SPIELER DES WOCHENENDES Mickelats Ziel: Aufstieg mit fast 40

Fasten für die Oberliga

Übersicht und Cleverness gehören zu Björn Mickelats großen Stärken. Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Altherren-Elf muss noch warten. Obwohl Björn Mickelat im Dezember bereits 40 Jahre alt wird, bleibt es auch in der nächsten Saison nur bei vereinzelten Einsätzen für die „Oldies“ des Rotenburger SV. Schließlich hat der Offensivspieler andere Pläne – raus aus der Fußball-Landesliga. „Auf jeden Fall ist die Oberliga ein Ziel“, gesteht er. Am Samstag trug er mit zwei Toren beim 3:2 gegen den VfL Westercelle dazu bei, dass die Wümme-Kicker weiter an der Tabellenspitze stehen und der Aufstieg „langsam Form annimmt“.

Noch sind es nur ganz zart erkennbare Umrisse, aber Mickelat, der schon Oberliga gespielt hat, als es noch die vierte und nicht die fünfte Liga war, traut sich diesen Sprung zu: „Es kommt natürlich darauf an, in welchem Umfang, aber helfen kann ich da noch auf jeden Fall. Und für die Jungen wären es auch Erfahrungswerte, die du mitnimmst, wenn du vor 1 500 Zuschauern in Delmenhorst spielst“, ist er überzeugt. Er weiß aber: „Da brauchst du Spieler, die powern können, denn da arbeiten wir wahrscheinlich wieder mehr gegen den Ball als jetzt.“ In der Landesliga setzt der RSV vielmehr auf Offensivfußball und hat damit Erfolg.

Auch dank Mickelat, dem sein fortgeschrittenes Fußballer-Alter nicht anzumerken ist. Bereits in der Partie bei der SV Drochtersen/Assel II (6:3) war der 39-Jährige der beste Rotenburger. Nun gegen Westercelle erneut. „Das hatte alles Hand und Fuß“, meint Coach Tim Ebersbach anerkennend und nahm seinen Routinier erst in der Nachspielzeit vom Feld. „Es geht nicht ums Alter, sondern um die Qualität“, betont Mickelat in Anlehnung an Otto Rehhagel. Die Fitness bringt er ebenfalls mit: „Dafür mache ich auch ein bisschen was.“ Zweimal im Jahr, meist in der Vorbereitung, heißt es für ihn vier Wochen lang Intervallfasten – keine Kohlenhydrate, keinen Alkohol. „Das macht sich schon bemerkbar, wenn du sechs Kilo weniger hast“, sagt er.

Hinzu kommt seine Erfahrung und Cleverness, womit er schon manche Spiele entschieden hat. Auch der Ausgleich zum 1:1 gegen Westercelle war mal wieder so ein typisches Mickelat-Tor. An der Torauslinie nahm er es mit drei Gegenspielern auf und schob in Ermangelung einer Abspielmöglichkeit den Ball zwischen dem verdutzten Keeper Jannick Heuer und dem ersten Pfosten ins Netz. „Die Laufwege in der Mitte waren nicht gut, da blieb mir nichts anderes übrig“, erklärt Mickelat fast schon entschuldigend. „Aber ich habe in Rotenburg schon mehrere so komische Tore von der Grundlinie geschossen.“

Dass der Verein und Coach Ebersbach in der nächsten Saison nicht auf seine Dienste verzichten wollen, steht außer Frage. Andersherum ist es genauso. „Ich fühle mich einfach gut und habe die absolute Rückendeckung vom Trainer.“ Also verschwendet er keinen Gedanken ans Aufhören. „Für mich gibt es keine andere Sache. Dazu macht es einfach zu viel Spaß. Außerdem kann ich es Tim doch nicht antun“, meint Mickelat, lacht und hat sich auch bereits den Aufstiegsplan zurechtgelegt: „Wir haben jede Woche Endspiele. Und Endspiele will man gewinnen.“ Außerdem laste der Druck ja vielmehr auf den Verfolgern.

Den Altherren des Vereins bleibt also nur die Hoffnung, dass er ab und an mal aushilft. „Wenn es passt – gerne. Aber zwei Tage in Folge, das geht nicht“, kennt Mickelat seine Grenzen.

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