Langjähriger Athletikcoach des SV Werder Bremen zu Gast bei der TGLR

Figura setzt auf Dynamik

Referent Lars Figura nahm sich Zeit für viele Ansagen und Korrekturen während des Trainings. Foto: WUTTKE

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Für Sebastian Czimmeck war es eine kleine Reise in die Vergangenheit. Ihm kam vieles bekannt vor. „Er meinte sofort, dass er die Übungen schon oft gemacht habe“, berichtete Tim Ebersbach, Coach des Fußball-Landesligisten Rotenburger SV. Kein Wunder: Bei der 97. Veranstaltung der Trainergemeinschaft Landkreis Rotenburg (TGLR) war Lars Figura zu Gast. Der langjährige Athletiktrainer im Nachwuchsbereich des SV Werder Bremen hatte Czimmeck damals an der Weser unter seinen Fittichen und referierte auf dem Rotenburger Ahe-Sportplatz im Praxisteil zum Thema „Dynamikvorteile – wie man sie in Spielsituationen erzeugt und nutzt.“

Bei den Übungen von Figura ging es immer wieder darum, dass ein Spieler im Zweikampf aus dem Sprint auf einen stehenden Abwehrspieler zuläuft, oder ein Defensivmann aus der Bewegung heraus auf einen stehenden Stürmer Druck ausübt. „Die Spieler müssen ein Gefühl dafür entwickeln, wann sie klare Dynamikvorteile haben – wenn sie selbst laufen und der Gegner nicht“, meinte der Referent.

Immer wieder gab er den Probanden des RSV Tipps und unterbrach dafür die Einheit. „Im normalen Trainingsbetrieb hat man für solche Basics-Übungen oft keine Zeit“, gestand Ebersbach. Er nahm die Einheit aufmerksam zur Kenntnis und bemerkte: „So ein Training kommt uns gerade recht. Ich finde es immer gut, wenn man nach einer Niederlage direkt am nächsten Tag trainiert.“ Am Sonntag hatte der RSV beim SV Teutonia Uelzen mit 0:2 das Feld verlassen, zeigte sich aber schon wieder engagiert.

Vor dem Praxisteil hatte Figura bereits zum Thema „Die Schattenseite der Digitalisierung – was in der Cloud verborgen bleibt“ vorgetragen. Er zeigte den Teilnehmern auf, welche Möglichkeiten den Fußballtrainern mittlerweile offenstehen, um Trainingsleistungen zu messen und zu speichern. Demzufolge könne man nun bei Profivereinen ganz genaue individuelle Programme für die Akteure erstellen, um auf einzelne Schwächen zu reagieren. Vor allem für Ebersbach ist diese Vorstellung verlockend. „Ich würde super gerne mal mit solchen Chips trainieren, die diese Daten erfassen. Die sind nur leider total teuer“, erklärte er. Auch Figura ist Fan der Datenerfassung. „Es wird aber in Zukunft sehr wichtig werden die Technik einzubeziehen. Die Länder, die sich die Digitalisierung im Fußball leisten können, werden an der Spitze bleiben“, prognostizierte er. Er warnte aber: „Verlasst euch nicht nur auf die Daten, achtet auf eure Selbstreflexion und den Vergleich zu anderen Teams“, richtete er eine Warnung an die Teilnehmer und TGLR-Boss Gerd Rathjen.

Der freute sich über 32 Gäste bei der Veranstaltung sowie sechs neue Mitglieder. „Das war ein gelungener Abend“, resümierte Rathjen.

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