Gesundheitsamt gibt TuS Rotenburg grünes Licht / „Überschaubarer Kostenapparat“

Handballer dürfen nur vor 130 Fans spielen

Jede Menge zu tun: Rotenburgs Teammanager Johann Knodel hat das Hygienekonzept mit entwickelt.
+
Jede Menge zu tun: Rotenburgs Teammanager Johann Knodel hat das Hygienekonzept mit entwickelt.

Rotenburg – Die Saisonvorbereitung steht kurz vor dem Ende, am ersten Oktober-Wochenende starten die Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg in die neue Spielzeit. Zahlreiche schweißtreibende Einheiten standen schon an. Doch nicht nur die Aktiven sind ins Schwitzen gekommen, auch Teammanager Johann Knodel hatte die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn. Warum? Aufgrund der Corona-Krise muss der Verein zahlreiche Vorgaben erfüllen, um vor Publikum spielen zu dürfen. Der Handballverband Niedersachsen (HVN) hat auf seinem Staffeltag einige Richtlinien genannt. Ein Überblick:

Die Pestalozzihalle – Heimspielstätte der Handballer – verfügt normalerweise über ausreichend Kapazitäten. Durch die Corona-Regeln hat Knodel nun ausgerechnet, dass aufgrund des einzuhaltenden Mindestabstandes von 1,50 Meter nur noch 130 Zuschauer in die Halle dürfen. Jeder Sitzplatz ist dann mit einem Kreuz versehen. Da die Pestalozzihalle keine Sitzschalen sondern durchgängige Bänke hat, ist es noch schwieriger, die genauen Abstände einzuhalten. „Da rutschen die Zuschauer unterbewusst eher zu sehr zur Seite. Das ist natürlich für alle nicht zufriedendstellend. Anders geht es aber leider nicht. Wir können an die Leute nur appellieren, sich an die Vorgaben zu halten. Ansonsten macht uns das Ordnungsamt ganz schnell den Laden wieder dicht“, erklärt der 36-Jährige.

Und wie sieht es mit den Karten für Gäste-Fans aus? Wenn es nach dem Spielausschuss gehen würde, sollte jeder Heimverein zehn Prozent der Zuschauerkapazität, mindestens aber fünf Eintrittskarten, dem Gegner auf Anforderung zur Verfügung stellen. Die Clubs verwiesen aber auf die wirtschaftlichen Zwänge, sodass die Zehn-Prozent-Regelung keinen Zuspruch fand. Der Spielausschuss wird dem Präsidium nun einen Vorschlag zur Entscheidung vorlegen. „Uns geht es darum, dass wir die wenigen Karten natürlich an unsere Fans abgeben wollen. Nur so haben wir unseren Heimvorteil. Die Auswärtsspiele werden wir dann wohl ohne Fans bestreiten müssen“, erklärt Knodel.

In Zusammenarbeit mit der Firma Sportlounge haben die Vereine zukünftig die Möglichkeit, ihre Partien zu streamen, sodass alle Spiele online live zu sehen sind. Der Vizepräsident Spieltechnik, Jens Schoof, informierte die Vereine zudem über die bedingten Auflagen, einen Hygienebeauftragten im System „nuLiga“ zu benennen und ein Hygienekonzept auf ihrer Homepage zu veröffentlichen. „Sollte ein Verein kein Hygienekonzept hinterlegen, finden dort keine Heimspiele statt. Die spielleitende Stelle wird gegebenenfalls Wertungen vornehmen“, betont Schoof.

Bei diesen beiden Punkten müssen die Rotenburger keine Befürchtungen haben, schließlich hat das Gesundheitsamt das Hygienekonzept bereits abgesegnet und mit dem Vorsitzenden Bernd Meyer ist der Posten des Hygienebeauftragten besetzt.

Zusammen mit Rotenburgs Handball-Urgestein Friedrich Behrens hat Knodel einen Plan für die Eintrittskarten aufgestellt. So will der Wümme-Club 50 Prozent des Kontingents als Dauerkarten verkaufen, die andere Hälfte im Vorverkauf. „Wenn die Dauerkarteninhaber nicht 30 Minuten vor Spielbeginn vor Ort sind, gehen die Karten in die Abendkasse über. So ermöglichen wir eventuell noch anderen Leuten, mit dabei sein zu können. Zudem verschenken wir dann keine Plätze“, erläutert Knodel. Und der Teammanager fügt hinzu: „Wir sind zum Glück nicht so sehr auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Wir haben einen überschaubaren Kostenapparat. Dadurch geht es uns wirtschaftlich gut, wir überstehen problemlos die Corona-Zeit.“

Des Weiteren sieht das Hygienekonzept vor, dass alle Zuschauer bis zum entsprechenden Sitzplatz einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Sobald der Platz erreicht ist, darf die Maske abgesetzt werden. Während Getränke wie gewohnt verkauft werden, verzichtet der Verein auf Essen. „Eventuell verkaufen wir draußen vor der Halle Bratwurst. In der Halle gibt es aber nichts. Das wäre nur eine Angriffsfläche, dass wir die strengen Vorgaben nicht extakt einhalten. Zumal es ja auch um den Sport gehen soll und nicht ums Essen“, sagt Knodel schmunzelnd.

Von Mareike Ludwig

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Kleiner Freund für die Großstadt: Der Citroën Ami im Test

Kleiner Freund für die Großstadt: Der Citroën Ami im Test

Was sich aus ollen Bananen noch zaubern lässt

Was sich aus ollen Bananen noch zaubern lässt

Trail-Running fordert Läufer heraus

Trail-Running fordert Läufer heraus

Erste Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen

Erste Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen

Meistgelesene Artikel

Schiedsrichter räumt Fehler ein - Sportgericht entscheidet über Wiederholung zwischen RSV und Uphusen

Schiedsrichter räumt Fehler ein - Sportgericht entscheidet über Wiederholung zwischen RSV und Uphusen

Schiedsrichter räumt Fehler ein - Sportgericht entscheidet über Wiederholung zwischen RSV und Uphusen
Fehlstart des TuS Bothel - aber nach dem 0:4 macht Klinger es noch spannend

Fehlstart des TuS Bothel - aber nach dem 0:4 macht Klinger es noch spannend

Fehlstart des TuS Bothel - aber nach dem 0:4 macht Klinger es noch spannend
Mutmaßlicher Mord an Amadou Diabate: Polizei sucht nach einem jungen wichtigen Zeugen

Mutmaßlicher Mord an Amadou Diabate: Polizei sucht nach einem jungen wichtigen Zeugen

Mutmaßlicher Mord an Amadou Diabate: Polizei sucht nach einem jungen wichtigen Zeugen
TuS Fintel: Kezer holt die Schuhe wieder raus

TuS Fintel: Kezer holt die Schuhe wieder raus

TuS Fintel: Kezer holt die Schuhe wieder raus

Kommentare