligaerfahrenen Altjührdener aber alles in die Waagschale, um die erste Heimniederlage in dieser Saison abzuwenden. Besonders Spielertrainer Ivo Warnecke lief in dieser Phase zu Höchstform auf und brachte seine Mannschaft mit drei Toren in Folge zurück ins Spiel – 18:22 (54.).

Muche: „Ich bin super stolz auf meine Jungs“

Nach der dritten Zeitstrafe und damit Roten Karte gegen Knappik (58.) gelang dem zehnfachen Torschützen Staszewski das 22:23. Als 70 Sekunden vor dem Ende Heyber seine Rotenburger aber wieder mit zwei Toren in Führung brachte, schien der Auswärtssieg perfekt. Doch es kam anders, auch weil den Gästen die Routine fehlte, um die Partie ruhig zu Ende zu spielen.

Dennoch lobte Rotenburgs Trainer Nils Muche seine Spieler: „Ich bin super stolz auf meine Jungs. Sie haben sensationell gespielt und geduldig auf ihre Chance gewartet. Durch einige unglückliche Dinge haben wir das Spiel am Ende nicht gewonnen.“

Am Sonnabend erwartet der TuS Rotenburg nun um 19 Uhr den Tabellenletzten und Mitaufsteiger ATSV Habenhausen II.

jho

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Haalands Traumdebüt rettet BVB - Leipzig siegt gegen Union

Haalands Traumdebüt rettet BVB - Leipzig siegt gegen Union

UN-Libyenbeauftragter fordert Abzug ausländischer Kämpfer

UN-Libyenbeauftragter fordert Abzug ausländischer Kämpfer

"Wir haben es satt!": Tausende fordern neue Agrarpolitik

"Wir haben es satt!": Tausende fordern neue Agrarpolitik

Fotostrecke: Werders Befreiungsschlag in Düsseldorf

Fotostrecke: Werders Befreiungsschlag in Düsseldorf

Meistgelesene Artikel

Fußballer Deniz Kadah: „Ich denke noch nicht ans Aufhören“

Fußballer Deniz Kadah: „Ich denke noch nicht ans Aufhören“

Trotz Titelchance bleibt Czichos nicht

Trotz Titelchance bleibt Czichos nicht

RSV verpasst den vierten Sieg

RSV verpasst den vierten Sieg

Schröder erobert die Bahn

Schröder erobert die Bahn

Kommentare