Mit Flaggen und Zeichensprache

Fünf Kreis-Referees bei der Futsal-DM der Gehörlosen im Einsatz

Oliver Klebs (l.) und Steffen Ludwig waren zwei der fünf Unparteiischen aus dem Kreis Rotenburg, die bei der Gehörlosen-Futsal-DM in Bremen Spiele leiteten. Foto: Freese
+
Oliver Klebs (l.) und Steffen Ludwig waren zwei der fünf Unparteiischen aus dem Kreis Rotenburg, die bei der Gehörlosen-Futsal-DM in Bremen Spiele leiteten.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Auf den Sportplätzen des Fußball-Kreises sind sie häufig mit der Pfeife im Mund zu sehen, auch bei den Hallenkreismeisterschaften immer wieder. Doch am vergangenen Samstag hatten die Schiedsrichter Oliver Klebs (Rotenburger SV), Christian Rathjen (SV Ippensen), Boris Blendermann (Heeslinger SC), Hans-Rolf Sliwa (MTV Hesedorf) und Steffen Ludwig (SSV Wittorf) einen ganz besonderen Einsatz: Sie leiteten in Bremen-Gröpelingen Spiele der Deutschen Futsal-Meisterschaft der Gehörlosen in der U 19.

„Der Bremer Verband hatte bei mir gefragt, ob wir Amtshilfe leisten können. Da war es für mich selbstverständlich, dass wir die Bremer so gut es geht unterstützen“, berichtet Steffen Ludwig, der als Beisitzer im Schiedsrichterausschuss des Kreises auch Hallenansetzer ist. Einer zusätzlichen Ausbildung, um Spiele der Gehörlosen zu leiten, bedarf es dabei nicht. „Um dort pfeifen zu können, muss jeder eine Futsalschulung haben. Diese gibt es jedes Jahr bei uns im Kreis, ohne diese Schulung werden keine Schiedsrichter beim Futsal angesetzt“, erläutert Ludwig. Und die Futsalregeln seien auch nahezu gleich. 

Kleiner Unterschied: „Zwei Minuten vor Schluss wurde da die Zeit bei jedem Foul und bei jedem Aus angehalten, um ein Zeitspiel nicht zuzulassen. Desweiteren mussten die Auswechselspieler Leibchen tragen, nicht wie bei uns im Kreis, wo es nur übergeben werden kann“, erklärt der Referee aus Visselhövede. Der hauptsächliche Unterschied besteht in der Verwendung der Flaggen, um einen Regelverstoß anzuzeigen. Vieles geht auch durch Zeichensprache. „Was mich sehr gefreut hat, war zu sehen, wie gut die Spieler mit der Gehörlosigkeit umgehen können und sich mit der Zeichensprache verständigen“, stellt Ludwig fest.

Insbesondere die Fairness unter den Mannschaften fiel ihm obendrein auf, denn die Unparteiischen mussten im gesamten Turnierverlauf nur zwei Gelbe Karten zeigen.

„Da können sich so einige Vereine in unserem Kreis eine Scheibe von abschneiden“, findet Ludwig und ergänzt: „Ich bin immer noch davon begeistert, wie man, ohne etwas zu hören, Futsal in der Halle spielen kann. Denn auch die Leistung der Spieler war sehr gut.“ Als neuer U 19-Meister verließ dabei der Berliner SC Comet die Halle.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Meistgelesene Artikel

Beim Abendlauf der anderen Art ist Juhnke gleich zweimal weit vorne

Beim Abendlauf der anderen Art ist Juhnke gleich zweimal weit vorne

Beim Abendlauf der anderen Art ist Juhnke gleich zweimal weit vorne
Gerrit Falius, alias Disarstar, schließt sich dem MTV Wohnste an

Gerrit Falius, alias Disarstar, schließt sich dem MTV Wohnste an

Gerrit Falius, alias Disarstar, schließt sich dem MTV Wohnste an
Marcel Costly hat es ohne Nachwuchsleistungszentrum in den Profifußball geschafft

Marcel Costly hat es ohne Nachwuchsleistungszentrum in den Profifußball geschafft

Marcel Costly hat es ohne Nachwuchsleistungszentrum in den Profifußball geschafft
Nur Lotta Stach ist beim Re-Start wach ‒ 61:71

Nur Lotta Stach ist beim Re-Start wach ‒ 61:71

Nur Lotta Stach ist beim Re-Start wach ‒ 61:71

Kommentare