Hurricanes dominieren Osnabrück auch ohne Pakulat – 84:60

Griffitts erneut im Dreier-Rausch

Auch am Boden gibt Kama Griffitts (r.) keinen Ball verloren – hier im Duell mit „Maskenfrau“ Annemarie Potratz.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Immer wieder schritt Christian Greve die Seitenlinie auf und ab, während er seiner Mannschaft dabei Applaus spendete. Der Coach der Avides Hurricanes war geradezu begeistert. „Ich konnte mir das sehr gut angucken“, versicherte er hinterher. Seine Zweitliga-Basketballerinnen waren in Rotenburg dank einer überragenden ersten Halbzeit zu einem mühelosen 84:60 (53:32)-Sieg gegen die Panthers Academy Osnabrück gekommen und rückten damit auf den vierten Tabellenrang vor.

Constanze Wegner, Trainerin des aufgestiegenen Osnabrücker Farmteams, hatte sich ihre Rückkehr an die alte Wirkungsstätte derweil anders vorgestellt. „Wir hatten uns eigentlich gut vorbereitet, aber die Intensität war ein bisschen mau. Und durch die Presse haben wir uns aus dem Konzept bringen lassen“, resümierte die 30-Jährige mit Blick auf die Mann-Mann-Verteidigung der Hurricanes. Im dritten Viertel war Wegner sogar kurzfristig explodiert, weil sich ihr Team nicht an die Absprachen gehalten hatte. Später kehrte das Lächeln aber zurück, als sie Greve gratulierte und auch ihre ehemalige Mitspielerin Pia Mankertz abklatschte.

Von 2013 bis 2015 hatten beide unter Greve gemeinsam das Trikot der Hurricanes getragen, Osnabrücks Co-Trainerin Kata Takács war bis 2014 einer der Publikumslieblinge in Scheeßel und Rotenburg gewesen. „Das ist schon echt lange her, aber trotzdem ganz cool, weil es viele Erinnerungen gibt“, meinte Wegner. Zusammen mit Takács blieb sie auch etwas länger, ehe es aber noch am Abend zurück nach Osnabrück ging.

Wohin der Weg der Hurricanes führt, ist seit Samstag ebenfalls klar – auch rein rechnerisch haben sie durch den Sieg die erwartete Play-off-Teilnahme abgesichert. Die besten acht Teams aus dem Norden und die besten acht aus der Südstaffel qualifizieren sich. Bei noch vier ausstehenden Partien ist im besten Fall Platz drei möglich, die dort rangierende TG Neuss hat durch den 82:78-Sieg gegen Aufstiegsanwärter MSP Bergische Löwen aber den Zwei-Punkte-Vorsprung gewahrt. „Platz drei wird dadurch schwer“, glaubt Hurricanes-Schatzmeister Utz Bührmann. „Aber Vierter – das geht auch“, findet Pia Mankertz. Die Kapitänin war wie ihr Trainer durchaus einverstanden mit dem Auftritt ihres Teams: „Die erste Halbzeit war richtig gut, da haben wir das Spiel dominiert.“ Greve gefiel insbesondere, wie sein Team die Osnabrücker Ballverluste forciert hatte – oft schon kurz nach Überqueren der Mittellinie.

Dabei hatten die Hurricanes ohne die erkrankte Hannah Pakulat, die beste Rebounderin des Teams, auskommen müssen. „Die Ansage war deshalb, dass jeder zwei Rebounds mehr holen muss“, verriet Mankertz. Das gelang vor allem der Kanadierin Becky Nash. „Sie hat sich auch häufig lösen können, weil jemand anderes ihren Spot übernommen hat“, erklärte Greve. Die Centerin zeigte eines ihrer besten Spiele und kam mit 15 Punkten und zwölf Rebounds zu ihrem zweiten Double-Double.

Auffälligste Akteurin war aber ohne Frage einmal mehr Kama Griffitts, die zweitbeste Distanzschützin der Liga. Die US-Amerikanerin traf sechs Dreier und stand am Ende bei 28 Punkten. „Kama war stark. Aber wir haben sehr gut als Team funktioniert“, betonte Greve, der in Hälfte zwei über weite Strecken zwei U 18-Spielerinnen gleichzeitig auf das Feld schickte und Melda Tölle, Michelle Schischkov und Louisa Moritz so viel Spielzeit wie selten zuvor gab. Zusammen mit Lotta Stach, die ihr erstes Spiel nach ihrem Bänderriss absolvierte, steuerte das Youngster-Quartett 13 Punkte und elf Rebounds bei. „Sie haben das gut gemacht“, bestätigte Greve.

So gab es lediglich eine kurze Phase, in der Osnabrück die Hurricanes ärgerte – mit einem 7:0-Run zur 9:6-Führung (4.). Doch bereits vor der komfortablen 53:32-Pausenführung durch Andrea Baden war klar, dass es nur einen Sieger geben konnte.

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