Der Ex-Profi brachte Heeslingen jahrelangen Erfolg – seit dem Sommer ist er auf Job-Suche

Gütschow in der Warteschleife

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Auf der Trainerbank saß Torsten Gütschow (vorne) schon seit mehr als vier Monaten nicht mehr. ·

Kreis-Rotenburg - Von Matthias FreeseHEESLINGEN · Sieben Jahre lang arbeitete Torsten Gütschow mit großem Erfolg als Trainer des TuS Heeslingen, führte den Verein 2010 sogar in den DFB-Pokal. Doch im Sommer kam mit dem Rückzug des Teams aus der Fußball-Oberliga und dem Neuanfang als Heeslinger SC das Aus für ihn. Seither ist der 51-Jährige auf Job-Suche und bei der Agentur für Arbeit gemeldet.

„Ich bin schwer vermittelbar“, weiß Gütschow, dass er vom Arbeitsamt nicht wirklich auf Angebote aus seiner Branche hoffen kann. „Das geht ja jedem Profitrainer so.“ Derzeit ist der mehrfache Torschützenkönig der DDR-Oberliga ohnehin krankgeschrieben. Er musste sich einer Operation am großen Zeh unterziehen, fällt nun statt einiger Wochen schon seit zweieinhalb Monaten aus.

Der größte Verlierer

der Steuer-Affäre?

  Doch Gütschow will möglichst schnell zurück auf den Trainingsplatz, und das nicht nur gelegentlich, wenn er für die Fußballschule von Dieter Burdenski tätig ist. „Momentan kann ich mich mehr um meine Kinder kümmern“, wirkt er zwar gelassen, sagt aber im selben Atemzug auch: „Ohne Fußball geht es nicht.“

Seit dem 1. Juli, seit mehr als vier Monaten, muss er sich mit dieser Situation arrangieren. Auch wenn er es selbst nicht so sieht: Gütschow, so scheint es, ist der größte Verlierer des ganzen Heeslinger Schlamassels, ausgelöst durch die Steuer-Affäre. Er, der Garant des langjährigen Erfolgs, wurde fallengelassen, aufs Abstellgleis geschoben. Angeblich nicht mehr zu finanzieren. Seine einstigen Schützlinge stehen hingegen weiterhin alle unter Vertrag. Die meisten sogar beim Nachfolgeverein, dem Heeslinger SC, in der Landesliga. „Mich wundert es schon, dass so viele Leute gehalten wurden, selbst Kevin Rehling. Ich hätte erwartet, dass sie dann auch um die Meisterschaft mitspielen. Aber der Aufstieg wird wohl ohne Heeslingen stattfinden“, sagt Torsten Gütschow.

Er selbst schaut sich die Heeslinger nur noch in der Tabelle an. Lediglich ein Mal, in der zweiten Halbzeit des Heimspiels gegen Eintracht Lüneburg, ließ sich der letzte DDR-Fußballer des Jahres im Waldstadion blicken. Ansonsten ist Gütschow eher auf anderen Plätzen und in anderen Ligen zu finden: „Ich war ein paar Mal in Dresden, gucke viel in Cloppenburg oder Meppen in der Regionalliga. Ich muss viel unterwegs sein, um dranzubleiben.“

Mindestens zwei Mal war er auch schon dicht dran, was ein neues Engagement angeht. Mit dem BV Cloppenburg und dem BSV SW Rehden sei er in Kontakt gewesen. „Aber das ist erstmal ad acta gelegt“, so Gütschow. Oberliga sollte es für den Sachsen dabei schon sein. „Noch tiefer ist es schon schwer“, meint der Fußballlehrer. Und er versucht gleichzeitig, mit einem Vorurteil aufzuräumen: „Alle denken immer, ich bin zu teuer. Aber das ist doch ein Witz.“

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