Große Fairplay-Geste / Rotenburgs Torfluch hält gegen Wunstorf an – 0:1 / „Am Trainer liegt es nicht“

Saade rettet Drewes vor Rot

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Dragan Muharemi (r.) war erstmals wieder dabei und hatte viele Ballkontakte. Hier bearbeitet er Mohamad Saade.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Wenn es einen Fairplay-Preis an diesem Spieltag der Fußball-Oberliga gegeben hätte – er wäre definitiv an Mohamad Saade gegangen.

Der Mittelfeldspieler des 1. FC Wunstorf sorgte dafür, dass Referee Patrick Brandt (FC Rastede) die Rote Karte, die er Christoph Drewes vom Rotenburger SV gezeigt hatte, wieder zurücknahm. „Das war sehr, sehr fair. Respekt!“, betonte auch RSV-Trainer Jan Fitschen. Sein Team unterlag Wunstorf im Ahe-Stadion mit 0:1 (0:1), sodass der Torfluch nun seit 556 Minuten anhält.

Die bemerkenswerteste Szene des Spiel ereignete sich in der 43. Minute. Zunächst hatte es im Fünfmeterraum der Gäste einen Zusammenprall zwischen Keeper David Primke und Rotenburgs Dennis Janssen gegeben, woraufhin beide behandelt werden mussten und sich währenddessen ein Disput zwischen beiden Teams entwickelte. Die Fotoaufnahmen zeigen, dass Ferdi Yilmaz den Wunstorfer Mohamad Saade leicht wegdrückte, sich auch Ferhat Kadah einmischte und Drewes vielmehr zum Schlichten herbeigeeilt kam, ehe Saade über die Beine seines hinter ihm liegenden Keepers stolperte.

Referee Brandt hatte offensichtlich den Überblick verloren und Drewes auf Verdacht hin mit dem Platzverweis belegt – ein Fauxpas, für den er sich entschuldigte, nachdem Saade den Fall aufgeklärt hatte. „Er hat nichts gemacht, da wäre es doch schade, wenn er dafür zwei oder drei Spiele gesperrt worden wäre. Wenn mir so etwas passieren würde, würde ich es auch gut finden, wenn mein Gegenspieler es zugibt“, erklärte der Wunstorfer später seine große und nicht selbstverständliche Fairplay-Geste.

Die Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:0 geführt, weil sie die schwache Anfangsviertelstunde des RSV ausgenutzt hatten – ein Schuss von Nico Behrendt war von Kevin Klützke noch mit der Hacke abgefälscht worden (10.). Erst danach fand der Tabellenvorletzte ins Spiel und besaß die besseren Chancen – vor allem durch Jelle Röben. Zunächst schloss er aus großer Entfernung jedoch harmlos ab, statt auf Keeper Primke zuzugehen (13.), dann setzte er den Ball aus vollem Lauf kommend nach feiner Vorarbeit von Atilla Iscan an den Pfosten des freien Tores (42.).

Auffällig war allerdings die niedrige Passqualität im Spiel des RSV. Das sollte sich auch nach der Pause nicht ändern. Die Partie wurde eher noch schwächer. „In der zweiten Halbzeit war Wunstorf schlauer und hat den Ball besser laufen lassen. Wir haben es zu oft mit langen Bällen versucht“, gestand Dragan Muharemi, der erstmals nach seinem Muskelfaserriss wieder auflief und wohl die meisten Ballkontakte im Team der Platzherren hatte. „Aber ich war noch nicht 100-prozentig fit“, räumte er ein. Trotzdem musste Muharemi 90 Minuten durchhalten, nachdem Kadah sich das Knie verdreht hatte (60.) und auch Klützke mit lädierter Rippe vorzeitig ausschied (77.).

„Die Jungs tun mir wirklich leid. Sie haben alles in die Waagschale geschmissen und Wunstorf bearbeitet“, nahm Jan Fitschen sein Team in Schutz. Quasi im Gegenzug stärkte auch Muharemi dem Coach den Rücken: „Das ist für ihn zurzeit nicht einfach, aber am Trainer liegt es wirklich nicht. Jan ist ein guter – es liegt allein an uns. Wir haben momentan einen Pechlauf, aber ich bin optimistisch, dass sich das schon bald ändert.“

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