Niedersachsen verlängert die Saison

Amateurfußball an Ostern? „Da geht was!“

Geht da doch noch was? Ihre Schuhe können die Fußballer jedenfalls schon mal wieder aus dem Schrank holen. Womöglich geht der Spielbetrieb im April weiter.
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Geht da doch noch was? Ihre Schuhe können die Fußballer jedenfalls schon mal wieder aus dem Schrank holen. Womöglich geht der Spielbetrieb im April weiter.

Rotenburg – Konträrer könnten die Meinungen nicht sein: Während der Hamburger Fußball-Verband (HFV) auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend endgültig das vorzeitige Saison-Aus für seine Ligen beschloss, ging fast zeitgleich der große Nachbar den entgegengesetzten Weg. In seiner Online-Vorstandssitzung entschied sich der Niedersächsische Fußballverband (NFV) für eine Verlängerung der Spielzeit bis zum 21.

Juli und machte deutlich, dass er diese unbedingt fortsetzen will. Nach den von Bund und Ländern getroffenen Vereinbarungen wäre rein rechnerisch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs am Ostermontag, 5. April, denkbar. Das sorgt auch in der Region für Erleichterung. „Ich habe so einen vorsichtigen Optimismus bekommen: Da geht was!“, sagt Uwe Schradick, der Vorsitzende des NFV-Kreises Rotenburg.

„Unser Ziel war und ist, die Saison in allen Altersklassen sportlich zu beenden. Durch die Beschlüsse besteht Hoffnung und Zuversicht, dieses Ziel erreichen zu können“, erklärt NFV-Präsident Günter Distelrath in der Presseerklärung des Verbandes. Kontaktsport ist – abhängig von der Inzidenz – ab 22. März wieder möglich: Bei einem stabilen Wert zwischen 50 und 100 mit einem tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest, bei einem niedrigerem ohne diesen. Liegt er über der 100er-Grenze, ist er allerdings nicht erlaubt.

Wenn Dynamo Wittkopsbostel mir sagt: „Wir können sofort anfangen, wir haben uns noch nie fitgehalten, lass‘ uns wieder anfangen“ – warum nicht?

Uwe Schradick

Mit der Verlängerung der Saison verschafft sich der Verband nicht nur die benötigte Zeit, er folgt damit auch dem Votum seiner Spielausschüsse auf Kreis- und Bezirksebene. Bei der Meinungsabfrage hatten sich „über 80 Prozent für die optionale Verlängerung des Spieljahres ausgesprochen.“, so der NFV.

Dass in Hamburg komplett anders entschieden wurde, stößt in Niedersachsen auf wenig Verständnis. „Dieses Hamburger Modell gefällt mir gar nicht“, gesteht Uwe Schradick. Und Jürgen Stebani, der Spielausschussvorsitzende des NFV, meint auf den Abbruch angesprochen: „Das interessiert mich nicht die Bohne.“ Er fügt aber an: „Da gehen mir die Schuhe auf.“ Zumal auch Bremen über ein Saison-Aus nachdenkt. Für Stebani steht jedenfalls fest: „Eine Annullierung der Saison oder ein Abbruch sind in unseren Gedanken ganz, ganz weit hinten. Wir wollen eine sportliche Lösung. Dann muss es, so bitter das für die Vereine ist, notfalls auch ohne Zuschauer gehen.“ Ob diese wieder erlaubt wären, ist noch unklar.

Mit Beginn des Trainingsbetriebs gewährt der Verband den Vereinen eine 14-tägige Vorbereitungszeit auf die Punktspiele. „Mehr können wir ihnen nicht geben. Das ist kein Wünsch-dir-was“, meint der erfahrene Funktionär aus Ilmenau. Der erste Anpfiff könnte theoretisch Ostermontag ertönen. „Das kann eventuell auch früher sein. Wir wissen ja noch nicht, was regional möglich ist. Wir spielen, wenn wir wieder können, und wenn wir Glück haben, können wir schon das Wochenende am 28. März gebrauchen. Das müssen wir dann mit den Vereinen besprechen“, meint Stebani. Ähnlich sieht es Schradick: „Wir müssen da pragmatisch rangehen. Wenn Dynamo Wittkopsbostel mir sagt: ,Wir können sofort anfangen, wir haben uns noch nie fitgehalten, lass‘ uns wieder anfangen‘ – warum nicht?“

Grundsätzlich gilt: Es soll möglichst mit Nachholspielen gestarten werden, denn Ziel ist es, auf eine gerade und verwertbare Tabelle zu kommen, um Auf- und Absteiger zu ermitteln. Die werde es nämlich auf jeden Fall geben, betont Stebani. Nach welchem Modus dann gespielt wird, verrät er nicht. In der Oberliga spreche aber vieles für die sogenannte Variante 2 – also keine Rückrunde, aber Auf- und Abstiegsrunde plus Rückspiele gegen die Teams, die aus der eigenen Staffel mitkommen. Macht 14 Spiele für jede Mannschaft, wofür neben dem Ostermontag noch 15 Wochenenden (inklusive Pfingsten) zur Verfügung stünden.

Stebanis große Sorge sind allerdings unterschiedliche Inzidenz-Stufen in den einzelnen Kreisen. „Das ist genau das Problem, das wir haben“, bestätigt er. Die Spielpläne seien so gut wie fertig, würden aber erst veröffentlicht, nachdem das Land seine modifizierte Verordnung herausgegeben habe. „Wir haben genug Pfeile im Köcher. Wir sind vorbereitet“, betont der Spielausschussvorsitzende.

Auch auf eine „wichtige Sekundärfolge“ geht er gegenüber unserer Zeitung ein: Schließlich überschneidet sich der übliche Wechseltermin 30. Juni ja nun mit der Saisonverlängerung. „Dass sich ein Verein dann zum 1.7. für die letzten Spiele noch fünf Leute holt – das muss natürlich unterbunden werden. Das Problem wird auch beseitigt, das ist bereits vorbereitet, sodass es die Spielerlaubnis für den neuen Verein erst ab dem 22. Juli gibt“, beruhigt Stebani.

Und Uwe Schradick formuliert im Hinblick auf eine bevorstehende Fortsetzung im Kreis: „Wir wollen versuchen, die Spiele zu spielen, sobald wir die Option haben. Wie es momentan ist, werden wir noch was hinkriegen – aber immer mit dem Zusatz wenn, wenn, wenn und dem dreifachen Konjunktiv.“ Weitere Details sollen Montag auf der Vorstandssitzung geklärt werden.

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