Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 11

Triathlet Niels Halatsch ist noch lange nicht satt

Sportler des Jahres 2018: Niels Halatsch war nicht zu schlagen.
+
Sportler des Jahres 2018: Niels Halatsch war nicht zu schlagen.

Rotenburg – An den 22. Februar 2019 kann sich Niels Halatsch noch ganz genau erinnern. Den dunklen Saal, die flackernden Lichter und die hellerleuchtete Bühne in der Pestalozzihalle hat er noch direkt vor Augen. An jenen Abend wurde der Triathlet des TuS Rotenburg unter anderem für seine starke Leistung beim Ironman auf Hawaii zum „Sportler des Jahres 2018“ gekürt.

„Das war für mich sehr aufregend und etwas ganz besonderes. Ich werde nie den Moment vergessen, als mein Name als letzter aufgerufen wurde. Ich musste erstmal realisieren, dass mein Name genannt wurde und ich demzufolge Sportler des Jahres 2018 wurde“, blickt Halatsch gerne an die Auszeichnung zurück.

Beachtliche 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen standen für Halatsch bei der WM auf Hawaii seinerzeit auf dem Programm. Nach 9:45:40 Stunden kam der Ausdauersportler überglücklich ins Ziel. „Ich hätte mich bei der Sportlerwahl auch für andere Athleten gefreut. Doch die Bestätigung und die Anerkennung, die ich von der Stadt und den Menschen bekommen hatte, waren super erfüllend für mich. Da das Ironman-Training eine Menge Aufwand und Entbehrungen mit sich bringt. 2018 war bislang der Höhepunkt meiner Karriere“, betont der damalige Sieger, der bereits seit 20 Jahren im Triathlonsport erfolgreich aktiv ist.

Neben der WM auf Hawaii hatte Halatsch 2018 noch bei weiteren Wettkämpfen auf sich aufmerksam gemacht. So zum Beispiel beim Ironman 70.3 in Dubai über die halbe Distanz. Mit seiner Zeit von 4:18 Stunden erreichte er den 54. Gesamtplatz sowie den guten neunten Rang seiner Altersklasse M 30 bis 34.

Momentan ist es um den Ironman etwas ruhiger geworden. Das liegt aber nicht daran, dass sich der Mulmshorner von der Sportbühne bereits verabschiedet hat, sondern daran, dass ihn die Corona-Krise dieses Jahr quasi komplett ausgebremst und ihm keine Wettkämpfe ermöglicht hat. Während er sich im Frühjahr noch nicht sonderlich beeinträchtigt von der Pandemie gezeigt hatte, plagt sich Halatsch rund neun Monate später mittlerweile doch etwas mit Motivationsproblemen herum. „Ohne konkrete Ziele ist es manchmal schwer, sich aufzuraffen“, gesteht er.

Doch der ehrgeizige Sportler lässt sich nicht unterkriegen. „Ich versuche seit der Zwangspause, mir andere Trainingsformen im Bereich ,Movement Mobility‘ und dem eigenen Körpergewicht anzueignen. Bei uns auf dem Lande finde ich es recht entspannt. Die meist negativen Nachrichten und die Informationsflut tun mir aber nicht so gut, daher versuche ich, Corona-Meldungen in der Regel zu meiden beziehungsweise davon nur die wichtigsten Informationen herauszufiltern“, erklärt der 32-Jährige.

Während der Triathlet sein Rad- und Lauftraining wie gewohnt absolvieren kann, fehlen ihm indes die Schwimmeinheiten. „Das Element Wasser erfüllt mich immer sehr. Egal, wie der Leistungszustand ist – einfach mal tief Luft holen, abtauchen, gleiten und sich vom Wasser tragen lassen. Das bedeutet mir sehr viel“, sagt Halatsch.

Ebenfalls sehr wichtig ist ihm seine Familie. Im Sommer ist der Berufssoldat zum ersten Mal Vater geworden. „Meine Familie und meine Tochter halten mich momentan auf Trab. Wir pushen uns gegenseitig und versuchen, ein gewisses Niveau zu halten und uns dabei nicht zu verlieren. Seit der Geburt unserer kleinen Tochter habe ich mein inneres Kind wieder entdeckt und angefangen, mir einige der neueren Lego-Sets zu kaufen. Der Aufbau ist ein toller Ausgleich und macht mir riesig Spaß“, so Halatsch über sein neues Hobby.

Trotz aller Einschränkungen zieht der Langstrecken-triathlet ein positives Jahresfazit. „Ich freue mich, dass ich so viel Zeit für meine Familie hatte. Ich konnte meine kleine Tochter so oft sehen, wie es unter normalen Umständen nicht möglich gewesen wäre. Zudem habe ich einen kleineren Co2-Fußabdruck durch das fehlende Training im Ausland gesetzt“, freut sich Halatsch.

Für das Jahr 2021 hat er sich bereits Ziele gesetzt. Gerade lasse ich das Leben corona-bedingt auf mich zukommen. Sobald es wieder möglich ist, sich planbar auf Wettkämpfe vorzubereiten, werden meine Ziele wieder konkreter. Ich würde gerne eine Mitteldistanz machen und im darauffolgenden Jahr wieder eine Langdistanz“, blickt der Triathlet optimistisch voraus.

Halatsch geht gedanklich sogar noch einen Schritt weiter und will sich in den kommenden Jahren erneut für den Ironman auf Hawaii qualifizieren. „Meine Stärken liegen darin, immer das Gute in schwierigen Situationen zu sehen und optimistisch in die Zukunft zu blicken. In fünf Jahren habe ich mit meiner Familie ein eigenes Haus gebaut, zwei Kinder, bin ein fitter Vater, war ein weiteres Mal auf Hawaii, schaue erfahrener auf die Vergangenheit und freue mich auf die Zukunft“, zählt der 32-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht seine persönlichen Zukunftspläne auf. Sicherlich sind dann immer noch die Bilder vom 22. Februar 2019 ganz genau in seinem Kopf gespeichert. Und wer weiß, sollte es tatsächlich mit einer erneuten WM-Qualifikation für den Ironman auf Hawaii klappen, wäre Halatsch bestimmt auch wieder ein heißer Kandidat für den Titel „Sportler des Jahres“ – und dann würde sein Name wieder als letztes aufgerufen werden.

Traumhafte Kulisse: Triathlet Niels Halatsch war im vergangenen Sommer mit seiner Familie in den Alpen unterwegs. In den Bergen lässt es sich für ihn besonders gut trainieren.
Geschafft: Niels Halatsch ist 2020 den Gotthardpass hochgefahren.
Im Ziel: Niels Halatsch meistert 2018 den schwersten Triathlon.
Entlang der Palmen: Niels Halatsch war 2018 beim Ironman auf Hawaii.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe

TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe

TV Sottrum vergibt zu viele Chancen und verliert beim TuS Sudweyhe
Lotta Stach steigt bei den Hurricanes aus

Lotta Stach steigt bei den Hurricanes aus

Lotta Stach steigt bei den Hurricanes aus
Mazur reist als Mechaniker zu diversen Motocross-Rennen in Europa

Mazur reist als Mechaniker zu diversen Motocross-Rennen in Europa

Mazur reist als Mechaniker zu diversen Motocross-Rennen in Europa
RSV absolvierte Ablösespiel von Marcel Marquardt beim TuS Heidkrug

RSV absolvierte Ablösespiel von Marcel Marquardt beim TuS Heidkrug

RSV absolvierte Ablösespiel von Marcel Marquardt beim TuS Heidkrug

Kommentare