Als Innenverteidiger ohne Gegentor / Co-Trainer-Job ruht, aber C-Lizenz im Blick

Jan Fitschen entwickelt im Alter ganz neue Talente

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Die Mitspieler liegen sich schon in den Armen, Jan Fitschen (r.) eilt lachend hinzu. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseJa, welche Rolle hat Jan Fitschen jetzt eigentlich beim Rotenburger SV inne? „Die kann ich auch nicht definieren. Ich habe mittlerweile den Überblick verloren“, antwortet der 31-Jährige lachend. In der Hinrunde war er beim Fußball-Oberligisten noch hauptsächlich Co-Trainer gewesen, nach der Winterpause ist er auf dem Feld unverzichtbar geworden. So auch am Samstag beim 1:0-Sieg über den VfL Oldenburg. Da überzeugte Fitschen auf der für ihn ungewohnten Position des Innenverteidigers.

Erst zum zweiten Mal „in meinem Leben“ lief er in der Abwehrzentrale auf. Und wie schon bei seiner Premiere, dem 0:0 beim VfL Bückeburg im Februar, gab’s kein Gegentor! „Im Alter entwickelt man eben viele Talente“, wehrt Fitschen Komplimente mit Humor ab. Wohlwissend, dass es für ihn eine Umstellung ist. Schließlich hatte er jahrelang auf der linken Abwehrseite seine Heimat, fühlt sich aber auch als Sechser wohl. „Vom Kopf her ist das ganz anders. Als Innenverteidiger musst du versuchen, das Spiel aufzubauen, hast aber keinen mehr hinter dir, darfst kein Risiko gehen und musst einfache Bälle spielen.“ Gegen Oldenburg gelang ihm das an der Seite von Christoph Drewes ausgezeichnet. Vor allem vor dem Führungstor von Björn Mickelat, das Fitschen mit einem langen Ball in die Spitze einleitete. Was fast wie ein Befreiungsschlag aussah, „war schon so gewollt. Ich kenne Micky jahrelang und weiß genau, wo er sich rumtummelt.“

Und auch wenn der eigentliche Job als Co-Trainer momentan ruht, verliert Jan Fitschen ihn nicht aus dem Blick. Mehr noch: In den letzten Wochen absolvierte der Routinier in Barsinghausen die nötigen Lehrgänge zur C-Lizenz Leistungsfußball, im November steht die Prüfung an. „Ich baue für die Karriere danach vor und will zunächst die Voraussetzungen dafür geschaffen haben“, sagt er. „Auch wenn man jahrelang hoch gespielt hat, ist es doch ein ganz anderer Schnack, eine Mannschaft zu trainieren. Da muss du deine Schulaufgaben dann schon vorher machen, bevor du auf die Menschheit losgelassen wirst.“ An der Seite von Benjamin Duray schaut Fitschen sich aber auch jetzt schon einiges ab: „Unter ihm kannst du sehr viel lernen. Da gibt es hier im Umfeld wenig Bessere – wenn überhaupt einen.“

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