Kreisliga-Interview

Rüdiger Greve vor dem Derby: „Ein netter Zufall“

Neues Trikot, neue Saison: Im ersten Spiel mit seinem neuen Verein geht’s für Keeper Rüdiger Greve ausgerechnet gegen sein Ex-Team Rotenburger SV II.
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Neues Trikot, neue Saison: Im ersten Spiel mit seinem neuen Verein geht’s für Keeper Rüdiger Greve ausgerechnet gegen sein Ex-Team Rotenburger SV II.

Westerholz/Hetzwege – Es ist so weit: Nach einer Fußball-Pause von genau 469 Tagen absolviert Rüdiger Greve erstmals wieder ein Pflichtspiel in der Kreisliga. Fast eineinhalb Jahre hatte sich der Keeper eine freiwillige Auszeit genommen. Nun wagt der Rotenburger im Trikot seines neuen Vereins, der SG Westerholz/Hetzwege, sein Comeback. Sein Debüt gibt der 26-Jährige als neue Nummer eins der Blau-Weißen ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein Rotenburger SV II. Für den Wümme-Club hatte der Torhüter mehrere Jahre gespielt, unter anderem in der Bezirksliga. Vor dem Derby (Samstag, 15.30 Uhr) in Westerholz haben wir mit Greve über seinen sportlichen Neuanfang, seine persönlichen Ambitionen und seine Gedanken zu Spielen in Zeiten der Corona-Krise gesprochen.

Herr Greve, hinter Ihnen liegt eine lange Fußball-Pause. Was hat Sie damals dazu bewogen, die Torwart-Handschuhe auszuziehen?

Puh ... Das ist ja echt schon fast eineinhalb Jahre her inzwischen, seitdem hat sich viel verändert. Generell hatte ich einfach den Spaß verloren. Dementsprechend hatte mir einfach die Lust gefehlt, die es dafür aber braucht.

Jetzt ist Ihnen aber aufgefallen, dass es nicht ohne Fußball geht?

Genau (lacht). Viele Freunde von mir, zum Beispiel Timm Greve, Alexander Klaue und Nico de Vries, haben mich überredet, wieder anzufangen – bei der SG Westerholz/Hetzwege. Wobei sie mich eigentlich nicht wirklich überreden mussten. Ich hab auf jeden Fall wieder Bock, auf dem Platz zu stehen und mit der Mannschaft zu fighten.

Heißt also, dass Sie die neue Nummer eins im Team werden?

Ja, ich habe kürzlich die Nachricht erhalten. Damit habe ich absolut nicht gerechnet. Ich habe ja schließlich eineinhalb Jahre nicht im Tor gestanden oder zwischen den Pfosten trainiert. Die Entscheidung hat mich echt überrascht, zumal wir ja mehrere gute Keeper in der Mannschaft haben. Letztlich freut es mich aber riesig, dass ich das Vertrauen des Trainerteams bekommen habe.

Baut das auch einen gewissen Druck auf Sie auf? Was ist Ihr persönlicher Anspruch an sich selbst?

Schwierig. Mir ist ja klar, dass ich nicht jedes Spiel zu null spielen kann – auch wenn ich da natürlich nichts gegen hätte. Aber ich möchte für mich einfach Spaß haben am Fußball und unbedingt verletzungsfrei bleiben. Damit wäre ich schon sehr zufrieden.

Ist es für Sie ein komisches Gefühl, dass das Comeback in Zeiten der Corona-Krise näher kommt?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Für uns als Spieler ändert sich während der 90 Minuten ja kaum etwas. Das haben ja auch schon die vielen Spiele im Rahmen der Vorbereitung gezeigt – auch wenn ich da nur gegen den Heeslinger SC III auf dem Platz stand. Ich werde wie immer mein Ritual befolgen und in der Partie alles geben.

Wie sieht Ihr Ritual aus?

Ach ... Das ist nichts Besonderes (lacht). Ich frühstücke einfach ausgiebig und höre dann vor dem Match gute Musik.

Für Sie dürfte es ja nicht einfach nur ein Spiel sein. Schließlich geht’s gegen den Verein, für den Sie viele Jahre selbst aktiv waren.

Stimmt! Die Vorfreude, gegen den RSV II zu spielen, ist schon eine andere als bei anderen Vereinen. Man spielt dann ja auch gegen seine ehemaligen Teamkollegen. Ich freue mich da besonders auf Mark-Michael Völker. Das wird schon ein gutes Spiel. Als Timm (Anm. d. Red., Timm Greve, ehemaliger Mitspieler beim RSV II) und ich erfahren haben, dass Rotenburg unser erster Gegner wird, haben wir uns nur angeguckt und mussten lachen. Das ist natürlich ein netter Zufall.

Ist es für Sie nicht auch ein kleines Dilemma? Ein guter Start dürfte ja für beide Mannschaften für den Kopf immens wichtig sein.

Nein, kein Stück. Ich werde mit meiner neuen Mannschaft, der SG Westerholz/Hetzwege, alles geben. Wir sind alle heiß aufs Spiel und wollen mitnehmen, was geht. Ich gehe auch nicht davon aus, dass wir verlieren werden. Wir wollen unbedingt einen guten Start erwischen, dann ist vieles möglich.

Wie definieren Sie das?

Wir sind eine starke Mannschaft. Der Tabellenplatz der letzten Saison hat nur bedingt die Leistung des Teams widergespiegelt. Es ist in meinen Augen auf jeden Fall realistisch, dass wir einen guten Platz im Mittelfeld holen. Daran glaube ich fest.

Von Lea Oetjen

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