Was fällt für die Kreisstadt ab?

Der Besuch von Hannover 96 ist für Rotenburg in erster Linie eine gute Werbung

Hannovers Verteidiger Simon Falette breitet die Arme aus und steht vor einem Werbebanner mit der Aufschrift „Lieblingsplatz“.
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Noch Fragen? Hannovers Verteidiger Simon Falette scheint seinen Lieblingsplatz in Rotenburg gefunden zu haben.  

Profitiert die Stadt Rotenburg eigentlich vom Trainingslager des Zweitligisten Hannover 96? Finanziell eher weniger. Und doch ist der Besuch ein Gewinn, wie Bürgermeister Andreas Weber glaubt.

Rotenburg – Wer auch immer diesen Aufkleber an der Innenseite der Tribünenwand im Ahe-Stadion angebracht hat – es muss schon einige Jährchen her sein. Nicht nur, weil darauf zwei uralte Wappen von Hannover 96 abgebildet sind, sondern auch, weil der Sticker bereits völlig verblichen ist – aus dem kräftigen Grün ist mittlerweile ein blasses Blau geworden. Und doch zeigt er: Hannover 96 – noch bis Samstag in Rotenburg im Trainingslager – hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Die Frage ist nur: Inwiefern profitiert die Kreisstadt vom Fußball-Zweitligisten? Was fällt für sie ab?

Die „Stadionmiete“ für Hannover 96 ist eher gering

Nun, die „Stadionmiete“ – oder auch Nutzungsgebühr genannt – ist eher ein Freundschaftspreis. „Wir verdienen nichts daran. Wir stellen die Kosten, die wir haben, für Personal, Maschinen, Dünger und so weiter, in Rechnung“, erklärt Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Erst vor wenigen Jahren habe die Stadt diese Gebührenordnung für Trainingslager beschlossen. „Wir rechnen das pro Trainingseinheit ab, aber das ist nicht viel“, sagt Weber – genaue Zahlen möchte er nicht nennen.

Einsam und verblichen hängt der Sticker von Hannover 96 an der Innenwand der Tribüne.

Er ist der festen Überzeugung, dass die Stadt aber auch so „einen großen Nutzen“ davon hat, wenn Profimannschaften wie Hannover 96 oder der Hamburger SV hier ihr Quartier aufschlagen. „Dadurch wird für Rotenburg als Sportstadt überregional immer wieder Werbung gemacht.“ Und fühlt sich ein Erst- oder Zweitligist an der Wümme wohl, wird auch das in der Fußballszene weitergetragen. „Wir bekommen immer wieder die Rückmeldung, dass wir eine hervorragende Anlage haben“, betont Weber. Fürs Image der Stadt kann das nur gut sein. „Das ist schon so ein bisschen unsere Corporate Identity“, meint er.

Und ein Bürgermeister auf der Homepage von Hannover 96 – das kommt auch nicht so oft vor. An prominenter Stelle erschien Webers Konterfei dort am Donnerstag unter der Headline „Überraschungsgast kommt mit dem Rad“, dem Trainings-Blog aus der „Roten-Burg“, wie die Leinestädter diesen betitelt haben. Auch das: Werbung für die Wümmestadt.

Ein Lächeln für die Homepage von Hannover 96: Bürgermeister Andreas Weber, fotografiert von Heiko Rehberg, Leiter der Medienabteilung.

Da die Trainingseinheiten der 96er in dieser Woche ohnehin nicht-öffentlich sind, profitieren die Geschäfte in der Fußgängerzone beziehungsweise der Innenstadt zwar nicht von Fußball-Touristen aus Hannover oder der Umgebung. Trotzdem hat der Besuch des Zweitligisten auch für die heimische Wirtschaft einen nicht zu unterschätzenden Wert. Insbesondere für das Hotel „Landhaus Wachtelhof“. Nach Monaten der leeren Betten kann Heiko Kehrstephan, Direktor des Fünf-Sterne-Hauses, in diesen Tagen „ausgebucht“ vermelden. Hannover 96 belegt das komplette Gebäude an der Gerberstraße. Die Größe des Wachtelhofs scheint ideal zu sein für einen Profi-Club, der für sich allein sein möchte.

Dadurch wird für Rotenburg als Sportstadt überregional immer wieder Werbung gemacht.

Andreas Weber

Der nächste prominente Name hat sich in der Kreisstadt übrigens bereits angekündigt – die Stuttgarter Kickers. Zwar handelt es sich nur um die U 19-Bundesligamannschaft, die vom 23. bis 26. Juli kommt, doch profitiert hiervon der Rotenburger SV. Der Oberligist erhält so am 25. Juli einen attraktiven Testspielgegner.

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