Gentlemen’s Agreement: „Fast eine logische Konsequenz“

Barbknecht hatte mit Bruch gerechnet

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Georg Eichler verstieß mit Wasserburg gegen das Gentlemen’s Agreement.

Kreis Rotenburg - Von Matthias Freese. Der Damen-Basketball hat ein neues Gesprächsthema – und die Lager sind gespalten: Ist der TSV Wasserburg, Meister, Spitzenreiter und einziger deutscher Euro-Cup-Teilnehmer, der neue Bösewicht?

Das Team von Trainer Georg Eichler war aufgrund von Verletzungen sowie Krankheiten nur zu siebt bei den Avides Hurricanes angetreten und brach auch noch das Gentlemen’s Agreement, indem es für mehrere Minuten ohne deutsche Akteurin auf dem Feld stand. Oder ist diese vor der Saison getroffene Vereinbarung ohnehin nur eine Farce?

Fakt ist: Für Wasserburg ist es – wenn überhaupt – nur ein Imageschaden. Finanziell zahlen die Oberbayern die Strafe für die Anreise von nur sieben Spielerinnen – acht sind laut Spielordnung mindestens einzutragen – aus der Portokasse. Als „relativ human“ bezeichnet auch Achim Barbknecht, Geschäftsführer der Deutschen Basketball-Bundesliga (DBBL), das Ordnungsgeld – gerade mal ein zweistelliger Betrag, wie er verrät. Und bei der Verletzung des Gentlemen’s Agreement „haben wir keine Sanktionsmaßnahmen“, so Barbknecht, der den Verstoß als „bedauerlich“ bezeichnet. „Ich heiße es keinesfalls für gut, aber dass es dazu gekommen ist, ist bei der Besetzung des Kaders fast eine logische Konsequenz.“ Unter den 15 Spielerinnen befinden sich bei Wasserburg gleich zehn verschiedene Nationalitäten – aber nur drei deutsche Kräfte. Stephanie Wagner war krank, auf Tatjana Stemmer verzichtete der Coach aufgrund ihres Einsatzes tags darauf in der Zweiten – und auch sonst reiste keine deutsche Spielerin aus der Reserve mit, obwohl zumindest Karin Hellauer auch für die Erste gemeldet ist. So war Svenja Brunckhorst die einzige – doch Eichler wollte sie aufgrund des morgigen EuroCup-Spiels nicht 40 Minuten „verheizen“ und meinte: „Dann würde mir auch der Nationaltrainer einen braten.“ Schließlich stehen im November wichtige Länderspiele an.

Doch was bedeutet das jetzt für die Zukunft? Werden sich auch andere Erstliga-Teams nicht mehr ans Gentlemen’s Agreement gebunden fühlen? „Das spräche für schlechten Stil“, sagt Barbknecht, rechnet aber durchaus damit, „wenn es um die Wurst geht“. Für die Avides Hurricanes verspricht Utz Bührmann: „Wir werden uns weiter daran halten. Wir können es ja auch gar nicht brechen.“ Außer ihren drei Amerikanerinnen haben die Hurricanes schließlich nur deutsche Spielerinnen.

Und ab der nächsten Saison? „Wir werden bei der nächsten Versammlung darüber sprechen“, sagt Achim Barbknecht. Eine Rückkehr zu Paragraph 10, wonach mindestens zwei Deutsche immer auf dem Feld stehen müssen, wird es laut DBBL-Geschäftsführer definitiv nicht geben – „allein schon aus juristischen Gründen“. Schließlich war diese Regel ausgesetzt worden, weil sie EU-Ausländerinnen benachteiligt und damit gegen europäisches Recht verstößt. Barbknecht setzt aber auf ein Kompetenzteam, das sich mit dem Thema der Nachwuchsarbeit beschäftigt und Vorschläge erabeitet. Im Febuar oder März sollen diese präsentiert werden.

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