RSV fängt ärgerliches 1:2 / Präsenter Muharemi belohnt sich / Baris spielt bei Startelf-Debüt durch

Lohmann ärgert sich über die Mauer

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Dennis Janssen spielte mit lädierter und bandagierter Hand durch – erst danach ging es für ihn ins Krankenhaus.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Henner Lohmann war stinkig. „Da haben sie mich ganz schön angeschissen“, grantelte der Keeper des Rotenburger SV auf dem Weg in die Kabine mit seinen Vorderleuten. Einen harmlos wirkenden Freistoß von Dominic Hartmann hatte er fallen gelassen und somit Niklas Kiene in der 62. Minute den 2:1 (1:1)-Siegtreffer für die Gäste des VfV 06 Hildesheim ermöglicht. Doch der Torwart des Tabellenvorletzten fühlte sich in der ausgeglichenen Partie der Fußball-Oberliga nicht als Hauptverantwortlicher und klärte auf: „Die Mauer ist einen Meter zur Seite gesprungen.“

Wer auch immer der Schuldige im zehnten sieglosen Spiel in Folge war – Vorwürfe gab es von keiner Seite. Der RSV-Vorsitzende Henri Ohlmann, dieses Mal auch als Stadionsprecher für die 140 Zuschauer tätig, attestierte dem Team noch via Lautsprecher, eine „sehr, sehr engagierte Leistung gezeigt“ zu haben. Und Coach Jan Fitschen bemerkte später: „In unserer Situation kann ich nur den Hut davor ziehen, was die Jungs an Charakter, Laufbereitschaft und Willen an den Tag gelegt haben – das war à la bonne heure!“

Ohne den gesperrten Tim Ebersbach, ohne die verletzten Stammkräfte Yannik Malende, Kevin Klützke, Mathis Wulff, Jelle Röben und Ferhat Kadah blieb Fitschen kaum Handlungsspielraum. Aus der Zweiten half Kay Slominski aus (und wurde in der Schlussphase sogar eingewechselt), in der Startelf standen erstmals Sajih Jaber und Ercan Baris. Während Jaber seine rechte Abwehrseite zur Pause aufgrund der drohenden Gelb-Rot-Gefahr an Dennis Janssen abtreten musste, spielte Baris im linken Mittelfeld durch – und das durchaus ordentlich. „Er hat sich an die Dinge gehalten, die ich ihm mitgegeben haben“, bemerkte Fitschen.

Auch das System hatte der Coach geändert und mit Ferdi Yilmaz und Atilla Iscan zwei Stürmer aufgeboten. „Mit dem 4:4:2 wollte ich dem Team ein bisschen Stabilität geben.“ Das gelang durchaus, denn im Vergleich zur vorherigen Partie gegen Teutonia Uelzen war die Fehlpass-Quote deutlich geringer. Dreh- und Angelpunkt war im Zentrum Dragan Muharemi, der vor allem im ersten Durchgang Präsenz und Ballsicherheit ausstrahlte. Nicht von ungefähr gelang dem 22-Jährigen auch sein erster Saisontreffer und gleichzeitig der Ausgleich in der 43. Minute. Einen Freistoß drehte er schön an der schlecht postierten Hildesheimer Mauer vorbei ins Tor.

Ärgerlich für den RSV, dass nicht schon Iscans sehenswerter Volleyschuss, den Torwart Nils Zumbeel klasse pariert hatte, belohnt worden war (18.). Ärgerlich auch, dass Ilias Papadopoulos den ihm gewährten Freiraum zum Hildesheimer 1:0 genutzt hatte (32.). Der Gegentreffer fiel übrigens in Unterzahl: Dennis Janssen war in diesem Moment zur Behandlung draußen, weil ihm Hartmann auf die Hand gestiegen war (29.). Janssen hielt bis zum Ende durch, fuhr erst dann ins Krankenhaus und brachte die Entwarnung mit zurück – nichts gebrochen!

Nach der Pause war der RSV zwar weiterhin ebenbürtig. Das „Kellerkind“ stieß aber nicht mehr ernsthaft in den Strafraum des Tabellendritten vor. Da half auch ein Wechsel hin zu einer 3:4:3-Formation nichts mehr. „Der letzte Pass hat gefehlt“, wusste auch Fitschen. „Und dann ist es natürlich bitter, so ein Tor zu fangen.“

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