Noch keine Generalabsage im Kreis

Grünes Licht aus dem Hotspot - tritt der Rotenburger SV in Lohne an?

Neben den Schuhen gehört auch die Maske zur Ausstattung der Fußballer. Ob diese Maßnahme allein vor einem Lockdown schützt, ist allerdings sehr fraglich.
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Neben den Schuhen gehört auch die Maske zur Ausstattung der Fußballer. Ob diese Maßnahme allein vor einem Lockdown schützt, ist allerdings sehr fraglich.

Rotenburg – Corona-Spielausfälle und kein Ende! Trotz einer sehr dynamischen Entwicklung und steigender Zahlen in mehreren Fußballvereinen bleibt es aktuell (noch) bei vereinzelten Absagen. Eine komplette Absetzung des Spieltages ist an diesem Wochenende – so der Stand von Freitagabend – weder vonseiten des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) noch auf Kreisebene vorgesehen. Das bestätigt Frank Michaelis, Vorsitzender des Kreis-Spielausschusses, auf Nachfrage. Auch der Oberligist Rotenburger SV tritt voraussichtlich am Sonntag bei Blau-Weiß Lohne aus dem Kreis Vechta, einem Risikogebiet, an.

„Achtung: Mit einer Inzidenzzahl von 69,93 ist der Landkreis Vechta aktuell ein Corona-Hotspot!“, warnt die Behörde seit Donnerstag auf ihrer eigenen Homepage eindringlich. Auslöser: In einem Pflegeheim in Vechta hatten sich vor einer Woche mehr als 50 Bewohner und Pflegekräfte infiziert. Trotzdem berichtet Torsten Krieg-Hasch, Sportlicher Leiter des Rotenburger SV, nach Rücksprache mit Blau-Weiß Lohne: „Sie haben vom Landkreis grünes Licht für das Spiel bekommen und dürfen 500 Leute mit Abstandsregeln ins Stadion lassen, weil sie ein tolles Hygienekonzept haben.“ Krieg-Hasch lobt ausdrücklich den Austausch mit Lohne, sieht der Austragung der Partie allerdings mit sehr gemischten Gefühlen entgegen: „Grundsätzlich wollen wir natürlich spielen. Aber der Kopf spielt schon mit, man macht sich Gedanken, ob es richtig ist, ins Hochrisikogebiet zu fahren. Man fühlt sich nicht wohl dabei“, gesteht er. Coach Tim Ebersbach ergänzt: „Lohne hat es uns freigestellt, ob wir spielen.“ Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Auch der RSV ist mittlerweile direkt betroffen – drei Spieler befinden sich vorsorglich in Quarantäne. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme der Schule und des Arbeitgebers, sie sind keine Verdachtsfälle“, betont Ebersbach.

Deutlich dramatischer ist die Situation beim Landesligisten FC Verden 04. Dort sind inzwischen elf Spieler mit dem Virus infiziert, die komplette Mannschaft befindet sich bis einschließlich 16. Oktober in Quarantäne. Im Nachbarkreis hatte der Fußball-Boss Kurt Thies die Vereine am Donnerstag zu einer Krisensitzung gebeten. Der 66-jährige Kreisvorsitzende befürchtet den Worst Case: „Das Ding droht uns aus dem Ruder zu laufen!“

Der FC Verden 04 ist dabei nicht der einzige Landesligist, der pausieren muss. Einen positiven Fall gibt es auch bei Teutonia Uelzen, sodass die Partie bei der SV Ahlerstedt/Ottendorf gecancelt wurde. Wegen eines Verdachtsfalles beim VfL Lüneburg wurde zudem das Spiel gegen den VfL Westercelle abgesetzt.

In der Bezirksliga fallen zwei Begegnungen des Spieltages aus. Die Freitagspartie des TV Oyten gegen den betroffenen SVV Hülsen (zwei Spieler in Quarantäne) und des FC Schwanewede gegen den SV Pennigbüttel. Der Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst hat als Vorsichtsmaßnahme alle Spiele für das Wochenende abgesagt.

Im Kreis Rotenburg gilt derzeit die Gemeinde Gnarrenburg als Risikogebiet. Wie berichtet, hatte der Landkreis auf die steigenden Zahlen reagiert und Vereinen aus der Gemeinde Mannschaftssport bis einschließlich 25. Oktober untersagt. Das Verbot auf den gesamten Kreis auszuweiten, davon hält der Spielausschussvorsitzende Frank Michaelis (noch) nichts. „Den Spielbetrieb der anderen Vereine lassen wir nicht ruhen. Das würde derzeit zu weit führen. Wenn eine Mannschaft aber Bedenken hat, setzen wir lieber ein Spiel mehr ab. Wir hoffen, einigermaßen durch die Saison zu kommen. Die Zahlen sehen aber nicht gut aus“, befürchtet Michaelis, dass bald eine Verfügung für alle Vereine im Kreis gelten könnte.

Einen Corona-Flächenbrand auf den Sportplätzen hatte der Kreisvorsitzende Uwe Schradick Anfang der Woche noch nicht in Erwägung gezogen. Er attestierte vielmehr, dass sich die Umsetzung der Corona-Maßnahmen „bei allen Vereinen sehr gut eingespielt hat – der eine oder andere ist vielleicht etwas luschiger, aber insgesamt zeigen unsere Vereine viel Fingerspitzengefühl.“ Doch aufgrund der Dynamik steuert der Fußball derzeit einem Lockdown entgegen.

Von Matthias Freese, Mareike Ludwig Und Frank Von Staden

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