Jeersdorfer Rotsündern drohen Konsequenzen / „Sowas passiert nicht grundlos“

Hallen-Hauerei hat Nachspiel

Kreis-Rotenburg - Von Daniel CottäusTARMSTEDT · Sicherlich hatten sich die Veranstalter des Halbfinales der Hallenkreismeisterschaft in Tarmstedt packende Duelle gewünscht. Was sich aber nach dem letzten Spiel in Gruppe 2 zwischen den Fußballern des TV Stemmen (Kreisliga) und des SV Jeersdorf (2. Kreisklasse) abspielte, hatte mit Sport nichts mehr zu tun. Nach Tumulten auf dem Platz und auf der Tribüne standen am Ende drei Rote Karten gegen Jeersdorfer Spieler und jede Menge Fragezeichen zu Buche.

„Das war ein in allen Belangen unsportliches Verhalten“, verurteilt Klaus Piel, Leiter der Hallenkreismeisterschaft, die unschönen Szenen.

Was war passiert? Im letzten Spiel des Turniers hätte den Jeersdorfern gegen die bereits für die Endrunde qualifizierten Stemmer nur noch ein Sieg das Weiterkommen ermöglicht. In einer hitzigen Partie, in der von beiden Seiten verbal provoziert wurde, sah der Jeersdorfer Alexander Sauer 30 Sekunden vor Schluss wegen Nachtretens gegen den Stemmer Kapitän Jan Jeschke die Rote Karte von Referee Dirk Janzik (TV Sottrum).

Nach dem Abpfiff – der Kreisligist hatte mit 4:1 gewonnen – kochten die Emotionen dann über. So bespuckte Jeersdorfs Sergej Terbach Jeschke – und sah ebenso wie sein Teamkollege Enrico Veckenstedt (Schiedsrichterbeleidigung) die Rote Karte. Auch auf der Tribüne kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Anhängern beider Teams. „Was meine Jungs gemacht haben, war nicht in Ordnung“, betont Jeersdorfs Coach Izet Kucevic, spielt aber zugleich auf gezielte Provokationen der Stemmer an: „Sowas passiert eben nicht grundlos.“

Kucevic selbst geriet auf der Tribüne mit Stemmens Betreuer Jaime Wink aneinander. Es kam zu einem Handgemenge, an dem auch Kucevic’ Sohn Denis beteiligt war und an dessen Ende der im Gesicht getroffene Wink einen Rettungswagen kommen ließ.

Stemmens Trainer Heiko Schreiber, der ebenfalls auf der Tribüne stand, schildert die Szene so: „Ich kenne Jaime – klar ist er etwas laut. Aber das Verhalten der Jeersdorfer war unter aller Würde.“ Auf dem Platz war die Turnierleitung hingegen damit beschäftigt, die Namen der Rotsünder ausfindig zu machen. „Wir hatten die Passmappe schon zurückgegeben“, erklärt Piel. So waren die Veranstalter nicht mehr in der Lage, den Rückennummern Namen zuzuordnen. „Ich hatte die Mappe und bin nach den Tumulten nach Hause gefahren“, erklärt Kucevic.

Einen Tag nach den Ausschreitungen konnten die Rotsünder dann ermittelt werden – und müssen nun mit einer Strafe des Sportgerichts rechnen. „Sicher wurden unsere Spieler provoziert. Trotzdem toleriere ich ihr Verhalten nicht“, betonte Jeersdorfs Fußball-Spartenleiter Dieter Raupach.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Was bringt Ridepooling wirklich?

Was bringt Ridepooling wirklich?

Streiks in Frankreich gehen in neue Runde

Streiks in Frankreich gehen in neue Runde

Meistgelesene Artikel

„Qualität für die Bezirksliga ist da“

„Qualität für die Bezirksliga ist da“

Linke und Lauridsen leiten zum Sieg

Linke und Lauridsen leiten zum Sieg

Kelms „Sahnetag“

Kelms „Sahnetag“

Muche: „Die sind mit allen Wassern gewaschen“

Muche: „Die sind mit allen Wassern gewaschen“

Kommentare