Fußballverrückt und hart im Nehmen

Sottrums Andrej Edel hilft ein Nasenbeinbruch bei seiner Abschlussprüfung

Andrej Edel (am Ball) hat nach seinem Doppelpack gegen den FC Ostereistedt/Rhade nun acht Treffer auf dem Konto. - Foto: Freese
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Andrej Edel (am Ball) hat nach seinem Doppelpack gegen den MTV Hesedorf nun acht Treffer auf dem Konto.

Sottrum - Von Nicolas Tréboute. Ein persönliches Tore-Ziel hat sich Andrej Edel laut eigener Aussage für die aktuelle Kreisliga-Spielzeit nicht gesetzt. „Ich weiß ja nie so genau, wo ich auflaufe. Sechser, linkes Mittelfeld, Zehner – in dieser Saison habe ich fast alles schon gespielt“, erklärt der Fußballer des Tabellenführers TV Sottrum. Beim 8:2-Sieg gegen den MTV Hesedorf besetzte Edel als Stürmer zwar seinen angestammten Platz, war jedoch gefühlt auch auf allen anderen Positionen unterwegs und glänzte mit zwei Treffern und zwei Vorlagen.

Auf Edels Torbeteiligungen hatte der Primus den kompletten November über verzichten muss. Beim wichtigen 1:0-Auswärtssieg bei der SG Unterstedt erlitt der Angreifer (acht Saisontore) einen Nasenbeinbruch, nachdem Unterstedts Torhüter Phillip Krüger ihn bei einer missglückten Faustabwehr getroffen hatte. „Er hat mich voll erwischt“, erinnert sich Edel, bei dem sich Krüger einige Tage später per Nachricht entschuldigt hatte. „Ich mache ihm da aber keinen Vorwurf, so etwas passiert. Er hatte den Tunnelblick und Fußball ist eben ein Kontaktsport“, nimmt er den Keeper in Schutz. Auch wenn der 26-Jährige nach dieser Szene stark aus der Nase blutend ausgewechselt werden musste, ärgert ihn noch mehr als einen Monat später eine ganz andere Tatsache: „Ich war zuerst am Ball. Das hätte Elfmeter geben müssen.“

Vier Wochen sollte Edel auf Anraten des Arztes daraufhin pausieren, dachte aber kurzzeitig darüber nach, die Auszeit durch die Anschaffung einer Carbonmaske zu verkürzen. „Aber ganz ehrlich: Ich spiele auch nur Kreisliga. Das wäre übertrieben gewesen. Außerdem hat mich meine Freundin gefragt, ob ich bescheuert bin.“ Den Preis für eine solche Maske kennt er trotzdem ziemlich genau: „300 bis 400 Euro. Ich bin eben fußballverrückt“, gesteht er schelmisch.

Auch wenn Edel die Zeit ohne das runde Leder gefehlt hat, kam es ihm zumindest beruflich zugute. „Im Nachhinein war es Glück im Unglück. So hatte ich ausreichend Zeit, um für meine Abschlussprüfung zu lernen“, erklärt der Groß- und Außenhandelskaufmann, der zumindest zwei Tage früher als ursprünglich gedacht wieder auf den Platz zurückkehrte. Obwohl er im ersten Training den Ball nach fünf Minuten direkt wieder auf die angeschlagene Nase bekam, ließ ihn Sottrums Coach Vitalij Kalteis beim 4:0-Erfolg über den TV Stemmen gleich wieder von Beginn an ran. „Damit hat er mich wirklich überrascht“, gesteht Edel.

Dass der Übungsleiter auch taktisch für Überraschungen gut ist, bewies er zuletzt, als er seine eigentlich zunächst auf die Defensive bedachte Mannschaft deutlich angriffsfreudiger agieren ließ. Diese dankte es ihm mit zwölf Toren aus den zurückliegenden beiden Partien. „Ich bin großer Fan des Offensivpressings“, sagt Edel, der optimistisch ist, dass Sottrum den Bezirksliga-Aufstieg in dieser Spielzeit verwirklichen wird: „Mit Kay Slominski, Louis Jaugstetter und Waldemar Ott haben wir vor der Saison einfach echte Kracher dazubekommen.“

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