Keine Erinnerungen an Nigeria

Gegenseitige Lobeshymnen der Olomu-Geschwister

Der Fußball verbindet die beiden Olomu-Geschwister besonders. Während Oluwolé Olomu die Landesliga-Fußballerinnen des MTV Jeddingen coacht, spielt Schwester Funbi in seinem Team.

Jeddingen - Von Mareike Ludwig. Bei Funbi Olomu ist der Trainer immer besonders kritisch und schaut ganz genau hin. Jeder kleine Fehler wird unter die Lupe genommen und angesprochen. Kein Wunder: Ist Oluwolé Olomu nicht nur ihr Coach bei den Landesliga-Fußballerinnen des MTV Jeddingen, sondern auch noch ihr älterer Bruder. 

Seit etwas mehr als fünf Jahren ist das Duo mittlerweile schon zusammen in einem Team aktiv. Auch wenn nicht immer alles harmonisch abläuft, Streit gab es deshalb aber zwischen den beiden noch nicht.

„Für mich war es am Anfang etwas schwierig. Ich weiß, wie talentiert Funbi ist und erwarte dadurch noch mehr von ihr als von den anderen Spielerinnen. Mit uns hat es aber trotzdem direkt gut geklappt“, erklärt der 35-jährige Oluwolé Olomu. 

Diese Ansicht vertritt auch seine zwei Jahre jüngere Schwester: „Es war eine schwierige Situation. Die Erwartungen, die er an mir setzt, sind schon ziemlich hoch. Und gerade weil ich seine Schwester bin, versuche ich sie natürlich auch zu erfüllen. Ich muss immer 100 Prozent geben.“ Der Trainer weiß aber auch ganz genau, was er an ihr hat: „Funbi ist das Herz der Mannschaft und unsere Leistungsträgerin. Sie ist sich wirklich für nichts zu schade.“

„,Olu‘ muss alles genau analysieren“

Seinen Ehrgeiz überträgt der Übungsleiter auch auf die gesamte Mannschaft. Selbst bei einem Sieg sieht er immer noch mehr Luft nach oben. Wenn das Team eine Niederlage kassiert, ist Oluwolé Olomu hinterher erst einmal nicht mehr ansprechbar. „Ich bin eindeutig der bessere Verlierer. Ich kann viel schneller nach einer Niederlage lachen. Er nagt doch immer länger als ich daran. ,Olu‘ muss alles genau analysieren“, verrät seine Schwester, die diese Eigenschaft aber nicht als Schwäche, sondern vielmehr auch als Stärke ansieht. 

„Er gibt für die Mannschaft immer alles. Er sieht stets das Positive im Menschen und versucht, bei den Spielerinnen das Beste herauszuholen. Er steht komplett hinter der Mannschaft“, freut sich Funbi Olomu. Seine Schwester kennt aber auch den Schwachpunkt ihres Bruders: „Er hat wirklich immer Hunger!“, erzählt sie und schmunzelnd.

Nicht nur in Sachen Fußball harmonieren die beiden gut zusammen. Auch außerhalb des Platzes sind die Geschwister öfter gemeinsam zu sehen. Zusammen gehen sie beispielsweise joggen oder aber ins Fitnessstudio. Auch Urlaube mit der Familie und Spieleabende stehen bei den Olomus, die im Jahr 1986 aus Nigeria nach Deutschland gekommen sind, hoch im Kurs. „Das Gute dabei ist, dass ,Olu‘ dann verlieren kann“, erzählt die 33-Jährige lachend.

Gekickt bis es dunkel wurde

Auch in der Kindheit haben die Geschwister viel Zeit miteinander verbracht. Erinnerungen an die ersten Jahre in Westafrika haben die beiden aber keine mehr. „Dafür waren wir noch zu klein“, meint Funbi Olomu. Und ihr Bruder ergänzt: „Mir fallen dafür aber sofort die zahlreichen Fußballspiele mit unseren Freunden ein. Damals haben wir in den Ferien immer den ganzen Tag zusammen gespielt – bis es abends irgendwann dunkel wurde“, blickt der Altenpfleger zurück.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die zwei die Weihnachtstage sehr genossen haben. Da kam die gesamte Familie zusammen. Auch die jüngere Schwester und der ältere Bruder waren mit dabei. „Nach dem Essen haben wir die Geschenke ausgepackt. Wir wichteln immer. Danach wurde ganz viel gequatscht und gespielt“, erzählt die Serviceassistentin eines Autohauses. Sicherlich hat Oluwolé Olomu dann auch beim Wichteln seiner Schwester ganz genau auf die Finger geschaut, ob sie beim Würfeln auch alles richtig gemacht hat.

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