RSV schubst Ottersberg Richtung Bezirksliga

1:0-Derbysieg: Fahrner genügt eine starke Aktion

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Kurzzeitig wird es gefährlich, als Ottersbergs Keeper Felix Mindermann den Ball nicht festhalten kann. Patrick Delon (l.) drängt den Rotenburger Yannick Chwolka aber vom Tor weg.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Nachbarschaftshilfe für den stark abstiegsgefährdeten TSV Ottersberg blieb aus! Durch einen schmeichelhaften 1:0 (1:0)-Heimsieg in seinem ersten Pflichtspiel nach der Winterpause schubste der Rotenburger SV den Wümme-Rivalen im Derby der Fußball-Landesliga immer weiter in Richtung Bezirksliga. Für Ottersbergs Coach Jan Fitschen hatte bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte vor allem der Siegtreffer von Toni Fahrner einen „blöden Beigeschmack“.

Es lief die 39. Minute, als Tobias Kirschke erst der Ball klar erkennbar an die Hand sprang, ehe der Sechser des RSV von Drilon Demaku im Mittelkreis gefoult wurde. Referee Christian Hoyer (SV Dreye) ahndete zum Ärger der Gäste nur die zweite Aktion. Da Ottersbergs Defensive den Freistoß von Jelle Röben anschließend schlecht abwehrte, kam Fahrner aus der Distanz in der Rückwärtsbewegung zum Schuss – 1:0. Es war die einzige gelungene Aktion der alleinigen Spitze. „Aber manchmal muss man nur ein Mal da sein und es ist gut“, bemerkte der Torschütze nach dem „wichtigen Derbysieg“ treffend.

Viel mehr Chancen besaßen die Gastgeber vor knapp 100 Zuschauern in den gesamten 90 Minuten nicht. Coach Tim Ebersbach hatte bewusst eine defensive Aufstellung gewählt und auf die schnellen Außen Atilla Iscan, Marcello Muniz und Lukas Heller verzichtet. „Das Ergebnis gibt mir ja recht mit der Taktik. Auf dem Boden brauchten wir Zweikampfstärke. Und da war unsere Quote sehr positiv. Viele Torchancen haben wir nicht zugelassen. Natürlich hat Ottersberg mehr investiert – das mussten sie aber auch“, so Ebersbach.

Toni Fahrner ballt die Fäuste zum Jubeln, nachdem er den RSV in Führung gebracht hat. Mathis Wulff (l.), Jannis Niestädt (2.v.r.) und Lucas Chwolka nehmen die Verfolgung auf, um dem Stürmer zu gratulieren.

Wohl wahr. Obgleich Ottersberg deutlich mehr vom Spiel hatte und der RSV insbesondere bei eiskaltem Gegenwind in der zweiten Hälfte kaum mehr aus der eigenen Hälfte herauskam, blieb die ganz große Torgefahr aus. Fitschen hatte in der Pause den angeschlagenen Bekim Murati sowie Jan Schröder für Lukas Klapp und Jens Finger gebracht, um den Druck zu erhöhen. Doch letztlich waren es zwei Freistöße von Drilon Demaku, die das meiste Aufsehen erregten – Keeper Henner Lohmann parierte jedoch glänzend (77./88.). „Fußballerisch waren wir weitaus besser. Rotenburg hat im Spiel nach vorne doch nicht stattgefunden. Aber wir müssen mehr Kapital aus unserer Überlegenheit schlagen und nicht so umständlich vor dem Sechzehner spielen“, stöhnte Fitschen. „Wie willst du auf dem Acker aber auch spielen?“, fragte Mittelfeldakteur Demaku rhetorisch. Wobei angemerkt werden muss, dass der Platz für die niedrigen Temperaturen durchaus in einem ordentlichen Zustand war. Nur an der Seite vor den Trainerbänken war er noch gefroren und knüppelhart – da klapperten die Fußballschuhe der Protagonisten fast wie galoppierende Pferdehufe auf Asphalt.

Stirnduell: Jelle Röben (l.) gegen Ottersbergs Artur Janot.

Während der RSV sich nach dem Sieg weiter oben im Tableau der Liga einnistet, wird die Lage für den Tabellenvorletzten Ottersberg nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel des Jahres immer bedrohlicher. Mit nur zehn Punkten aus 15 Spielen liegen die Grün-Weißen weiterhin sieben Zähler hinter den Nichtabstiegsrängen. Seit zehn Spielen ist die Fitschen-Elf nun schon ohne Dreier, den letzten Sieg gab es am 10. September gegen den TuS Harsefeld (3:2). Vielleicht erklärt das auch den Frust, der sich in manchen Situationen der Partie Platz verschaffte – wie etwa beim Stirnduell, dass sich Artur Janot mit Rotenburgs Jelle Röben erlaubte (29.). Oder bei einer unschönen Szene, für die Patrick Delon in der 60. Minute mit Gelb noch gut bedient war.

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