Rotenburg „hebt“ Fredenbeck mit 27:15 aus und feiert den Klassenerhalt

Geschafft!

Energisch setzt sich Patrick Zahn (am Ball) durch und erzielt sein einziges Tor in dieser Partie. Fotos: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Eigentlich hat Nils Muche ja eine durchdringende Stimme. In diesem Fall kapitulierte der Coach des TuS Rotenburg jedoch und blieb stumm. Stattdessen schob er dem Jubelkreis, den seine Spieler gebildet hatten, lieber seine geliebte Taktiktafel mit einem handgeschriebenen Hinweis unter. „Glückwunsch ans Team vom Trainer“, hatte Muche in aller Schnelle nach dem unerwarteten 27:15 (13:9)-Heimsieg gegen Drittliga-Absteiger VfL Fredenbeck draufgekritzelt. Eine gute halbe Stunde später stand auch fest, dass der erste Erfolg nach sieben Niederlagen in Serie gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt in der Handball-Oberliga war.

„Ich bin nach den letzten Wochen ziemlich platt“, gestand Muche erschöpft, aber mindestens ebenso erleichtert. Und Teammanager Michael Polworth betonte: „Das war schon geil.“ Für die letzte Motivationsspritze hatte im Vorfeld die HSG Barnstorf/Diepholz, direkter Kontrahent im Klassenkampf, mit einer etwas unbedarften Aussage gesorgt. Deren Kapitän Cedric Quader hatte Rotenburg keinen Punkt mehr in dieser Saison zugetraut. Nun bleibt nach dem drittletzten Spieltag festzuhalten: Rotenburg ist gesichert, Barnstorf zittert weiter.

„Großes Kompliment an die Deckung, großes Kompliment an unseren Keeper Yannick Kelm – und auch an die, die wenige oder gar keine Einsätze hatten“, meinte indes Muche. Wobei er auch an seine beiden erneut nicht für den Kader nominierten Halbrechten Michel Misere und Sascha Nijland gedacht haben dürfte. Zudem gestand der Coach: „Fredenbeck kam mit diversen Leistungsträgern an, die nicht fit waren. Oder sie fehlten sogar. Das hatte nichts mit der ersten Sieben zu tun.“ Obendrein hatte der frühere Bundesligist nach einer eher holprigen Saison während der Woche Trainer Florian Marotzke geschasst. Dafür betreuten Co-Trainer Ihar Sharnikau und der Sportliche Leiter David Oppong den Tabellensechsten.

Und der präsentierte sich in schwacher Form. Allen voran der lange Halblinke Jan Torben Ehlers, eigentlich bester Goalgetter seines Teams, brachte keine Power in seine Würfe und scheiterte immer wieder an Kelm. „Natürlich haben die sich ohne Harz schwergetan. Aber wir haben auch einfach gut verteidigt, geduldig gespielt und nicht so überhastet abgeschlossen“, fand Rotenburgs Routinier Patrick Zahn, der als Spielmacher erneut begonnen hatte und von Max Nowosadtko abgelöst wurde. Der Youngster glänzte vor allem in der zweiten Hälfte und strahlte Torgefahr aus. Am Ende war er mit fünf Toren der zweitbeste Schütze hinter dem zehnmal erfolgreichen Lukas Misere und kassierte ein Sonderlob seines Trainers: „Max hat nach zwei Toren nicht aufgehört, sondern weitergeworfen. Das hat er gut gemacht“, betonte Muche. Nowosadtko gab das Lob indes weiter: „Es hat Spaß gemacht, denn wir haben als Team gut gespielt.“

Womit er richtig lag. Die Gastgeber waren vor mehr als 300 Zuschauern schwer auszurechnen und stellten mit Christian Hausdorf und Klaas-Marten Badenhop eine robuste Abwehrmitte. Hausdorf trat später sogar bei den Siebenmetern – eine aktuell noch vorhandene Schwäche – an und überlistete beim ersten Versuch Keeper Fabian Piatke frech mit einem Heber, der an einen Kugelstoßversuch erinnerte. Auch sonst überwanden die Rotenburger die Fredenbecker Torsteher immer wieder mit gelupften Würfen. So auch Linksaußen Martin Nowakowsky bei seiner Pausenführung zum 13:9. Fredenbeck fand in der zweiten Hälfte kein Mittel mehr, um noch einmal heranzukommen und übernahm somit bei Rotenburgs Sieg zum Klassenerhalt früh die Statistenrolle.

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