Overtime-Sieg in die Play-offs 

Hurricanes: Ganz schön cool, ey!

Es ging zur Sache: Hier wird Alecia Cooley bei ihrem Wurfversuch von Christin Mercer nicht ganz sauber gestört.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Was für ein Wahnsinn! Die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes haben in einer an Dramatik kaum zu überbietenden Partie den Einzug in die Play-offs gepackt. Vor 400 begeisterten Zuschauern bezwang das Team von Coach Christian Greve gestern in Scheeßel den Erstliga-Absteiger und selbsternannten Aufstiegsaspiranten SV Halle nach Overtime mit 93:89 (78:78/42:34) und sicherte Platz vier ab. Im Halbfinale kommt es nun zum Niedersachsen-Duell der alten Rivalen mit den Panthers Osnabrück.

„So ist es am schönsten zu gewinnen“, jubelte Youngster Lotta Stach, die die letzten Minuten von der Bank aus verfolgt hatte: „Wir sind da ausgerastet.“ Dabei hatte vieles bereits darauf hingedeutet, dass die Gäste von der Saale die Partie im vierten Viertel zu ihren Gunsten drehen sollten. Ohnehin nur mit sieben fitten Spielerinnen angetreten, fiel zwischenzeitlich auch noch Stach wegen eines blutenden Knies aus, während Vivien Stoll am Ende immer wieder ihre Nase kühlen musste.

Doch eine Spielerin hatte Halle offensichtlich nicht auf dem Zettel – Birte Riebesell. Die Centerin aus der zweiten Mannschaft half erst zum dritten Mal in dieser Saison aus – und überzeugte mit einer imponierenden Leistung. Kurz vor Ende des ersten Viertels eingewechselt, steuerte sie innerhalb von fünf Minuten acht Punkte bei. In der Verlängerung gelang ihr bei noch 73 zu spielenden Sekunden ebenfalls der wichtige Korb zum 89:85. „Ich bin heilfroh, dass Birte dabei war. Sie war überragend und hat ganz viel richtig gemacht, gerade auch in der Verteidigung hat sie denen das Leben schwer gemacht“, betonte Greve. „Es lief“, meinte die 22-Jährige selbst hinterher. Und sie fügte an: „Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.“ Was zumindest einen weiteren Einsatz in den Play-offs nicht ausschließt.

45 Minuten beharkten sich die beide Rivalen in einer Partie, die an Intensität kaum zu überbieten war. „Wir haben relativ schnell gesehen, dass es nur über die Verteidigung zu gewinnen ist“, merkte Greve an. Halle versuchte vor allem, die Dreier von Pia Mankertz und Kama Griffitts zu unterbinden – und klebte an beiden wie ein zweites, durchgeschwitztes Trikot. Kassierte dafür aber Fouls wie manch Porsche-Fahrer Strafzettel – insgesamt 33! Das sollte sich später rächen. In der Schlussphase durften Elisa Hebecker, Ieva Kazlauskaite und Jalea Bennett nicht mehr mitwirken.

Kapitänin Mankertz war als einzige Hurricanes-Akteurin ebenfalls früh vorbelastet, hatte bereits nach elf Minuten drei Fouls bekommen und auch ungewöhnlich viele Ballverluste. Trotzdem nahm Greve sie nicht eine Minute heraus und tat gut daran, was allein ihre 24 Punkte und ihre 100-Prozent-Quote bei den Freiwürfen untermauern.

Da vor allem Alecia Cooley nur schwer von Christin Mercer aufzuhalten war, Stoll per Dreier und eben Riebesell trafen, enteilten die Hurricanes zunächst bis auf 35:21 (17.). Halles Coach José Araujo zettelte indes immer wieder Diskussionen mit den Unparteiischen an. Nach der Pause schoss sich der emotionale Portugiese dann vielmehr auf sein Team ein und lieferte sich mit der starken griechischen Aufbauspielerin Dimitra Kampouraki einen Disput. Dank Mankertz und Cooley, die am Ende 26 Punkte und 17 Rebounds auf sich vereinte, zogen die Hurricanes auf 51:36 weg (27.), doch Halle gelang bereits in der 34. Minute der Ausgleich durch Kampouraki – 61:61.

Die Gäste schienen das Spiel gedreht zu haben, der Underdog hielt dagegen, selbst als die Sachsen-Anhaltinerinnen nun ihre fünf ausländischen Profis gleichzeitig aufs Feld schickten. Von der Freiwurflinie verwandelte Mankertz neun Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 78:75, ehe Mercer ein Dreier im Einklang mit der Schlusssirene gelang. „Das war krass“, zollte Greve dafür aber „höchsten Respekt“. Doch er konnte sich auf die Nervenstärke seines Teams verlassen. „Wenn man jetzt verliert, ist es hart“, schilderte Lotta Stach ihre Gedanken. „Also haben wir uns gesagt: Jetzt erst recht.“

In der Verlängerung zogen die Hurricanes wieder davon – und als Griffitts 13 Sekunden vor Ultimo ihre Freiwürfe zum 93:89 reinmachte, war Halles Widerstand endgültig gebrochen.

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