Freiburg knackt die Hurricanes per Dreier und siegt mit 67:65 / „Doch nur gegen den Abstieg“

Die Kopie ist besser als das Original

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Harter Fight um den Ball: Katarina Flasarova (r.) im Duell mit der Freiburgerin Bobbi Knudsen (l.), die vor allem mit ihren Dreiern brandgefährlich war.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die „Spezialeinheit“ aus dem Breisgau hat wieder zugeschlagen – sehr zum Ärger der Avides Hurricanes! Mit einem 67:65 (32:35) entführte der USC Freiburg in der Basketball-Bundesliga der Damen die Punkte in der Rotenburger Pestalozzihalle und fuhr auch seinen vierten Saisonsieg mit nicht mehr als zwei Punkten Differenz ein. Die Hurricanes rutschten dadurch auf Rang sieben ab – und Utz Bührmann, Vorstand Finanzen, stellte ernüchtert fest: „Es geht halt doch nur gegen den Abstieg.“

Coach Christian Greve hatte nie von etwas anderem gesprochen – und doch nährten die vier Siege aus den ersten sechs Spielen bei manchem die Hoffnung auf mehr. Nun, am achten Spieltag, ist die Realität eingekehrt. Vier Siege, vier Niederlagen – die Hurricanes sind immer noch im Soll, müssen sich angesichts der Leistung vor 320 Zuschauern aber auch selbst hinterfragen. Denn ihre zu Saisonbeginn gezeigte Stärke bei den Dreiern hat sich aufgelöst wie eine Brausetablette.

Mehr noch: Freiburg „kopierte“ die Hurricanes perfekt, war besser als das „Original“ und schlug es mit seiner einstigen „Waffe“: mit Dreiern, die in einer schwindelerregenden Vielzahl reinsausten. „Wir haben das Spiel ein bisschen umgedreht“, strahlte auch Gäste-Coach Aleksandar Bozic fast ungläubig angesichts der 54-prozentigen Dreierquote seines Teams. 45 der 69 Punkte erzielten die Eisvögel aus der Entfernung, allen voran die Französin Soana Lucet (6) und die Amerikanerin Bobbi Knudsen (5) waren selbst bei enger Bewachung nicht zu stoppen. „Von Lucet wussten wir es, aber dass die 21 so gut ist. Die hatte den Tag ihres Lebens“, war auch Hurricanes-Kapitänin Pia Mankertz erstaunt. Ihr Team traf bei 20 Dreierversuchen nur fünf Mal.

Als Grund für die Niederlage sah Mankertz auch, dass „wir vielleicht zu lange die Zone gespielt und zu viele Turnover gehabt haben“. Coach Christian Greve war mit der Defenseleistung indes einverstanden und resümierte: „Es war nicht zu erwarten, dass die so überragend die Würfe treffen – die waren ja alle verteidigt. Wir haben aber auch zu viele leichte Fehler gemacht. Da flog der Ball dann ganz woanders hin – das war nicht so gut.“

Young bringt Führung und muss raus

Schon im ersten Viertel liefen die Hurricanes lange neben der Spur und kamen erst durch einen 9:0-Run zur 21:20-Führung, die sie auf 35:29 durch Kierra Mallard ausbauten (19.), aber nicht hielten. Mitte des dritten Viertels zog Freiburg wieder vorbei und führte in der 36. Minute nach Lucets Dreier mit 63:56. Bei den Hurricanes stemmte sich vor allem Pia Mankertz gegen die Niederlage, Janae Young gelang 1:37 Minuten vor dem Ende sogar die kurze Rückkehr der Führung (65:63). Sie kassierte etwas später aber ihr fünftes Foul, während Lucet per Dreier und Adrienne Williams Godbold per Freiwurf untermauerten, was nun auch Coach Bozic glaubt: „Wenn wir eines können, dann ist es ein enges Spiel klarmachen. Wir haben gezeigt, dass wir starke Nerven und Charakter haben“, urteilte er über seine Experten für knappe Siege.

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