Seit rund 40 Jahren dabei

Heinrich Gerken: Das Gedächtnis des Bartelsdorfer SV

Auch die Fahne des Bartelsdorfer SV darf nicht fehlen: Heinrich Gerken sammelt fast alles von seinem Verein. - Foto: Rosebrock
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Auch die Fahne des Bartelsdorfer SV darf nicht fehlen: Heinrich Gerken sammelt fast alles von seinem Verein.

Rotenburg - Von Jan Claas Rosebrock. Mit Zahlen und Daten rund um den Bartelsdorfer SV kennt sich keiner so gut aus wie Heinrich Gerken. Nur sechs Pflichtspiele der ersten Fußball-Herren hat das Urgestein des Vereins in den vergangenen 43 Jahren verpasst.

Außerdem hat der pensionierte Verwaltungsbeamte 40 Jahre lang die verschiedensten Ämter in seinem Heimatverein bekleidet und ist bis heute ehrenamtlich als Archivar tätig. Der 76-jährige Gerken ist damit das Gedächtnis des Bartelsdorfer SV.

Heinrich Gerken wurde 1949 in Bartelsdorf eingeschult. Lesen konnte er da längst, denn schon früh ging er mit seinem Bruder die Fußball-Tabellen der höheren Spielklassen durch. „Als ich in die Schule kam, hätte man mir die Buchstaben gar nicht mehr beibringen müssen. Ich hätte gleich mit dem Lesen anfangen können, am liebsten natürlich mit Texten über Fußball“, erzählt der Rotenburger mit einem Lächeln.

Seit 46 Jahren lebt er schon in Rotenburg, hat aus sportlicher Sicht seinem Geburtsort Bartelsdorf aber stets die Treue gehalten. Bereits als Schüler verfolgte er die Spiele der ersten Mannschaft. Er war Zeitzeuge, als Bartelsdorf 1950 Kreismeister wurde. 

In dieser Saison feierte der Sportverein auch seinen bis heute höchsten Sieg – ein 20:0 über den TuS Hellwege. „Ausgerechnet bei diesem historischen Sieg hatten wir eine Schulveranstaltung“, ärgert sich der Pensionär noch heute, fügt aber an: „Das war für den Titel nicht entscheidend. Damals wurde das Torverhältnis nicht in die Platzierung eingerechnet.“ Tatsächlich kam es zum Entscheidungsspiel gegen den TV Hassendorf, das Bartelsdorf mit 3:0 gewann.

Fünf Jahre Spielpause

1952 wurde der Spielbetrieb in Bartelsdorf mangels Mannschaft allerdings eingestellt und erst 1957 wieder aufgenommen. In dem Jahr wurde auch eine Jugendmannschaft gegründet, der Heinrich Gerken beitrat. „Ich war mit 15 Jahren der zweitjüngste Spieler. Die anderen waren bereits 16 bis 18 Jahre alt“, erinnert er sich.

Von diesem Zeitpunkt an war Gerken für den Verein aktiv. Ab 1977 fungierte er als Kassierer. Diese Tätigkeit gab er zunächst 1987 wieder auf, als ihn die Bremer Verwaltung zum Abschnittsleiter der Wohngeldstelle ernannte. Da aber seine beiden Nachfolger ebenfalls beruflich stark eingespannt waren, holte der Vorstand den Beamten im März 1989 zurück in seine alte Funktion. „Ich sollte das damals nur vorübergehend übernehmen. Man wollte zum Sommer jemand anderen finden.“

Seine Interimstätigkeit übte er geringfügig länger aus, als ursprünglich geplant – und zwar bis zum Sommer 2015. Außerdem war Gerken von 1984 bis 2013 erst Betreuer der Alten Herren und dann der S 40. 1987 wurde er mit der Alten Herren Kreismeister, 2009 holte er als Übungsleiter der S 40 den Staffelsieg in der 1. Kreisklasse.

Sogar Torschützenlisten werden gesammelt

Nebenher ist Gerken seit mehr als 40 Jahren Archivar und Pressewart und hebt seit 1979 jeden Zeitungsartikel über den Bartelsdorfer SV auf. Auch vollständige Torschützenlisten der jeweiligen Spielzeit und -klasse mit Bartelsdorfer Beteiligung führt er seit 1977 akribisch. „Manchmal kommen Leute aus dem Verein auf mich zu und fragen nach bestimmten Artikeln oder Statistiken. ,Du hast doch die komplette Sammlung’, sagen die dann“, meint Gerken. Seine Kenntnisse über den Fußball und seinen Verein nutzt er auch für selbstgeschriebene Spielberichte. Seit 27 Jahren macht er das bereits und hat in dieser Zeit mehr als 1 000 Zeitungsartikel verfasst.

Nur Funktionär zu sein, das reicht Heinrich Gerken aber nicht aus. Als Fan hat er überhaupt nur sechs Pflichtspiele der ersten Herren verpasst. Die Gründe dafür: eine Reise anlässlich seiner Silberhochzeit, eine Grippeerkrankung, der 100. Geburtstag seines Onkels und ein Krankenhausaufenthalt aufgrund eines Schlaganfalls. Ein Schnupfen hält Gerken jedenfalls nicht davon ab, zum Sportplatz zu gehen. Seine Bindung zum Bartelsdorfer SV fasst der Dauerbrenner deshalb so zusammen: „Ich bin in dem Dorf und im Verein so verwurzelt, dass es für mich nie eine Alternative gab. Es ist mein Verein.“

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