Cooley holt 19 Rebounds

65:56 – Hurricanes feiern gegen Neuss ersten Sieg

Mutig zieht Melda Tölle (am Ball) nach ihrem Steal gegen Natalie Bastian (hinten) zum Korb und wird von der Neusserin Lisa Spießbach gefoult. - Fotos: Freese
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Mutig zieht Melda Tölle (am Ball) nach ihrem Steal gegen Natalie Bastian (hinten) zum Korb und wird von der Neusserin Lisa Spießbach gefoult.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Im „Raubtiergehege“ der 2. Basketball-Bundesliga der Damen weht wieder ein anderer Wind: Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen die SG Bergische Löwen und die Panthers des OSC Osnabrück zähmten die Avides Hurricanes vor 150 Zuschauern in Scheeßel die TG Neuss Tigers mit 65:56 (33:32) und vermieden damit einen Fehlstart. „Alle haben frech die Dreier genommen“, wusste Coach Christian Greve um einen der Hauptgründe für den Sieg. Mit zehn erfolgreichen Würfen aus der Distanz hatten die Hurricanes am Ende den Neun-Punkte-Unterschied herausgespielt.

„Das war ein ganz wichtiger Sieg – richtungsweisend“, betonte Hurricanes-Vorstandsmitglied Utz Bührmann und ergänzte. „Es war vorher klar, dass sich der Verlierer ein neues Saisonziel würde suchen müssen.“ Die Hurricanes wie auch Neuss gehörten ursprünglich zum Kreis der Play-off-Kandidaten, waren aber beide mit zwei Niederlagen gestartet. Bei den Gästen hatte das bereits vor der Partie zu Konsequenzen geführt: Der Club trennte sich von Centerin Henrietta Wells, der zweiten US-Amerikanerin neben Aufbauspielerin Natalie Bastian.

Noch mehr schmerzte Neuss aber der Ausfall von Kapitänin Franziska Worthmann. Die gebürtige Rotenburgerin und frühere Hurricanes-Stammkraft – wohnt inzwischen in Düsseldorf und arbeitet im Bereich Sicherheits- und Krisenmanagement in Essen – saß in Jeans und Langarmshirt wegen eines Rippenanbruchs nur auf der Bank. „Die Chance, dass ‘Franzi‘ nicht dabei ist, müssen wir nutzen“, meinte Vorstandsmitglied und Hallensprecher Christoph Treblin bei knapper 33:32-Halbzeitführung. Schließlich hatte die 31-jährige Dreier-Expertin ihrem Ex-Club vergangene Saison an alter Wirkungsstätte 20 Punkte beim 70:63-Erfolg eingeschenkt und war auch im Rückspiel siegreich geblieben.

Es darf gejubelt werden: Coach Christian Greve, Tuba Poyraz, Lotta Stach und Melda Tölle (v.l.).

Dieses Mal drehten die Hurricanes den Spieß um, vor allem, weil sie bei den Dreiern eine ordentliche 38-Prozent-Quote hatten. Allein die Amerikanerin Kama Griffitts traf fünf Mal aus der Entfernung. „Wir haben im Training viel geworfen“, verriet Greve. Und er fand: „Gegen die Zone haben wir das in einigen Phasen in der Offense ganz hervorragend gelöst.“ Allerdings noch nicht konstant. So verpassten es die Hurricanes mehrfach, ihre herausgespielten Vorsprünge entscheidend auszubauen und wegzuziehen. Das war schon im ersten Viertel so, als ein Doppelschlag von Andrea Baden zum 9:4 für Sicherheit hätte sorgen können (6.), ein Dreier von Natalie Bastian aber plötzlich Neuss mit 12:11 nach vorne brachte (9.). Kurz zuvor hatte sich Centerin Alecia Cooley von Greve „wecken“ lassen müssen. „Alecia, come on, wake up“, rief er aufs Feld und legte in der Auszeit nach. Am Ende war zumindest Cooleys Rebound-Bilanz mit 19 eingesammelten Bällen beeindruckend.

Auch Mirja Beckmann (am Ball, gegen Jana Heinrich) hatte einige gute Szenen gegen Neuss.

Youngster Melda Tölle setzte ein Glanzlicht, als sie mit Biss im zweiten Viertel den Ball gegen Bastian stealte, das Foul zog und auf 31:19 erhöhte (15.). Doch wieder schmolz der Vorsprung. Ebenso wie die nach der Pause herausgeworfene 51:37-Führung, der ein 10:0-Run der Gäste folgte (30.). „Diese Wellenläufe sind beim Basketball doch normal, außer du bist total dominant“, erklärte Greve.

In Zivil an alter Wirkungsstätte: Franziska Worthmann.

Mutig steuerte mit Nike Fortmann eine weitere 16-Jährige per Dreier das 54:47 bei. Neuss verkürzte noch einmal gefährlich auf 56:59 durch Britta Worms (37.), doch knapp 180 Sekunden vor dem Ende zog Fortmann beim Dreierversuch das Foul und verwandelte zwei von drei Freiwürfen zum vorentscheidenden 63:56. „Genau das sind die Situationen, die ich will“, freute sich Greve über den Auftritt der Talente.

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