Top-Scorer der Hurricanes beendet Karriere / „Ironie des Schicksals“ / Vor über 2 000 Fans in Halle

Die Hand zwingt Birk zum Ausstieg

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Dezember 2013: Florian Birk in der Oberliga – in seinem letzten Heimspiel gegen die BSG Bremerhaven II. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseFlorian Birk geht mit der Zeit. Also verkündete der Routinier der BG ’89 Hurricanes sein Karriereende via Facebook – der 33-Jährige postete symbolhaft ein Foto seines am Nagel hängenden Trikots mit der Nummer acht. „Ich plage mich schon länger mit einer Handverletzung herum, die mich jetzt doch zum Aufhören gezwungen hat. Es ist wirklich sehr schade, aber nicht zu ändern. Meine Hände sind nunmal meine Arbeitswerkzeuge“, erklärte der Top-Scorer, der im Team des Basketball-Oberligisten von heute auf morgen eine Riesenlücke reißt.

168 Punkte erzielte Birk in den bisherigen acht Saisonspielen – macht 21 im Schnitt und Platz drei im Ranking der Liga. Im Team der Hurricanes kommt hinter dem Physiotherapeuten lange Zeit nichts – erst Jörn Thoden folgt ihm mit 59 Punkten. Logisch, dass Coach Thomas König das Aus seines besten Shooters überhaupt nicht gefällt. „Sicher ist das keine einfache Situation für uns, aber ich kann ihn schon verstehen“, sagt er.

Für Florian Birk ist es die „Ironie des Schicksals“, dass er ausgerechnet jetzt, wo es für ihn so gut läuft, aufhören muss. Doch der Linkshänder und Dreierexperte würde es nicht tun, wenn ihn die Probleme an der rechten Hand nicht dazu zwingen würden. Dafür hängt er, der gebürtige Rotenburger, der inzwischen in Veersebrück wohnt, viel zu sehr am Verein. Dafür hätte er vor anderthalb Jahren nicht entgegen mancher Widerstände so massiv und erfolgreich gegen einen freiwilligen Rückzug aus der 2. Regionalliga gekämpft. Inzwischen ist das Team zwar abgestiegen, hat aber einige junge Spieler integriert und wieder eine Perspektive. „Allein das war es schon wert“, sagt Birk.

Im Team ist er unter den Stammkräften der letzte gewesen, der schon vor mehr als zehn Jahren noch vor voller Tribüne in der 1. Regionalliga spielte; damals als „Lehrling der goldenen Generation“ – also an der Seite von Knut Nagel, Sven Sackmann oder Christoph Cordes. Der damalige Coach Kevin Magdowski hatte ihn 2003 hochgezogen. Echte Highlights für den Flügelspieler und Dreierexperten waren neben dem ungeschlagenen Aufstieg in die 1. Regionalliga im Jahr 2004 vor allem die damaligen Duelle mit dem Europapokalsieger SV MBC Halle, der nach seinem Zwangsabstieg mit der BG ’89 in einer Liga ran musste. „Wir haben dort vor über 2 000 Zuschauern gespielt – das war schon cool“, erinnert sich Florian Birk.

Inzwischen ist er längst der altgediente „Geselle“, der Routinier im Team, von dem die Talente lernen. Seine Erfahrung wird er künftig zwar nicht mehr direkt auf dem Feld weitergeben („Vielleicht werde ich irgendwann nochmal aushelfen, aber der feste Spielbetrieb ist eingestellt“), doch verschwinden wird Birk bei den Spielen nicht. „Ich bin natürlich weiter auf der Bank dabei – das ziehe ich bis zum Schluss durch.“ In welcher Funktion er zukünftig tätig sein wird, weiß er noch nicht. Klar ist für Birk allerdings: „Ich habe so viel vom Verein gekriegt, dann muss ich auch was zurückgeben. Ich muss mich aber erst sortieren. Und dabei immer den Kopf oben halten – dann sieht man auch die Türen, die aufgeben.“

Kompensieren soll den Verlust nun vor allem Hauke Sievers, dessen Comeback nach seiner Schulterverletzung naht und der sogar schon wieder im Training steht.

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