Triathlet baut eigenes Fitnessgerät im Garten und findet zu mehr Leichtigkeit

Halatsch entdeckt sich neu

Das eigene Fitnessgerät im Garten: Triathlet Niels Halatsch und seine Freundin Juliane Nüser haben die aktuelle Zwangspause genutzt und eine sogenannte „Monkey-Bar“ gebaut. Mit verschiedenen Kraftübungen halten sich die beiden daran fit.

Mulmshorn - Von Mareike Ludwig. Hangeln, Klimmzüge, Aufschwünge oder Dips – von außen betrachtet kommt einem schnell der Gedanke, dass Niels Halatsch unter die Turner oder Kraftsportler gegangen ist. Doch weit gefehlt: Der 31-Jährige geht seinem Sport nicht „fremd“, er ist nach wie vor als Triathlet aktiv. Halatsch hat sich nur eine Trainingsalternative in der aktuellen Corona-Krise gesucht und diese im eigenen Garten quasi selbst verwirklicht. Und da Not bekanntlich erfinderisch macht, kam Halatsch die Idee mit der Hangelleiter.

Die sogenannte „Monkey-Bar“ umfasst neben der Hangelleiter noch einen Barren sowie eine Turnstange. Zusammen mit seinem Vater Michael und seiner Freundin Juliane Nüser, die Sport- und Fitnessökonomie studiert hat und somit vom Fach ist, hat der Triathlet sein eigenes Fitnessstudio im Garten errichtet. „Mein Vater ist zum Glück Handwerker und hat uns bei der Zeichnung und der Umsetzung geholfen. Die Holzständer haben wir in Betonfundamente gestellt und dann die Alustangen in die Konstruktion verschraubt. Im Nachhinein habe ich gleich gedacht, warum ich nicht schon eher auf die Idee gekommen bin. Das Gerät ist super geworden und richtig effektiv“, erzählt der Berufssoldat stolz.

Das tägliche Krafttraining verbringt Halatsch somit wie ein kleines Äffchen (das englische Wort „monkey“ bedeutet übersetzt Affe) an den verschiedenen Stangen. Die Hangelleiter nutzt der Mulmshorner aber nicht nur, um seine Muskulatur zu stärken, sondern auch, um seine Bewegungsvielfalt zu schulen. Der Ausdauerathlet hat durch seine Freundin den Movement-Gedanken für sich entdeckt. „Wir müssen an unseren Ursprung zurückdenken. Unsere Beweglichkeit ist in all den Jahren auf der Strecke geblieben, die Menschen sind viel zu steif. Ich trainiere jetzt mit einem anderen Bewusstsein“, verrät Halatsch, der sich daher täglich für sieben Minuten an die Stangen hängt und zudem 30 Minuten in der tiefen Hocke sitzt. „Aber natürlich nicht am Stück, sondern über den Tag verteilt“, sagt der 31-Jährige lachend.

Während Halatsch in der vergangenen Zeit sehr verbissen trainiert und gelebt hat, hat kürzlich ein Umdenken bei ihm stattgefunden. Die Geburt seiner Tochter habe ihn geerdet, wie er sagt. Früher habe er seinen Tag nach seinem Trainings- und Ernährungsplan gestaltet. „Ich war total fokussiert und habe keine Ausnahmen gemacht. Nun sehe ich den Sport etwas entspannter und mit mehr Leichtigkeit. Durch unsere Tochter habe ich jetzt eine andere Fürsorge“, sagt er.

Durch die neu entdeckte Leichtigkeit blickt er auch gelassen auf die derzeitigen Einschränkungen durch die Corona-Krise. „Bei mir ist alles paletti“, sagt er gut gelaunt. Zwar fallen alle Wettkämpfe aus, doch deshalb steckt er den Kopf nicht in den Sand. „Die Situation ist für alle Athleten gleich, wir können es nicht ändern. Wenn ich das Thema zu sehr an mich heranlasse, strahle ich negative Energie aus“, so Halatsch. Seine Saisonvorbereitung hat er daher jetzt komplett umstrukturiert. „Da keiner weiß, wann es wieder losgeht, habe ich das Pensum erst einmal heruntergefahren und die Intensität ebenfalls rausgenommen. Ohne Stichtag funktionieren die langen Trainingseinheiten nicht, das ist psychisch nicht auszuhalten“, beschreibt der Langstreckenathlet, der 2018 beim Ironman auf Hawaii am Start war.

Somit stehen derzeit kürzere Läufe, Stabilisationsübungen, Krafteinheiten und verschiedene Radstrecken auf dem Programm. „Das Schwimmen fällt leider komplett weg. Die Seen sind noch zu kalt, durch die niedrige Wassertemperatur würde ich mein Immunsystem zu sehr schwächen“, erklärt der Leistungssportler. Seinen Saisonhöhepunkt hat er bewusst in den Dezember gelegt, um der Corona-Pandemie zumindest auf Wettkampfsicht auszuweichen. In Bahrain will der Triathlet beim Ironman 70.3 starten. Bis dahin schwingt Halatsch sicherlich noch etliche Male an seiner „Monkey-Bar“ im Garten fleißig hin und her.

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