Startnummer 12: Bruno Gärtner

Bruno Gärtner

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Die Koordinationsleiter ist sein ständiger Begleiter: Bruno Gärtner coacht Leichtathleten mit geistiger Behinderung.

Rotenburg - Den enormen Aufwand nimmt Bruno Gärtner gerne in Kauf. Für ihn sei es eine „Herzensangelegenheit“. Er trainiert seit zwei Jahren beim Rotenburger Verein „Spaß-Bus“ eine Leichtathletikgruppe mit 15 Sportlern zwischen 15 und 32 Jahren. Alle Athleten leben mit einer geistigen Behinderung und sind dadurch mehr oder weniger stark eingeschränkt.

„Dadurch, dass sich meine Sportler aber nicht gehandicapt fühlen und einfach Spaß an der Leichtathletik haben, ist unser Training von so viel Freude geprägt“, sagt Gärtner. Und er fügt hinzu: „Natürlich muss ich geduldig und einfühlsam sein. Die Mühe lohnt sich aber, die Athleten geben mir so viel zurück. Für mich ist es eine emotionale Aufgabe.“ Der 29-Jährige holt seine Sportler sogar mit dem Fahrrad bei den Rotenburger Werken ab und fährt mit ihnen zum Sportplatz. Anschließend geht es wieder zurück. „Nicht alle haben die Orientierung, um den Weg alleine zu fahren“, erklärt der Coach, der die B-Lizenz sowie die Rehasport-Lizenz besitzt. Beide Ausbildungen sind Voraussetzung, um eine Gruppe von Menschen mit Handicap zu trainieren.

Im vergangenen Jahr war die Teilnahme an den Special Olympics (Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung) in Hannover einer der Höhepunkte. Eine Woche lang traten Teilnehmer aus Deutschland gegeneinander an. „Wir haben zahlreiche Goldmedaillen abgeräumt“, erinnert sich der angehende Sport- und Biologielehrer. Aber auch bei den Landesmeisterschaften in Wilhelmshaven wussten seine Schützlinge zu überzeugen. 16 Medaillen standen am Ende zu Buche. Vor allem machte der 16-jährige Kevin Günter auf sich aufmerksam. „Er läuft die 100 Meter in 12,71 Sekunden. Da ist er in seiner Altersklasse selbst bei den Sportlern ohne Beeinträchtigung vorne dabei“, so Gärtner, der auch lange beim TuS Rotenburg erfolgreich aktiv war. „Von meinem Trainer Richard Hinrichs habe ich viel gelernt. Davon profitiere ich jetzt“, sagt der 29-Jährige.

Sein nächstes großes Ziel ist es, mit seiner Gruppe an einem Sportfest teilzunehmen. Dort geht es dann gegen die Athleten ohne Handicap. „Natürlich wird das eine andere Hausnummer. Doch das traue ich meiner Gruppe zu.“ 

ml

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