Vor zehn Jahren

Fast wäre Ailton in Wittorf gelandet

Aus dem Umzug nach Wittorf wurde nichts – in Visselhövede war Ailton (r.) trotzdem vor zehn Jahren, hier im Interview mit Peter Carstens.
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Aus dem Umzug nach Wittorf wurde nichts – in Visselhövede war Ailton (r.) trotzdem vor zehn Jahren, hier im Interview mit Peter Carstens.

Visselhövede – Inzwischen lebt er mit der Familie in Dallas/Texas. Nein, nicht auf der Southfork Ranch wie J.R. Ewing einst. So etwas in der Art hat Ailton schließlich in seiner brasilianischen Heimat schon. Aber wer erinnert sich noch daran, dass der einstige Kugelblitz des SV Werder Bremen fast einmal ein Haus in Visselhövede bezogen hätte? Genauer gesagt in Wittorf. „Ist das schon zehn Jahre her?“, fragt Markus Hoyer, heute Fußball-Abteilungsleiter des VfL Visselhövede, ungläubig. Ja, ziemlich genau zehn Jahre.

Der Besichtigungstermin stand schon, dann rief Ailton aus dem Auto an. Weil er angeblich im Stau stand, platzte die ganze Sache mit dem Umzug in den beschaulichen Kreis Rotenburg. Das Tor zur Heide – Ailton ging einfach nicht durch. Die Kontakte zu den Hoyers hatte damals Werder-Legende Dieter Burdenski hergestellt. Die Idee entstand, weil Ailton nach seiner erfolgreichen Profizeit die Karriere ausklingen lassen, aber sich noch ein paar Euro mit seinem Können verdienen wollte.

Es war trotzdem eine echt lustige Zeit.

Markus Hoyer

Das Visselhöveder Mineralölunternehmen Hoyer half dabei, dass der damals 37-Jährige zum Regionalligisten FC Oberneuland, seinem zwölften Klub nach dem Abschied bei Werder 2004, wechselte und wollte das Enfant terrible als Repräsentant für sich gewinnen. „Er sollte ein paar Marketingaktionen durchführen, am Tag der offenen Tür und so. Alles für ein ganz normales Honorar“, erinnert sich Markus Hoyer, geschäftsführender Gesellschafter im Familienunternehmen. Und ergänzt schmunzelnd: „So richtig zustande gekommen ist da nie etwas.“ Ailton war halt Ailton – nicht unbedingt die Zuverlässigkeit in Person. „Es war trotzdem eine echt lustige Zeit“, sagt Hoyer und bestätigt: „Er hatte damals angefragt, ob er hierher ziehen könne.“ Auch als Ailton damals in einem Rotenburger Shop einen Handyvertrag abschließen wollte, klingelte plötzlich Hoyers Telefon, weil der Brasilianer Hilfe benötigte.

Eine halbe Saison im Trikot des FC Oberneuland

Für Oberneuland spielte Ailton eine halbe Saison. Er debütierte am 14. August 2010 neben dem ehemaligen Rotenburger Jair Baller im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg (0:1). „Ich denke, Oberneuland wird meine letzte Station sein, danach ist Schluss“, hatte er damals noch im Interview mit kreiszeitung.de betont. Rio Branco Esporte Clube in Brasilien und Verbandsligist Hassia Bingen sollten letztlich trotzdem noch zu seiner reichhaltigen Vita dazukommen.

Aus dem Umzug nach Wittorf wurde zwar nichts, wenige Tage später war er aber immerhin Gast auf dem Sportplatz des VfL Visselhövede. Der absolvierte vor 2 500 Zuschauern ein Spiel gegen Werders Traditionself um Dieter Eilts, Benno Möhlmann und Co. Der Publikumsmagnet stand nicht im Trikot auf dem Feld, sondern auf der Tribüne, musste eifrig Autogramme schreiben und Interviews geben.

Von Matthias Freese

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