Harmlose Rotenburger verlieren gegen Spelle-Venhaus deutlich mit 0:4 / Kirschke wieder verletzt

„Die Akkus sind einfach leer“

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Rotenburgs Tobias Kirschke (r.), der zur Pause verletzt ausschied, wirft sich hier Robert Bartling in den Weg. Am Ende musste der Mittelfeldmann mit ansehen, wie der SC Spelle-Venhaus einen souveränen 4:0-Erfolg einfuhr.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Für Michael Gellhaus dürfte es bei den eisigen Temperaturen besonders kalt gewesen sein. Der Torwart des SC Spelle-Venhaus hatte im zweiten Durchgang exakt drei Ballkontakte, ansonsten erlebte er im Ahe-Stadion eher einen ruhigen Nachmittag.

Außer, als seine Vorderleute dem Rotenburger SV gezeigt haben, wie wirklich Fußball gespielt wird. Vier Mal hatte der Schlussmann schließlich Grund zum Jubeln: Mit seinen Emsländern fuhr der Keeper in der letzten Oberliga-Begegnung des Jahres einen souveränen 4:0 (2:0)-Erfolg ein.

Direkt nach dem Abpfiff hatte Gellhaus aber nicht nur die drei Punkte im Kopf, sondern auch noch aufmunternde Worte für die Rotenburger übrig: „Kopf hoch. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg“, sagte er im Vorbeigehen zu Angreifer Bekim Murati und klopfte ihm dabei auf die Schulter. Diese Geeste dürfte den 24-Jährigen aber auch nicht wirklich aufgemuntert haben. Zu schlecht war dafür seine Leistung (siehe nebenstehender Bericht).

RSV-Coach Jan Fitschen konnte zum Schluss nicht mehr hinsehen und drehte sich vom Feld weg. Kein Wunder, schließlich verlor sein Team mit 0:4.

Doch nicht nur Murati stand neben sich, auch die anderen Rotenburger überzeugten vor der Minuskulisse von 70 Zuschauern nicht wirklich. Einzig Schlussmann Henner Lohmann präsentierte sich in Normalform und verhinderte mit einigen guten Paraden Schlimmeres. Gleich zu Beginn war aber auch er machtlos, als Spelles Stefan Raming-Freesen nach einer Ecke von Sascha Wald ungehindert einköpfen durfte – 1:0 (8.). Auch in der Folgezeit erwiesen sich die Wümmestädter als gute Gastgeber und verteilten weiter fleißig Geschenke. In der 33. Minute nahm Wald einen Patzer von Sajieh Jaber, der für den verletzten Dennis Janssen als rechter Außenverteidiger auflief, dankend an und erhöhte auf 2:0. „Das darf nicht wahr sein. Was macht ihr denn“, sprudelte es hinterher aus Lohmann wütend heraus.

Zuvor hatten Ture Ott (11.) und Dragan Muharemi (25.) kurzzeitig für etwas Druck im Speller Strafraum gesorgt, ohne dabei aber wirklich gefährlich zu werden. „Wir haben Rotenburg keine Chance gelassen und wirklich überlegen agiert“, hatte auch Spelles Coach Siegfried Wolters zufrieden beobachtet.

Im zweiten Durchgang wurde die Überlegenheit der Gäste dann noch deutlicher. Während Raming-Freesen in der 50. Minute noch am glänzend parierenden Lohmann scheiterte, war kurz darauf erneut Wald zur Stelle und besorgte das 3:0 (61.). „Wenn wir erstmal schnell nach vorne spielen, sind wir nur schwer zu stoppen“, freute sich Wolters.

Nur zwei Minuten später hatte der RSV Glück, dass der Treffer von Christoph Röttger aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. Es dauerte bis zur 74. Minute, ehe Dragan Muharemi den ersten Schuss der zweiten Hälfte auf den Kasten von Gellhaus abgab. In dieser Szene war der Keeper auch gleichzeitig das letzte Mal im Spiel am Ball gewesen. Auf der anderen Seite ging es dagegen munter weiter: Steffen Menke „spazierte“ ungehindert durch den RSV-Strafraum und schoss aus fünf Metern das 4:0 (83.). „Der Gegentreffer ist sinnbildlich. Die Akkus sind bei uns einfach leer. Es war deutlich zu erkennen, dass wir mental nicht in der Lage waren, uns gegen Spelle zu behaupten. Ich bin nun einfach nur froh, dass Winterpause ist und sich unsere ganzen Verletzten wieder auskurieren können“, erklärte ein sichtlich geknickter Coach Jan Fitschen.

Wie arg gebeutelt der RSV momentan ist, wird beim Blick auf den Spielberichtsbogen noch mal deutlich. Neben Ersatztorwart Lucas Mensing standen nur drei Auswechselspieler auf dem Papier – und einer davon war Fitschen selbt. „Wir gehen alle am Stock. Für eine eventuelle Notsituation habe ich mich mit draufgeschrieben“, so Fitschen, der aber nicht zum Einsatz kommen musste. Eine Schrecksekunde gab es dennoch, da Mittelfeldmann Tobias Kirschke mit Oberschenkelproblemen nach der Pause in der Kabine blieb. „Das passt zu unserer Gesamtsituation“, zeigte sich der Trainer resigniert.

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