Handballtalent Jan-Lukas Heinrich muss seine Karriere beenden / Neuer Trainer beim TuS Rotenburg

Der Handwerker ohne Werkzeug

Statt einer Handball-Karriere beginnt Jan-Lukas Heinrich nun eine Ausbildung zum Krankenpfleger.

Kreis-Rotenburg - Von Lars KattnerROTENBURG · Das Karriereende kam plötzlich. Wegen einer Leistenzerrung besuchte Jan-Lukas Heinrich (20), eines der größten Rotenburger Handball-Talente, im vergangenen Sommer seinen Mannschaftsarzt. Nach eingehenden Untersuchungen folgte dann aber die niederschmetternde Diagnose: Hüftkopfnekrose! Der Traum vom Profi-Handball war damit ausgeträumt.

„Der Hüftknochen wird durch die Erkrankung porös und ist dadurch nicht mehr stabil, bei zu starker Belastung habe ich große Schmerzen“, versucht Heinrich die heimtückische Krankheit möglichst einfach zu erklären. „Die Diagnose war natürlich ein riesiger Schock für mich.“ Es folgten Untersuchungen bei einem Hüftspezialisten in München, doch auch dort konnte man nichts für ihn tun, außer den „Totalschaden“ festzustellen.

n„Diagnose war

nein Schock“

„Es ist, als nimmt man einem Handwerker erst das Werkzeug weg und sägt ihm dann auch noch die Arme ab“, gibt der 20-jährige einen Einblick in sein Seelenleben. „Die psychische Belastung in den ersten Monaten war schon extrem, nicht nur für mich sondern auch für meine Familie. Schließlich war der Handball schon immer unser Leben.“

Mit fünf Jahren begann Heinrich, beim TuS Rotenburg Handball zu spielen. Bis zur C2-Jugend blieb er seinem Heimatverein treu, bevor er sich dann dem ATSV Habenhausen anschloss. Dort avancierte er schnell zum Pechvogel, zahlreiche Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Die erste Saison ohne Verletzugen absolvierte Heinrich erst in seinem ersten Jahr in der Regionalligamannschaft der ATSV-Herren. Mit 150 Toren wurde er dann auch direkt Topscorer seines Teams. Die Folge waren zahlreiche Angebote anderer Vereine, auch aus der zweiten Bundesliga. Wegen der sportlichen Persepektive entschloss sich Heinrich im Sommer 2009 dann, nach fünf Jahren Habenhausen sein Glück beim SV Beckdorf in der Regionalliga zu suchen. Dort konnte er sein Talent aber nicht unter Beweis stellen, denn bereits nach drei Wochen Saisonvorbereitung stoppte ihn die Hüftverletzung, ohne dass er überhaupt ein einziges Punktspiel für seinen neuen Verein bestritten hatte.

„Am meisten fehlt mir das Gefühl, auf dem Spielfeld zu stehen, die Emotionen und die ganze Atmosphäre in der Halle“, blickt Heinrich traurig zurück. Besonders seine Familie und seine Freundin haben ihm aber immer den Rücken gestärkt, um mit dieser schwierigen Situation umzugehen. Eine gute Ablenkung sei außerdem die Arbeit im Diakonie-Krankenhaus in Rotenburg, wo er zurzeit den Zivildienst ableistet. Am 1. April beginnt dort auch seine Ausbildung zum Krankenpfleger.

Ganz wird Heinrich dem Handball allerdings nicht verlorengehen. Als Trainer der B-Jugend des TuS Rotenburg möchte er seine Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben. In der kommenden Woche wird er sich der Mannschaft vorstellen und erste Gespräche mit den Spielern führen.

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