Pesch und „Gastspieler“ Atris mischen mit

Unterstedt verliert Test gegen Werders U 23 mit 0:15

Diesen Schuss von Florian Trinks blockt der Unterstedter Kapitän Simon Willenbrock ab. Auch Keeper Tim Genkel (l.) vereitelte trotz der 15 Gegentore so manche Bremer Chance. - Fotos: Freese
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Diesen Schuss von Florian Trinks blockt der Unterstedter Kapitän Simon Willenbrock ab. Auch Keeper Tim Genkel (l.) vereitelte trotz der 15 Gegentore so manche Bremer Chance.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Uwe Delventhal wusste es genau: „So eine hohe Klatsche habe ich noch nie gekriegt, seit ich hier bin“, gestand der Coach der SG Unterstedt. Otto Kettenburg, Urgestein des Fußball-Kreisligisten, sprach gar von der höchsten Niederlage der Vereinsgeschichte. Trotzdem war die Laune nicht wirklich getrübt, schließlich hatte es das 0:15 (0:8) auf dem Europlatz des Rotenburger Ahe-Sportgeländes mitten in der Sommerpause gegen die U 23 des SV Werder Bremen gegeben. Also gegen einen Drittliga-Absteiger – und das ohne eine einzige Trainingseinheit im Vorfeld.

Zudem fehlten Unterstedt fünf Stammkräfte, während sieben Spieler extra das Hurricane für diesen Kick vor rund 100 Zuschauern unterbrochen hatten. Sie hatten ihr buntes Eintrittsarmband mit weißem Tape abgeklebt. „Das war schon cool und hat Spaß gemacht“, betonte Außenverteidiger Timo Bahrami der Gegentorflut zum Trotz.

Gleich drei ungewohnte Gesichter standen im Team des Underdogs. Angefangen im Tor, das der 17-jährige A-Jugend-Keeper Tim Genkel in Abwesenheit von Phillip Krüger und Tim Wiltfang 90 Minuten lang hütete. „Er hat keinen Fehler gemacht und gut gehalten“, stellte Delventhal fest. In der Tat zeichnete sich Genkel sogar einige Mal aus, unter anderem mehrmals gegen Werders Gastspieler Rui-Jorge Monteiro-Mendes. Apropos Gastspieler: Mit diesem Status lief für Unterstedt in der zweiten Halbzeit auch Eigengewächs Nisar Atris auf, der die letzten zwei Jahre für den TSV Ottersberg gespielt hat. Da scheint sich also eine Rückkehr anzubahnen. Im Fall von Wolfgang Pesch, zuletzt für die U 18 des JFV Verden/Brunsbrock am Ball, sieht es ähnlich aus. Da er aber demnächst in Hamburg arbeitet, wird er sich wohl auch dort einem Verein anschließen. Zumindest wäre es dann für ihn möglich, mit Zweitspielrecht für seinen Heimatverein zu spielen.

Wolfgang Pesch (M.) betritt den Bremer Strafraum, wird aber von Frank Ronstadt (l.) und Fridolin Wagner gestoppt.

Pesch war es auch, der kurz nach dem Anpfiff mit dem Ball bis in Werders Strafraum vordrang. Danach erklärten die Bremer Verteidiger diesen Bereich jedoch zum Sperrgebiet. „Wir hatten keine wirkliche Torchance“, wusste Delventhal. Doch seine Mannen stellten sich nicht hinten rein, versteckten sich nicht, sondern versuchten, wenigstens mitzuspielen und Akzente zu setzen. Zwei Mal gelang das für einen kurzen Moment auch eindrucksvoll. Zunächst war es David Kusber, der den Chinesen Tiang Ci verlud (63.). Später überraschte Leon Linke mit einem Übersteiger Profi Florian Trinks, der sich bei der U 23 fit hält und einen neuen Club sucht (88.).

Gastspieler Nisar Atris (M.) kam in der zweiten Hälfte, ebenso wie bei Werder Christian Groß (r.), der die Binde übernahm.

Werder wechselte zwar zur Pause gleich neun Mal, kannte jedoch kein Pardon. Bereits zur Pause hieß es 8:0 – der Vier-Klassen-Unterschied war unverkennbar. Lars Bünning (5.), zwei Mal Niklas Schmidt, davon zunächst per Elfmeter nach Foul von Simon Willenbrock an Jan-Pelle Hoppe (7./23.), drei Mal Hoppe (18./20./32.) sowie Jannes Vollert (27.) und Jonah Osabutey (38.) erzielten bis dahin die Tore. Nach dem Wechsel ließ es der Regionalligist nach dem 9:0 per Strafstoß durch Trinks (Willenbrock hatte dieses Mal Isiah Young gefoult/48.) etwas lockerer angehen. Ab der 70. Minute rappelte es jedoch wieder in Genkels Kasten: Christian Groß (70./82.), Trinks (71.), Young (75.) und zwei Mal Bennet van den Berg (78./86.) stockten auf 15:0 auf.

Werders Coach Sven Hübscher konnte in so einem Spiel freilich keine großen Erkentnisse sammeln. „Darum ging es auch nicht“, bemerkte er. „Es war für uns der Abschluss der ersten Trainingswoche, quasi die siebte Einheit. Die Jungs sollten sich bewegen und als Mannschaft auftreten. Alles gut.“ Auch Uwe Delventhal resümierte gut gelaunt: „Für die Jungs war es ein Highlight, gegen solch ein Team spielen zu dürfen.“

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