Frank Michaelis über Probleme und Perspektiven der Hallenkreismeisterschaft

„Einige Teams scheuen das Verletzungsrisiko“

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Zwei, die fest zur Hallenkreismeisterschaft gehören: Turnierleiter Frank Michaelis (r.) und Schiedsrichter Uwe Zahler, der in den letzten Jahren zahlreiche Spiele gepfiffen hat.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Sind die Hallenkreismeisterschaften der Fußballer noch zukunftsfähig oder ist der „Budenzauber“ vom Aussterben bedroht? Vor zehn Jahren nahmen noch 49 Teams daran teil, bei der am Wochenende startenden Ausgabe 2015 sind es nur noch 36, verteilt auf sechs Vorrundengruppen. Mit dem FC Alfstedt/Ebersdorf, TSV Groß Meckelsen, TSV Bülstedt/Vorwerk, MTSV Selsingen und SV Hamersen fehlen gleich fünf Kreisligisten. Über die Gründe und Perspektiven sprachen wir mit Frank Michaelis aus Lauenbrück. Er ist seit zwei Jahren Leiter dieser Titelkämpfe.

Im letzten Jahr gab es noch sieben Vorrundengruppen, dieses Mal nur noch sechs? Wie erklären Sie sich den Mannschaftsschwund?

Frank Michaelis: Wenn ich das genau wüsste. Ich weiß, dass einige Teams das Verletzungsrisiko in der Halle scheuen. Es gab ja auch jedes Jahr ein, zwei schwere Verletzungen. Auch die vereinsinternen Turniere, die zur gleichen Zeit stattfinden, könnten ein Grund sein. Über die Attraktivität will ich nicht groß spekulieren.

Was meinen Sie damit?

Michaelis: In anderen Landkreisen wird schon Futsal gespielt. Es ist ja auch der Wunsch des Niedersächsischen Fußball-Verbandes, dieses sukzessive einzuführen. Ob das zu mehr Nachfragen führt, kann ich nicht beurteilen. Bei den Jüngeren vielleicht, die sind da mit aufgewachsen, weil in der Jugend ja schon länger Futsal gespielt wird.

Gleich fünf Kreisligisten fehlen dieses Mal …

Michaelis: Und unser Seriensieger beziehungsweise Dauer-Abonnent ist auch raus – der TV Stemmen ist ja nun im Bezirk. Aber Titelverteidiger TuS Bothel ist wieder dabei.

Bothel stellt ja auch regelmäßig die Halle zur Verfügung. Hatten Sie sonst in diesem Jahr genügend Austragungsorte?

Michaelis: Es sind wieder recht wenig Hallen zur Verfügung gestellt worden, deshalb macht Bothel ja auch eine Dreier-Vorrunde. Ich hätte schon noch gerne eine Halle mehr gehabt. So muss man bereits im Vorfeld einiges austarieren.

Kamen denn aus dem Bremervörder Raum keine Angebote?

Michaelis: Bremervörde hatte sich gemeldet, aber erst einen Termin ab Februar gehabt. Da hatte ich aber schon das Halbfinale nach Sittensen und die Endrunde nach Bothel vergeben.

Rotenburg selbst taucht auch nie bei der Ausrichtung auf …

Michaelis: Ja, da interessiert sich offenbar keiner für die Hallenkreismeisterschaft – das ist meine Interpretation. Dabei würde es der Kreisstadt ganz gut zu Gesicht stehen. Es wäre schön, wenn man da mal was machen könnte.

Noch einmal zurück zum Trend, dass immer weniger Teams melden. Stirbt die Hallenkreismeisterschaft in einigen Jahren vielleicht aus?

Michaelis: Vor drei Jahren gab es noch eine Zwischenrunde, die wir rausgelassen haben. Das war schon der richtige Schritt. Bei abnehmender Mannschaftszahl müssen wir aber auch sehen, wie sich das weiterentwickelt. Ich glaube nicht, dass die Hallenkreismeisterschaft ausstirbt, aber wenn die Beteiligung noch weiter absinkt, muss man sich natürlich fragen, ob man die ganze Sache anders aufziehen muss. Es ist zwar keine Pflichtveranstaltung für die Vereine, aber wir sollten die Meisterschaft auch nicht sanft entschlummern lassen.

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