Rotenburg steht nach 21:25 im Kellerduell auf einem Abstiegsplatz

Das große Hadern

Dafür gibt es zwei Minuten: Lukas Misere packt gegen Barnstorfs Kevin Heemann (am Ball) kurz vor der Mittellinie kraftvoll zu. Fotos: Freese

Diepholz - Von Matthias Freese. Ungeduldig tippte Jörg Leyens auf seine Armbanduhr. „Ich hab‘ noch 80 Kilometer zu fahren“, bemerkte der Trainer des TuS Rotenburg, während die anberaumte Pressekonferenz am fortgeschrittenen Samstagabend noch auf sich warten ließ. Seine Laune war nicht die beste – nachvollziehbar. Denn: Für seine Oberliga-Handballer ist es nach der 21:25 (12:12)-Pleite im Kellerduell bei der HSG Barnstorf/Diepholz inzwischen fünf vor zwölf. Rotenburg ist seit acht Spielen, seit Ende November, sieglos und durch die Niederlage nun auf einen Abstiegsplatz abgerutscht.

„Man kann bei solchen Spielen keinen Schönheitspreis gewinnen“, stellte Barnstorfs Coach Heiner Thiemann nach einer auf beiden Seiten verkrampften und fehlerhaften Partie fest. Dass das Pendel in der Diepholzer Mühlenkamphalle letztlich zugunsten der Gastgeber ausschlug, lag nicht nur am kürzlich nachverpflichteten russischen Linkshänder Yury Pishchukhin (kam vom TuS Derschlag aus der Oberliga Niederrhein). Er traf zwar sechsmal, vor allem aber zeigte der Litauer Donatas Biras im Tor starke Paraden.

Auch Rotenburgs Keeper Yannick Kelm hatte einen guten Tag erwischt und war neben Rückraumakteur Jens Behrens maßgeblich daran beteiligt, dass sein Team früh mit 5:1 (11.) und 9:4 (17.) führte. „Wir sind furios gestartet, es hat alles super geklappt“, meinte Leyens. „Rotenburg war sehr gut auf unsere 3:2:1-Deckung eingestellt“, gestand Thiemann und reagierte mit einer 5:1-Abwehr. Die Folge: Noch vor der Pause glich Pishchukhin erstmals für Barnstorf aus – 12:12 (29.).

Ab der 39. Minute begann die für Rotenburg verhängnisvolle Phase mit vier Zeitstrafen innerhalb von vier Minuten, sodass kurzzeitig nur drei Feldspieler auf der Platte standen. Barnstorf zog dadurch auf 18:13 nach einem Siebenmeter von Jan Linné davon (42.). „Genauso wie wir Trainer, sollten sich die Schiedsrichter so ein Spiel hinterher noch mal anschauen“, haderte Leyens mit einigen Entscheidungen der Referees Jan Bröcker/Markus Richter (TV Bissendorf/TSG Burg Gretesch). „Damit haben sie unheimlich Hektik hereingebracht. Sie haben vollkommen anders als in der ersten Hälfte gepfiffen.“

Zudem erlaubten sich die Rotenburger in diesem Stadium viel zu viele Fehlwürfe und Ballverluste. Das backige Spielgerät wirkte geradezu luftleer und sprang beim Prellen nicht wie gewohnt ab. „Ein bisschen platt war der Ball, aber ich glaube eher, wir waren einfach unkonzentriert“, meinte Rückraumspieler Michel Misere. Bis auf zwei Tore kamen die Rotenburger jeweils durch Sören Heyber noch heran, doch nach seinem 21:23 (55.) fiel kein weiterer Gäste-Treffer mehr. „Wir müssen uns das Video anschauen und analysieren“, wollte Teammanager Johann Knodel, der selbst erneut im Kader stand, aber nicht vorschnell urteilen.

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