INTERVIEW Torwart über Höhe- und Tiefpunkte beim SV Meppen und den RSV

Gies: „Aufgeben war keine Option“

„Die Nähe zu den Fans ist in Meppen einmalig“, sagt Jeroen Gies, der dieses Familiengefühl im Verein stets geschätzt hat. Das Bild zeigt den Keeper, wie er sich applaudierend nach einem Spiel bei den Anhängern der Blau-Weißen bedankt.
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„Die Nähe zu den Fans ist in Meppen einmalig“, sagt Jeroen Gies, der dieses Familiengefühl im Verein stets geschätzt hat. Das Bild zeigt den Keeper, wie er sich applaudierend nach einem Spiel bei den Anhängern der Blau-Weißen bedankt.

Bothel – „Eigentlich habe ich damit gerechnet, länger hierbleiben zu können“, gesteht Jeroen Gies. Eine Woche ist dem 25-Jährigen letztlich geblieben, um bei seiner Familie in Bothel wieder Kraft zu tanken. Inzwischen hat er seine Heimat aber wieder verlassen. Vertragsgespräche stehen an. Schließlich hat der Torwart sein Engagement beim Drittligisten SV Meppen nicht übers Saisonende hinaus verlängert. Mit welchem neuen Verein er in Kontakt steht? Da lässt sich Gies nicht in die Karten schauen. Nur so viel: Der TuS Bothel (Kreisliga) wird’s nicht. „Ich habe letzte Woche mit den Jungs ein bisschen trainiert. Aber ein Wechsel? Da warten wir mal lieber noch 15 Jahre“, sagt er und lacht. Generell wirkt der Keeper sehr positiv, ist nie um einen guten Spruch verlegen. Im Interview erzählt er von dem „Flirtversuch“ des Rotenburger SV, seiner Zeit beim SV Meppen und einer möglichen Rückkehr in die Niederlande.

Herr Gies, Sie haben Ihren Vertrag beim SV Meppen nicht verlängert. Warum?

Es war eine schöne Zeit in Meppen, wirklich tolle vier Jahre. Aber ich habe jetzt selbst gesagt, dass nun der nächste Schritt folgen muss. Ich habe viel mitgenommen und echt gute Freunde kennengelernt. Das ändert aber nichts daran, dass ich mich weiterentwickeln und vor allem räumlich verändern möchte.

In der 3. Liga sind Sie kaum zu Einsätzen gekommen. Dabei hatte der Verein vor der Saison 2017/2018 öffentlich bekannt gegeben, dass Sie die neue Nummer eins werden sollen. Dazu ist es nie gekommen ...

Natürlich habe ich damals nicht damit gerechnet, „nur“ die Nummer zwei zu werden – das wurde vom Verein einfach anders kommuniziert. Die Aussagen – auch vom Trainerstab – waren schlicht andere. Aber letztlich musste ich mich damit abfinden.

Wie gehen Sie mit solchen Rückschlägen um? Es fällt doch sicherlich schwer, auch in diesen Situationen positiv zu bleiben.

Auf jeden Fall. Aufgeben war für mich aber keine Option. Ich habe mich nie hängen lassen, hart an mir gearbeitet und meine Ziele nie aus den Augen verloren.

Woher nehmen Sie die Kraft?

Familie, Freunde und ausreichend Ruhe für mich.

Auch wenn es zuletzt nicht immer leicht war, haben Sie mit dem SV Meppen auch schöne Jahre verbracht. Was war Ihr persönlicher Höhepunkt?

Mein Highlight war der Aufstieg in die 3. Liga. Wenn ich an das Hinspiel bei Waldhof Mannhein und an die Unterstützung der Fans denke, bekomme ich Gänsehaut. Dann das Rückspiel im Fluchtlicht, das im Elfmeterschießen entschieden wurde ... Unglaublich. Diese eine entscheidende Sekunde mit absoluter Stille im Stadion, das war schon legendär.

Den Aufstieg hat in diesem Jahr auch der Rotenburger SV gepackt – wenn auch „nur“ in die Oberliga. Dass der Verein einen neuen Torwart sucht, ist kein Geheimnis mehr. Ist eine fußballerische Rückkehr in den Kreis Rotenburg eine Option für Sie?

Ich habe mit dem RSV echt super Gespräche geführt. Dafür möchte ich mich auf jeden Fall bei Torsten (Krieg-Hasch, Sportlicher Leiter, Anm. d. Red.) bedanken. Aber mein Anspruch an mich selbst ist es eigentlich, mindestens in der Regionalliga zu spielen – diesen Ehrgeiz habe ich noch. Wenn der RSV nach der Saison noch mal aufsteigen sollten, bin ich da (lacht).

Alles klar. Also geht’s für Sie in die Regionalliga?

Netter Versuch, aber dazu äußere ich mich nicht. Es sollte mindestens in die Regionalliga gehen – natürlich gerne aber auch noch höher.

Wenn sich in Deutschland kein Verein findet, könnten Sie ja auch immer noch zurück in die Niederlande wechseln ...

Mein Vater wäre stolz, meine Großmutter würde sich riesig freuen. Es ist ein schönes Land. Also: Sag niemals nie.

Zur Person: Jeroen Gies ist am 23. Januar 1995 geboren und in Bothel aufgewachsen. Er ist der Sohn eines Niederländers und einer Deutschen. Die ersten fußballerischen Erfahrungen sammelte Gies beim TuS Bothel, ehe er 2007 in die Jugendabteilung des SV Werder Bremen wechselte. Nach recht erfolgreichen Jahren in der U 17-Bundesliga und der U 18-Regionalliga spielte der Botheler eine Saison für die dritte Mannschaft der Grün-Weißen in der Bremenliga. Anschließend wechselte er 2014 zum FC Groningen in die Niederlande. Nachdem er in zwei Jahren nur ein Pflichtspiel für die U 23 des Clubs absolviert hatte, kehrte er zurück nach Deutschland und spielte fortan mit dem SV Meppen in der Regionalliga. Mit diesem Verein schaffte Gies im Jahr 2017 auch den den Aufstieg in die 3. Liga. Zwar bekam er immer mal wieder vereinzelt Spielanteile, zur Stammkraft schaffte er es aber nicht. Sein Vertrag beim SV Meppen wurde nicht verlängert. Aktuell ist Gies auf der Suche nach einem Verein. Neben der Karriere hat der 25-Jährige eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann abgeschlossen Jeroen Gies ist am 23. Januar 1995 geboren und in Bothel aufgewachsen. Er ist der Sohn eines Niederländers und einer Deutschen. Die ersten fußballerischen Erfahrungen sammelte Gies beim TuS Bothel, ehe er 2007 in die Jugendabteilung des SV Werder Bremen wechselte. Nach recht erfolgreichen Jahren in der U 17-Bundesliga und der U 18-Regionalliga spielte der Botheler eine Saison für die dritte Mannschaft der Grün-Weißen in der Bremenliga. Anschließend wechselte er 2014 zum FC Groningen in die Niederlande. Nachdem er in zwei Jahren nur ein Pflichtspiel für die U 23 des Clubs absolviert hatte, kehrte er zurück nach Deutschland und spielte fortan mit dem SV Meppen in der Regionalliga. Mit diesem Verein schaffte Gies im Jahr 2017 auch den den Aufstieg in die 3. Liga. Zwar bekam er immer mal wieder vereinzelt Spielanteile, zur Stammkraft schaffte er es aber nicht. Sein Vertrag beim SV Meppen wurde nicht verlängert. Aktuell ist Gies auf der Suche nach einem Verein. Neben der Karriere hat der 25-Jährige eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann abgeschlossen – „das wollte ich unbedingt. Man weiß nie, was passiert“, begründet er.

– „das wollte ich unbedingt. Man weiß nie, was passiert“, begründet er.

Von Lea Oetjen

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