21-Jähriger verlässt JFV Verden/Brunsbrock nach „persönlichen Kontroversen“

Felix Meyer steigt beim RSV ein

Felix Meyer steht in der nächsten Saison für die U 15 des RSV an der Seitenlinie. 
Foto: maf
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Felix Meyer steht in der nächsten Saison für die U 15 des RSV an der Seitenlinie. Foto: maf

Rotenburg – „So kann man keinen Verein führen“, sagt Felix Meyer. Mit dieser Aussage rechnet der 21-Jährige mit dem JFV Verden/Brunsbrock ab. Der Scheeßeler hatte in den vergangenen Jahren den Jahrgang 2003 des Jugendfördervereins trainiert, ehe eine „persönliche Kontroverse“ die Zusammenarbeit nun enden ließ. Doch des einen Leid, ist des anderen Freud: So steigt Felix Meyer zur kommenden Saison in die Jugendarbeit des Rotenburger SV ein und trainiert künftig die U 15 des Vereins.

„Das ist für uns eine richtig gute Neuverpflichtung“, findet Andreas Kurth, der Sportliche Leiter der Juniorenmannschaften. „Wir freuen uns, dass Felix nun nicht mehr nur an Rotenburg vorbeifährt, sondern zum Training hierher in die Ahe abbiegt. Er hat in den vergangenen zwei Jahren beim JFV Verden/Brunsbrock eine gute Arbeit gemacht”, lobt Kurth.

Diese sei am Ende allerdings nicht mehr viel wert gewesen, da der Verein für die Zukunft andere Pläne verfolgen würde. Meyers bisherige Mannschaft, die U 17, soll künftig als U 19 in der Niedersachsenliga spielen – mit einem neuen Coach. „Mit mir als eigentlichen Trainer wurde nicht gesprochen. Ich musste Anfang des Monats von selbst die Gespräche suchen, um von den Planungen des Vereins zu erfahren“, kritisiert der 21-Jährige. Er sei sich sicher, dass „persönliche Befindlichkeiten“ den Ausschlag für die Entscheidung des Vereins gegeben haben. „Ich sage meine Meinung und das gefällt nicht immer jedem“, stellt er klar.

Peter Powels, der zuständige Jugendkoordinator beim JFV Verden/Brunsbrock, ist sich indes keinem Fehlverhalten bewusst. „Wir wollen in Zukunft nur noch mit lizenzierten Trainer zusammenarbeiten. Felix hat es versäumt, seine Lizenz zu verlängern, sodass sie ungültig ist“, begründet er die Entscheidung zugunsten eines neuen Trainers. Fehler in der Kommunikation habe es seiner Auffassung nach ebenfalls nicht gegeben. Powels sagt: „Aber es ist seine Meinung. Dass er mit der Situation nicht glücklich ist, kann ich mir denken.“

Und in der Tat: Der Moment, als Meyer seine Mannschaft über seinen Abschied informieren musste, sei „für die Spieler und für mein Trainerteam sehr emotional“ gewesen. „Die Jungs haben sich geschlossen für mich ausgesprochen und haben in einem Gespräch mit dem Verein noch versucht, den Vorstand umzustimmen. Ohne Erfolg.“ Die Lizenz-Begründung sei in seinen Augen, „nur ein vorgeschobener Grund, um mich loszuwerden“. Schließlich habe er ja die C-Lizenz, konnte sie aus zeitlichen Gründen aber bislang nicht auffrischen. „Wenn man von einem Trainer überzeugt ist und die sportliche Entwicklung der Mannschaft stimmt, hätte man die Angelegenheit sicherlich auch anders regeln können“, findet er. Dem stimmt Kurth zu: „Wir legen ebenfalls großen Wert auf eine gute Ausbildung, dürfen aber nicht vergessen, dass es Amateur-Fußball ist. Wenn ein Trainer aus privaten Gründen vorübergehend keine Zeit hat, seine Lizenz zu erwerben oder zu verlängern, ist das für uns in Ordnung.“

Die Fronten sind verhärtet, die Chance auf eine baldige Klärung gering. So oder so: „Es ist sehr schade, dass diese besondere Konstellation in Verden nun zu Ende geht. Wir waren über zwei Jahre erfolgreich. Die Spieler sind für mich durch’s Feuer gegangen. Ich bin mir sicher, dass ich sportlich und auch menschlich einige Spuren hinterlassen habe.“

Das soll nun auch beim Rotenburger SV gelingen. Gestern Abend stellte er sich seinen neuen Spielern und ihren Eltern, die laut Kurth „ausnahmslos begeistert“ waren, vor. „Es ist eine sehr interessante Aufgabe. Die Mannschaft wurde von meinem Vorgänger Daniel Reuter bislang bestens ausgebildet. Ich muss hier keine Aufbauarbeit leisten, sondern kann an die Arbeit von Daniel anknüpfen“, ist Meyer optimistisch. Das Gefühl beim RSV habe ohnehin sofort gestimmt: „Der Verein hat den Eindruck vermittelt, mich unbedingt haben zu wollen. Ich spüre hier wieder das Vertrauen, was mir zuletzt in Verden gefehlt hat.“

Der RSV setzt große Stücke auf die Arbeit von Meyer. Die U 15 sei laut Kurth ein „sehr hoffnungsvoller Jahrgang“. In der abgelaufenen Saison habe das Team ungefährdet den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft, hätte nun die Qualifikation zur Landesliga spielen sollen. „Diese ist nun allerdings der Pandemie zum Opfer gefallen, soll aber im Herbst – oder wann eben wieder gespielt werden kann – nachgeholt werden”, erklärt der Sportliche Leiter. Das Ziel sei dabei klar: „Perspektivisch wollen wir ab der U 15 aufwärts als Minimum in der Landesliga spielen, damit soll es in der neuen Saison losgehen”, stellt er klar.

Mit Felix Meyer habe der RSV „genau den richtigen Trainer dafür verpflichtet“, ist sich Kurth sicher. Anfang des Jahres hatte er noch befürchtet, dass es der Wümme-Verein in der Sandwichposition mit der Konkurrenz aus Verden/Brunsbrock und dem JFV A/O/Heeslingen schwer haben könnte. „Deshalb ist es für uns umso bemerkenswerter, dass Felix aus Verden zu uns nach Rotenburg kommt“, freut sich der Sportliche Leiter. Es beweise, dass sich die neue Leistungsorientierung des Vereins in der Region herumspreche. „Zumal einige RSV-Trainer auch durchaus Angebote bekommen haben“, so Kurth.

Von Lea Oetjen

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