Ausfälle im Fußball

Corona beeinträchtigt Saison, aber Generalabsage ist auf Verbands- und Bezirksebene aktuell kein Thema

Corona-Maske auf dem Sportplatz
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Die Maske gehört mittlerweile zur Ausstattung eines jeden Zuschauers beim Sportplatzbesuch dazu. Trotz steigender Zahlen plant der Verband aktuell auch keine generelle Unterbrechung der Saison.

Rotenburg – Elf positive Coronafälle beim Landesligisten FC Verden 04, etliche im Oberliga- und Bezirksliga-Team des Heeslinger SC, mindestens sechs bestätigte beim Kreisligisten TSV Karlshöfen sowie diverse Verdachtsfälle, die für zusätzliche Spielabsetzungen gesorgt haben und sorgen – die Fußballsaison wird auch in der Region immer wieder vom Virus beeinflusst. Doch Jürgen Stebani, der Spielausschussvorsitzende im Bezirk und Verband, bleibt entspannt: „Bislang haben wir es im Griff. Über eine Generalabsage haben wir noch nicht ernsthaft nachgedacht“, erklärt er auf Nachfrage unserer Zeitung.

Zwar ist die Corona-Pandemie auch für den erfahrenen Sportfunktionär Neuland, er betont allerdings, dass es keinerlei Vorgaben gibt, ab welchem Zeitpunkt Verband oder Bezirk die Notbremse ziehen würden. Auch die Inzidenzwerte seien nicht ausschlaggebend – was sich daran zeigt, dass etwa das Oberliga-Duell des Rotenburger SV bei Blau-Weiß Lohne am Sonntag stattfand, obwohl der Kreis Vechta als Risikogebiet gilt. „Nach den Werten richten wir uns nicht. Die Verfügungslage der Gesundheitsämter ist entscheidend“, betont Stebani und hat beobachtet: „Die Behörden unterscheiden sich in ihrem Handling teilweise deutlich.“

Jürgen Stebani

Insgesamt berichtet der Melbecker von „drei oder vier Prozent an Ausfällen in Niedersachsen“ aufgrund von Covid-19. „Das ist noch kein Problem.“ Damit nimmt er auch den Vereinen ein wenig die Befürchtung, dass die Saison schnell wieder beendet sein könnte. Lars Neugebauer, der Corona-Beauftragte des Rotenburger SV gehört zu den Skeptikern. „Die Fälle in Mannschaften häufen sich. Ich hatte schon letztes Wochenende gedacht, es ist Feierabend“, gesteht er. „Irgendwann muss man auch abwägen, ob das Freizeitvergnügen Fußball den Arbeitsaufwand der Gesundheitsämter rechtfertigt. Es ist eine Frage der Belastbarkeit des Systems“, merkt er an. „Safety first. Die Gesundheit steht über allem“, pflichtet Mark Wulfmeyer, Fußball-Spartenleiter des Kreisligisten SG Westerholz/Hetzwege bei. Aus diesem Grund haben sich Akteure anderer Vereine aktuell bereits aus dem laufenden Spielbetrieb zurückgezogen, weil es der Arbeitgeber empfiehlt, sie als Mediziner oder etwa Pflegepersonal tätig sind. „Jetzt wird Fußball – in Anführungszeichen – zum Risikosport, wo der Beruf klar vorgeht“, zeigt Stebani Verständnis. „Das muss jeder für sich entscheiden.“

Wulfmeyer rechnet übrigens im November mit einem möglichen Fußball-Lockdown. Zumal dann ein anderes Problem hinzukommt, wie auch Stebani betont: „Wenn es hochploppt oder auf dem Niveau bleibt und wir witterungsbedingt wieder so eine Saison wie 2017/2018 kriegen, dann haben wir ein Problem.“ Dann greifen womöglich auch die Änderungen in der Satzung, um flexibel reagieren zu können und zum Beispiel Rückserien zu canceln. So weit ist es aber noch lange nicht. Und so schickt Stebani noch ein Lob an die Vereine: „Ich bin positiv überrascht, wie sie die Situation händeln, obwohl sie vor Ort wahnsinnigen Aufwand zu betreiben haben – Respekt!“

Von Matthias Freese

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