Der Handball führte Rolf und Mareike Stefan zusammen – der Job brachte sie an die Wümme

Ein Glücksfall für den TuS Rotenburg

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Der Handballsport bestimmt einen Großteil ihres Lebens: Rolf und Mareike Stefan mit ihren Kindern Lea und Kjell. ·

Rotenburg - Von Jürgen HonebeinStefan ist in Deutschland nicht nur ein beliebter Vorname, sondern bei den Handballern des TuS Rotenburg auch ein Familienname mit Gütezeichen. Mareike Stefan ist eine absolute Leistungsträgerin bei den Kreisoberliga-Damen und trainiert zudem die weibliche C-Jugend. Ehemann Rolf Stefan zählte viele Jahre zu den Stützen der ersten Herren und ist jetzt aufgrund einer Knieverletzung „nur“ noch Co-Trainer der zweiten Herren in der Kreisoberliga. Zudem ist er als Schiedsrichter zusammen mit Jens Miesner aktiv.

Die Chancen, dass die beiden Kinder Lea (acht Jahre) und Kjell (vier Jahre) in die sportlichen Fußstapfen ihrer Eltern treten, stehen zumindest im Moment 50:50. Während die Tochter mit dem Handball bisher nichts am Hut hat und viel lieber reitet, tobt der Sohn jetzt schon in den Halbzeitpausen mit dem Ball durch die Halle. „Er hat einen richtig guten Wurf“, sagt Vater Rolf stolz. Wenn Kjell im nächsten Jahr fünf wird, darf er zum Training der Minis zu Kirsten Korda gehen. „Da ist er schon ganz heiß drauf“, bestätigt auch Mutter Mareike.

Auch der Sohn „hat

einen richtig guten Wurf“

  Doch wie sind die Stefans überhaupt zum TuS Rotenburg und zum Handball gekommen? „Schuld“ sind wie so oft im Leben die Liebe und der Beruf. Der 47-jährige Rolf Stefan und seine vier Jahre jüngere Ehefrau haben sich beim Handball kennengelernt. Beide spielten in den 90er-Jahren bei der TSG Hatten Sandkrug. 1994 zogen sie nach Rotenburg, denn seit 1992 ist Rolf Stefan an der Wümme als Wirtschaftsassistent für Informatik tätig. Mareike Stefan ist heute noch bei der Stadt Oldenburg beschäftigt. Bis 1998 hielten beide der TSG Hatten-Sandkrug die Treue, doch der zeitliche Aufwand wurde zu groß, und so schlossen sie sich dem TuS Rotenburg an.

Für den Verein war es ein Glücksfall, denn beide waren für die Herren- und Damenmannschaft sportlich und menschlich eine große Verstärkung. Rolf Stefan warf, bis ihn vor zwei Jahren eine immer wieder auftretende Knieverletzung stoppte, Tore am Fließband. Seine Ehefrau ist heute noch in der ersten Damen eine feste Größe. Sie lenkt nicht nur das Spiel, sondern wirft auch reichlich Tore. „Mein Mann hat früher oft gesagt: ‚Du musst nicht immer nur deine Mitspielerinnen frei spielen, sondern auch selbst mehr werfen.‘ Das mache ich jetzt – und es klappt“, sagt die 43-Jährige. Wie lange sie noch aktiv bleiben wird, ist ungewiss: „Ich sage immer, dass es meine letzte Saison ist. Die meisten meiner Mitspielerinnen sind ja nicht einmal halb so alt wie ich, doch ich muss zugeben, dass es in dieser Saison unheimlich viel Spaß macht, da wir eine tolle Mannschaft und einen super Zusammenhalt haben“, so Mareike Stefan. Und noch eines ist wichtig: Ihr Knie bereitet ihr nach zwei Kreuzbandrissen nun schon seit zwölf Jahren keine Probleme mehr.

„Es macht diese Saison unheimlich viel Spaß“

  Mareike Stefan schwärmt auch von ihren bisherigen Rotenburger Trainern: „John Köhler hat zunächst dafür gesorgt, dass ich nicht mehr als Linksaußen, sondern in der Rückraummitte spiele. Danach folgte fast zehn Jahre Udo Grenz-Gieseke, vor zwei Jahren dann Jens Miesner. Auch diese beiden haben großen Anteil daran, dass mir das Handballspielen immer noch so viel Freude bereitet.“

Ihrem Mann gelangen mit dem TuS Rotenburg in seiner aktiven Zeit sogar drei Aufstiege – und immer hatte der Rückraumakteur mit vielen Toren großen Anteil daran. Rolf Stefan trainierte unter John Köhler, Steffen Aevermann, Andreas Weber und Götz Siegmeyer. „Von allen habe ich mir etwas abgeguckt und auch gelernt.“ Davon will er nun wiederum etwas weitergeben – vielleicht ja auch bald an den eigenen Nachwuchs …

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