„Ich komme wieder“

Mulmshorner Triathlet Halatsch meistert Ironman in Bestzeit

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Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Hände vors Gesicht geschlagen, die Deutschland-Flagge um die Schultern gelegt – beim Überqueren der Ziellinie auf dem Ali´i Drive brachen die Emotionen aus Niels Halatsch heraus. „Mein großer Traum ist in Erfüllung gegangen“, betonte der 30-jährige Mulmshorner. Er finishte nicht nur beim legendären Ironman auf Hawaii, er blieb bei seiner Premiere unter zehn Stunden. Nach 9:45:40 Stunden stoppte die Uhr – eine neue Bestzeit für den Triathleten des TuS Rotenburg über die Distanz von 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und dem Marathonlauf.

„Die letzten zwei Kilometer waren die schönsten meines Lebens. Meine Familie und Freunde riefen mir zu und übergaben mir eine Deutschland-Flagge“, berichtete Halatsch und versprach noch vor dem Rückflug: „Ich komme wieder.“

Früh am Morgen tat es Halatsch den meisten Konkurrenten bei den Agegroupern – den Altersklassen-Läufern – nicht gleich. Da auf Hawaii ein Neoprenverbot aufgrund der hohen Wassertemperaturen herrscht, entschied er sich, nicht im üblichen Wetsuit zu schwimmen, „sondern ganz oldschool mit Badehose“. Halatsch kam gut von der Startlinie weg und platzierte sich im vorderen Feld der Teilnehmer. „Gleich an der ersten Boje ging die Prügelei schon los“, bemerkte er, schwamm die Strecke aber relativ entspannt und kam nach 59:26 Minuten aus dem Wasser.

„Das Radfahren lief einfach super. Die Bedingungen waren unglaublich“, erzählte Halatsch, der seine angepeilten Leistungswerte erreichte. Wie viel auf 180 Radkilometern jedoch passieren kann, erfuhr er auch. Durch das Training im Vorfeld wusste er um die ausbesserungswürdigen Straßen rund um Kona/Captain Cook. Bei Kilometer 20 brach ihm seine Aerotrinkflasche an der Halterung ab und verabschiedete sich. Unterm Sattel hing wenigstens noch die herkömmliche Flasche. Durch die Lavafelder mit Blick auf den Pazifik ging es zum Wendepunkt. Allerdings spielte bei Kilometer 80 die elektronische Funkschaltung verrückt und legte immer wieder den größten Gang ein. „Auch das noch – anhalten“, schilderte Halatsch. „Neustart des Systems. Akkus raus und wieder rein – dann konnte ich zum Glück wieder schalten.“ Der nächste Defekt folgte bei Kilometer 150, als die Kette absprang und der zweite unfreiwillige Halt nötig war. Dennoch war Halatsch enorm schnell unterwegs. „Mit einer Fabelzeit von 4:48 Stunden für die 180 Kilometer, also einem Schnitt von fast 38 Kilometern pro Stunde“, rechnete er vor.

Das Laufen hatte ihm schon im Vorfeld wegen seiner Achillessehnenprobleme die größten Sorgen bereitet. „Meine Devise war daher: Locker bleiben und locker loslaufen.“ Bis zum ersten Wendepunkt wurde er von vielen überholt, ließ sich aber nicht verrückt machen. Bei mittlerweile mehr als 30 Grad im Schatten und hoher Luftfeuchtigkeit machten sich die fehlenden Laufkilometer allmählich bemerkbar. Die Geschwindigkeit fiel von 4:40 Minuten pro Kilometer schließlich auf 5:15 bis 5:30 Minuten. „Vier Kilometer vor dem Ziel setzten auch noch Krämpfe im hinteren Oberschenkel ein. Gerade dort, wo sich eine deutsche Fan-Meile postiert hatte“, so Halatsch. Er dehnte und ging erst mal nur locker. „Kurze Zeit später war das Laufen wieder möglich“ – und das Ziel nah. 3:50:16 Stunden benötigte der Soldat für den Marathon und kam so als 117. seiner Altersklasse (M 30 - 34) und auf Gesamtplatz 509 aller Männer ins Ziel.

Lesen Sie auch: So hat sich Niels Halatsch auf den Ironman vorbereitet

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