Fuhrmann vor dem großen Sprung

Handballerin aus Scheeßel will mit Regensburg in die 2. Liga aufsteigen

Anna Fuhrmann bei einem Sprungwurf. Gegenspielerinnen gucken ihr hinterher.
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Im Anflug: Die Scheeßelerin Anna Fuhrmann peilt mit Regensburg den Sprung in Liga zwei an.

Nach Regensburg zog sie aufgrund ihres Studiums. Nun könnte für die Handballerin Anna Fuhrmann bald schon auch sportlich ein neues Kapitel beginnen.

Scheeßel/Regensburg – Acht Jahre ist es her, da hat es Anna Fuhrmann studienbedingt nach Regensburg gespült. In ihrer neuen Heimat reifte die gebürtige Scheeßelerin im Team der Drittliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg schnell zu einer Stammkraft. Nach acht Jahren in der 3. Liga Süd will Fuhrmann nun den nächsten Schritt in ihrer Karriere machen. Regenburg ist eines von fünf Teams, das ab Anfang Mai in einer bundesweiten Aufstiegsrunde zwei Direktplätze für die 2. Liga ausspielt.

Mit dem Club von der Donau hat sich Anna Fuhrmann in den vergangenen Jahren in der Tabelle peu à peu nach oben gearbeitet. „Nachdem wir zwischenzeitlich einmal nur hauchdünn am Abstieg vorbeigeschrammt sind, hat der Verein im vorigen Jahr auf den Aufstieg in die 2. Liga verzichtet“, erzählt die 25-Jährige. Die Risiken, erläutert sie, seien in Zeiten von Corona zu groß gewesen. Nach 15 Spielen wurde der ESV Regensburg beim Abbruch der Spielzeit 2019/2020 mit 23:7 Zählern hinter dem TuS Metzingen II auf Platz zwei der 3. Liga Süd geführt.

Nun will Regensburg den Schritt aber gehen. „Coronabedingt stehen uns zwar unsere Spielerinnen aus Tschechien sowie unsere polnische Torfrau nicht zur Verfügung, wir haben aber immer noch einen homogenen Kader zusammen“, blickt Fuhrmann zuversichtlich auf die Duelle mit dem SV Allensbach, dem TSV Aldekerk, dem HC Frankfurt/Oder sowie dem MTV Heide. Nachdem Fortuna Düsseldorf seine Mannschaft kurzfristig von der Aufstiegsrunde zurückgezogen hat, ist der Modus aktuell noch unklar. Fuhrmann: „Wahrscheinlich werden die beiden Direktplätze nun in einer Fünfergruppe nach dem Modus Jeder-gegen-jeden ausgespielt.“ Der Drittplatzierte der Fünferrunde würde dann den letzten freien Platz gegen den Drittletzten der 2. Liga ermitteln.

Nachdem Anna Fuhrmann zuletzt vier Monate bei ihren Eltern und ihrem Bruder Klaus in Scheeßel verbracht hat, ist nun wieder die Heimat der Domspatzen ihr Zuhause. Mit fünf Trainingseinheiten in der Woche würde sich das Team auf die Relegation vorbereiten, erklärt Fuhrmann, die beim Süd-Drittligisten als Mittelspielerin die Fäden zieht. Eine Rolle, die sie in der Jugend bereits beim TV Oyten eingenommen hat. Als C-Jugendliche war Anna Fuhrmann vom TV Scheeßel zu den „Vampires“ aus dem Kreis Verden gewechselt. Mit dem Nachwuchs des TV Oyten schaffte sie in der Saison 2013/2014 den Sprung in die A-Jugend-Bundesliga und feierte in der gleichen Spielzeit die Meisterschaft in der Oberliga Nordsee. „Als Jugendspielerin hat man es damals nicht so gemerkt, aber in Oyten haben sie es schon richtig gut gemacht. Ab der C-Jugend waren die Teams miteinander verzahnt, wir konnten immer schon im älteren Jahrgang mittrainieren“, blickt Anna Fuhrmann auf ihre fünf Jahre beim TVO zurück. Auch einige Länderspiele für England hat sie aufgrund der Heimat ihrer Mutter bereits absolviert.

„Regensburg hat einiges zu bieten. Ich wohne direkt in der mittelalterlichen Innenstadt. Im Sommer spielt sich das Leben hier fast nur draußen ab. Als Studentin kann man es definitiv schlechter treffen“, fühlt sich Fuhrmann in der viertgrößten Stadt Bayerns pudelwohl. Ihre Zukunft sieht sie dennoch nicht im Süden. Nach dem Studium, sagt sie, soll es zurück in den Norden gehen.

Schafft Fuhrmann mit dem ESV 1927 Regensburg den Sprung in die 2. Liga, dann könnte bereits in der kommenden Spielzeit der eine oder andere zusätzliche Besuch in Scheeßel auf der Agenda stehen – zum Beispiel dann, wenn sie mit ihrer Crew beim SV Werder Bremen antreten müsste. Die weiteren Fahrten schrecken sie dabei nicht ab. Im Gegenteil. „Wir fahren in der 3. Liga Süd bis an den Bodensee, der Aufwand ist nicht ohne. Ich hätte auf jeden Fall richtig Bock auf die 2. Liga. Und so einfach wie in diesem Jahr wird es wahrscheinlich so schnell nicht wieder.“

Von Jürgen Prütt

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