Fitschen fühlt sich in der Vorbereitung auf die Wunstorf-Partie aber nicht gestört / „Tun wir gerne“

RSV weicht für den HSV aus

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Auch HSV-Profi Valon Behrami trainierte im Rotenburger Ahe-Stadion und spielte „Handball“.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Was für eine kuriose Situation am Mittwochabend auf der Ahe-Sportanlage in Rotenburg. Erst trainierten direkt im Stadion die Profis des Hamburger SV, kurz danach nur einen Steinwurf entfernt die Oberliga-Kicker des Rotenburger SV. „Egal, wer hier trainiert, er steigt ab“, frotzelte ein Journalist aus Hamburg. Während der Bundesliga-Dinosaurier Schlusslicht ist, droht dem RSV der Abstieg als Vorletzter. Dass er nicht auf Platz drei, dem eigentlichen Übungsplatz, durfte, sondern mit dem „Vierer“ vorliebnehmen musste, störte Coach Jan Fitschen vor der Partie beim 1. FC Wunstorf (Sonntag, 15 Uhr) aber ebenso wenig wie der HSV-Hype.

„Wenn wir einen Beitrag dazu leisten können, dass der glorreiche HSV in der Liga bleiben kann, tun wir es gerne“, kommentierte Fitschen etwas süffisant. Betonte aber: „Das ist ganz entspannt, wir hatten ja keine großen Berührungspunkte.“ Zumal die Hamburger gestern nur vormittags übten und der RSV sogar trainingsfrei hatte.

Allerdings war am Mittwoch lange Zeit nicht klar gewesen, dass der RSV überhaupt aufs Trainingsgelände durfte. Erst um 17 Uhr erhielt Fitschen das Okay. „Vorher hieß es noch, dass die Anlage eventuell komplett abgesperrt wird. Das wäre natürlich ärgerlich gewesen.“ Doch dazu kam es nicht.

Erst am Vormittag, nach der Inthronisierung von Bruno Labbadia als Chefcoach, hatte der HSV überhaupt seine Trainingslager-Pläne in Richtung Rotenburg kundgetan. Die Unterkunft war mit dem Wachtelhof schnell gefunden. „Ich bin gegen 11.30 Uhr gefragt worden und habe dann gesagt, dass wir alles dafür tun, dass der HSV in Rotenburg trainieren kann und es Priorität hat“, erklärte Bürgermeister Andreas Weber. Von einer Bestätigung des Clubs erfuhr aber auch er nach eigener Aussage erst, nachdem Labbadia Rotenburg um 13.30 Uhr bei seiner ersten Pressekonferenz als Quartier genannt hatte. Unwissend zu diesem Zeitpunkt: Der RSV, aber auch die hiesige Polizeiinspektion, die es erst von unserer Zeitung beziehungsweise aus anderen Medien erfuhren. „Man muss uns nicht fragen, man muss uns als Polizei nur informieren“, bemerkte Ralf Reinhardt als zuständiger, weil sogenannter szenekundiger Beamter. Er ergänzte aber auch: „Das ist keine kritische Angelegenheit, das ist nicht mit Sicherheitsauflagen verbunden.“ So war Reinhardt als einziger Beamter Mittwoch und Donnerstag vor Ort. Weiteres Sicherheitspersonal war nicht da, nur wenige Ordner.

Da wird in der Oberliga bisweilen schon mal mehr aufgefahren – bei Risikospielen. In Rotenburg ist das eher selten der Fall. Auch Sonntag in Wunstorf wird es so sein.

Jan Fitschen will dort im Vergleich zur 2:4-Niederlage gegen den 1. FC Germania Egestorf/Langreder durchaus die eine oder andere Position verändern, wobei für Tobias Kirschke die Saison aufgrund seiner Adduktorenprobleme beendet sein dürfte. Herman Puhmann wird vermutlich nie wieder im RSV-Trikot zu sehen sein. „Ich glaube nicht, dass er nochmal zum Kader stoßen wird“, nennt Fitschen private Gründe.

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